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So gefährlich kann ein Sprung ins Kühle Nass sein

Bergunfälle häufen sich in der Region - Wie steht es mit den Badeunfällen am Chiemsee? 

Eher technische Einsätze, wie beim Bergen von Segelbooten, haben sich in den vergangenen Jahren bei den Rettungsorganisationen auf dem Chiemsee zugenommen.
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Eher technische Einsätze, wie beim Bergen von Segelbooten, haben sich in den vergangenen Jahren bei den Rettungsorganisationen auf dem Chiemsee zugenommen.

Gerade in den Bergen ereigneten sich in diesem Jahr vermehrt Unglücke, bei denen die Alpinisten mit ihrem Leben bezahlen mussten. Die Polizei sprach von einer überdurchschnittlichen Anzahl an Todesfällen. Aber wie schaut es bei den Badeunfällen am Chiemsee aus?

Chiemsee – Von einer gestiegenen Zahl an Badeunfällen in den vergangenen Jahren kann Stephan Braun nicht berichten. Er ist technischer Leiter der BRK-Kreiswasserwacht Rosenheim, die auch die zuständigen Untergliederungen des Bayerischen Roten Kreuzes am westlichen Chiemsee-Ufer umfasst.

Im Schnitt halte sich die Zahl an Badeunfällen pro Jahr die Waage. Mal gebe es mehr, mal weniger. Dennoch habe sich das Einsatzaufkommen für die Helfer der Wasserwacht erhöht, wie Stephan Braun schildert. „Gerade am Chiemsee unterschätzen Wassersportler immer häufiger Wind und Wetter“, mahnt Braun. Der Wind könne innerhalb weniger Minuten auffrischen und ungeübte Wassersportler überfordern. Auch Wetterwarnungen und Starkwindwarnungen würden häufig nicht beachtet.

Höherer Aufwand nach Corona

Am häufigsten unterschätzten Schwimmer die eigene Kondition. Unter den häufigsten Unfällen verzeichne die Wasserwacht am Chiemsee „den natürlichen Tod“ im Wasser. Beispielsweise dann, wenn jemand während des Badens einen Herzinfarkt erleide.

Dennoch habe sich der Personalaufwand für die Wasserwacht des BRK am Chiemsee nicht erheblich verändert. „Die Wachstationen sind zugleich als stationäre Schnell-Einsatz-Gruppen hinterlegt und somit auch außerhalb der eigentlichen Dienstzeiten alarmierbar“, sagt Braun.

Dies bedeute auch, dass bei einem größeren Einsatz der Wachmannschaften am Chiemsee schnell weitere Kräfte alarmiert werden könnten. „Es zeigt sich allerdings, dass nach Corona ein etwas höherer Aufwand nötig ist, um die Wachpläne zu füllen“, gibt Stephan Braun zu bedenken. „Dies ist aber wohl ein allgemeiner Effekt und nicht spezifisch für die Wasserwacht am Chiemsee.“ Es handle sich aber zurzeit nicht um ein „kritisches Maß“.

Unterschätzer Temperaturunterschied

Gerade ungeübten Schwimmern rät Stephan Braun, nur überwachte Badeplätze am Chiemsee zu nutzen und im seichten Wasser zu bleiben. Eine Empfehlung, welche auch der DLRG-Ortsverband Traunstein Siegsdorf gibt, der ebenso in der Wasserrettung am Chiemsee aktiv ist. Deren Vorsitzender Karl Weilharter mahnt zudem, den Temperaturunterschied zwischen Wasser und Luft nicht zu unterschätzen: „Es ist zwar eine tolle Erfrischung, wenn man aufgeheizt ins kühle Nass springt. Jedoch spielt da oft der Körper einfach nicht mit“, sagt er.

Schwimmer sollten sich zuvor unbedingt „abfrischen“, sprich: den Körper an das kühlere Wasser gewöhnen, sonst drohe schlimmstenfalls ein Kreislaufkollaps.

Auch DLRG-Vorsitzender Weilharter berichtet über ein erhöhtes Einsatzaufkommen während der vergangenen Jahre. Bei den Badeunfällen indes bleibe die Zahl konstant. Häufiger träfen die Helfer auf „klassische Hilfeleistungen“, zum Beispiel, wenn Segler ein Problem mit ihrem Segelboot haben. Sei es durch ein technisches Problem oder dadurch, dass die Segler mit ihrem Boot auf Grund gelaufen sind.

Finanzielle Belastung der Organisationen

„Gerade am Chiemsee mit seiner Größe und seinen doch sehr unterschiedlichen Einsatzarten müssen unsere Leute zum einen natürlich als Wasserretter, aber auch im medizinischen Bereich und als Bootsgasten (Mitglieder der Schiffsbesatzung für Rettungsboote, Anm. d. Red.) bestens ausgebildet sein“, sagt Weilharter.

Das bedeute für neue Einsatzkräfte eine bisweilen lange Ausbildung, für die langjährigen Helfer regelmäßige Fortbildungen, unter anderem weil die Gerätschaften technisch anspruchsvoller würden. „Auch die finanzielle Belastung darf man nicht außer Acht lassen. Die Boote an sich werden zwar vom Freistaat Bayern gestellt, aber die Schutzausrüstung zum Beispiel gegen Kälte müssen wir als DLRG selbst aufbringen“, sagt Weilharter.

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