Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Skifahren und Corona

Saison mit 2G in Reit im Winkl gerettet? Zaghafte Freude auf der Steinplatte

Nur zu einem Viertel soll die Gondelbahn mit Gästen belegt werden dürfen. Lange Schlangen in Seegatterl sind daher zu erwarten.
+
Nur zu einem Viertel soll die Gondelbahn mit Gästen belegt werden dürfen. Lange Schlangen in Seegatterl sind daher zu erwarten.

Ein kollektives Aufatmen ist es noch nicht, aber Erleichterung zeigt sich bei Skiliftbetreibern, Skischulen und im Tourismus in Reit im Winkl und in Ruhpolding. Am 17. Dezember soll es losgehen. Ob bis dahin die Wut auf die CSU verraucht ist?

Reit im Winkl/Ruhpolding – „Es schaut schon mal nicht schlecht aus“, sagt Andreas Brandtner, Betreiber des Skigebiets Steinplatte und der Gondelbahn in Seegatterl. Denn Medienberichten zufolge ändert sich die Gesetzeslage für Seilbahnbetreiber in Bayern. Die bisherige 2G-Plus-Regelung hatte für große Sorge und Ärger bei den Seilbahngesellschaftern in der Region gesorgt.

Was steht in der Verordnung genau?

Zwar gibt es noch keine offizielle Regelung, aber ab 11. Dezember 2021 soll 2G in Seilbahnen gelten, ein Test ist damit nicht mehr notwendig. Nur ein Wermutstropfen soll bleiben: Gondeln dürfen nach wie vor nur zu 25 Prozent ausgelastet werden, um eine Ansteckung zu vermeiden. Brandtner will abwarten, bis er die genaue Verordnung kennt. Denn offen ist für ihn noch, wie streng die Regelung beispielsweise in Bezug auf Kinder ist. „Müssen die dann im Zweifel allein fahren?“, fragt sich der Tiroler.

Lesen Sie auch:

Pistensau mal anders: Drei Autos machten die Skipiste bei Reit im Winkl unsicher

Hans Höflinger, Betreiber der Skilifte auf der Winklmoosalm, traut dem Frieden noch nicht so recht. „Einerseits freue ich mich, aber ich kenne die konkrete Verordnung noch nicht“, sagt er. Dennoch klingt er schon deutlich positiver als im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen am Freitag und geht von einer Öffnung am 17. Dezember 2021 aus. Seine Sorge: Dass die 25 Prozent Auslastung in allen Liften die Regel sind, und eben nicht nur in Kabinenbahnen. Ein Anruf beim Verband Deutscher Seilbahnen beruhigt etwas. „Unser Kenntnisstand und unsere Interpretation ist, dass die Regel zur Auslastung nur Kabinenbahnen wie Gondeln betrifft, nicht jedoch Sessel- und Schlepplifte“, erklärt Sprecherin Jutta Zenger. Aber sie verweist ebenfalls auf die Verordnung, deren genauer Wortlaut noch nicht bekannt sei.

Auf beiden Seiten der Grenze wird sehr genau beobachtet, was die Politik entscheidet. In Österreich wurde a. 8. Dezember 2021 entschieden, dass der Lockdown in Tirol am Sonntag, 12. Dezember 2021, beendet ist. In Salzburg hingegen wird erst zum 17. Dezember 2021 aufgesperrt. Ausgerechnet in diesem Zwei-Ländereck liegt das Massiv der Steinplatte, der Gipfel direkt an der Grenze der beiden Bundesländer.

Wie es mit den Einkehrmöglichkeiten auf der österreichischen Seite des Skigebiets Winklmoos-Steinplatte weitergeht, verfolgt auch Richard Jany, der einer von drei Gesellschaftern der Skischule Ruhpolding ist. Ein Teil der Skikurse findet zwar am Ruhpoldinger Westernberg statt, doch mit den Fortgeschrittenen geht’s auch von Seegatterl aus in Richtung Steinplatte. „Bei uns sind ja viele Kinder in der Skischule und da ist mir noch unklar, wie das dann auf den österreichischen Skihütten klappen soll, wenn die mit 2G-Plus aufmachen“, sagt Jany. Auch er wartet noch darauf, wie die österreichische Regelung genau aussieht und was die deutsche Gondelauslastung für den Skischulbetrieb heißt.

„Du musst ja o‘gricht sei“

Geplant hat er die Saison trotz aller Widrigkeiten und Unsicherheit: „Du musst ja o’gricht sei.“ In erster Linie sei er froh, dass es konkreter wird und er heuer aufsperren kann. „Viele Leute vergessen, dass wir kein Sommergeschäft haben“, sagt Jany. Er weiß um die fragile Situation im Corona-Landkreis Traunstein: „Über die tausend dürfen wir bitte nicht mehr kommen.“

Eine zaghafte Freude ist auch bei der Reit im Winkler Tourismus-Information zu spüren. „Das spielt uns sehr in die Karten!“, sagt die stellvertretende Leiterin Sabine Meier im Hinblick auf die Neuregelung bei den Seilbahnen. Sie wartet ebenfalls noch auf Details zu den in der Hauptsaison geltenden Corona-Regeln.

Tourismus reagiert verhalten optimistisch

Die CSU hatte sich viel Kritik seitens der Akteure im Tourismus zu den derzeitigen Regeln anhören müssen. Erst kürzlich fällte Sepp Hohlweger, Ruhpoldinger Vermieter und Mitglied im Vorstand des Traunsteiner Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) gegenüber unserer Zeitung ein vernichtendes Urteil über die Corona-Politik und warf den Verantwortlichen vor, man könne sich nicht mehr auf sie verlassen. Klaus Stöttner, tourismuspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion und Rosenheimer Stimmkreisabgeordneter, verbucht die Änderung im Seilbahnbetrieb nun als Erfolg: „Wir haben uns sehr nachhaltig für den Tourismus in den Wintersportgebieten eingesetzt und freuen uns, dass die Staatsregierung mit ihrer heutigen Entscheidung einer Forderung der Tourismusakteure in den bayerischen Alpen nachkommt.“

Noch keine Entscheidung beim Biathlon-Weltcup

„Es ist Kaffeesatzleserei“, sagt Engelbert, Schweiger, Generalsekretär des Organisationskomittees (OK) für den Biathlon Weltcup. Geplant ist dieser von 12. bis 16. Januar. Ob mit Zuschauern oder nicht, das sei noch unklar. „Wir planen derzeit mit Zuschauern“, sagt der OK-Chef. Er hoffe, dass er bald eine Sicherheit bekomme, wie die Veranstaltung stattfinden könne. Aber letztendlich müsse er schauen, was die Politik entscheide.

Für Schweiger nicht leicht, schließlich muss er auch das Personal einplanen.

Allein 400 bis 500 Personen seien nötig, um den bloßen Wettkampf durchführen zu können – ohne Zuschauer. Mit Zuschauern brauche man eben noch weitere Ordner, Einweiser für die Parkplätze und so weiter. Immerhin, zum derzeitigen Stand wird der Wettbewerb für die Sportler zumindest stattfinden.