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Gemeinderat Reit im Winkl beschließt Bebauungsplan als Satzung

Mit dem neuen Hotelvorhaben für „Hotel zur Post“ auf dem richtigen Weg

Anstelle des bestehenden Hotels zur Post in der Ortsmitte von Reit im Winkl soll durch den Bebauungsplan ein neuer Hotelkomplex mit Wellnessanlage ermöglicht werden.
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Anstelle des bestehenden Hotels zur Post in der Ortsmitte von Reit im Winkl soll durch den Bebauungsplan ein neuer Hotelkomplex mit Wellnessanlage ermöglicht werden.
  • VonJosef Hauser
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Ein langwieriges und intensives Verfahren wurde jetzt in der Sitzung des Gemeinderats im Festsaal erfolgreich abgeschlossen. Das Gremium überarbeitete nochmal den Vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Hotel zur Post“ und beschloss ihn in der neuen Fassung als Satzung.

Reit im Winkl – Der Gemeinderat hatte in einer Sitzung im November 2019 die Aufstellung dieses Bebauungsplans (Plus-Artikel) beschlossen. Dies wurde erforderlich, nachdem im Vorfeld durch eine Investorengruppe konkrete Bauabsichten für einen Hotelneubau auf dem Grundstück des jetzigen Hotels zur Post an die Gemeinde Reit im Winkl herangetragen wurden. Hierzu soll das bestehende Hotel abgerissen werden.

„Grundsätzlich steht die Gemeinde diesem Hotelvorhaben seit Beginn an sehr positiv gegenüber“, rief Bürgermeister Matthias Schlechter (CSU) in Erinnerung. Im Gegensatz zu früheren Planungen auf diesem Grundstück bestehe kein Zweifel an der städtebaulichen Verträglichkeit der vorgestellten Planungen, da diese sich an einer städtebaulichen Studie aus dem Jahr 2015 orientierten, in der die wesentlichen Grundzüge hinsichtlich Baukörperausformung, Höhenentwicklung und anderem bereits definiert wurden. Nachdem durch das Vorhaben Hotelneubau erhebliche und weitreichende Auswirkungen auf das zukünftige Ortsbild im Ortskern von Reit im Winkl gesehen wurden, habe sich der Gemeinderat entschlossen, einen Bebauungsplan für das Gebiet aufzustellen.

In einer Gemeinderatssitzung im September 2020 wurden die Stellungnahmen zur frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung abgewogen und der Billigungs- und Auslegungsbeschluss gefasst, worauf im Februar dieses Jahres die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung durchgeführt wurde. Die Unterlagen wurden entsprechend der im Rahmen dieses Verfahrensschritts eingegangenen Stellungnahmen überarbeitet und in der Gemeinderatssitzung am 27. April 2021 gebilligt (Plus-Artikel).

Die neuerliche Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung fand in der Zeit vom 14. Mai bis 14. Juni statt. Zu beiden Auslegungen wurde nun in dieser Sitzung die Abwägung durchgeführt. Fachliche Beratung kam dabei vom Stadtplaner Norbert Mißberger von dem von der Gemeinde mit der Ausarbeitung des Bebauungsplans beauftragten Büro Mißberger + Wiesbauer Architekten und von Mitarbeitern weiterer eingebundener Partnerbüros.

Von einem Anlieger lagen Einwendungen in bezüglich der vorliegenden schalltechnischen Untersuchung vor. In diesem wird nach seiner Ansicht die geplante Anzahl von 301 Betten in dem neuen Hotel nicht ausreichend berücksichtigt. Laut Abwägungsvorschlag des Planungsbüros dazu erreicht gemäß Betriebskonzept der Innenbereich der Gastronomie in der Hauptsaison seine volle Auslastung durch Hotelgäste, und in diesem Zeitraum sei dessen Nutzung durch schallintensivere externe Gäste ausgeschlossen. Aus der vorliegenden schalltechnischen Beurteilung gehe hervor, dass eine Nutzung der oberirdischen Stellplätze durch Gäste des Biergartens während der Tagzeit nicht mit schalltechnischen Konflikten verbunden sei. Der Gemeinderat sah daher eine Planänderung nicht veranlasst.

Aufgrund einer von der Naturwärme Reit im Winkl abgegebenen Stellungnahme beschloss der Gemeinderat, die Unterlagen dahin gehend zu ergänzen, dass die zum Baufenster angrenzenden Naturwärmeleitungen nur mit geeigneten Schutz- und Sicherungsmaßnahmen freigelegt werden dürfen. Im Übrigen ist auch die Aussage der Naturwärme-Leitung festgehalten, dass die für das Hotel benötigte Wärmeleistung über einen Fernwärme-Anschluss der „Naturwärme“ realisiert werden könne.

Nach einem Hinweis des Wasserwirtschaftsamts Traunstein fasste der Gemeinderat den Beschluss, dass die Planunterlagen um den Hinweis ergänzt werden, dass zwischen der Außenwand des Hausbachgerinnes und der neuen Bebauung ein mit dem Amt abzustimmender Abstand einzuhalten ist. Sollte der geplante Neubau des Hausbachgerinnes noch nicht umgesetzt sein, ist zudem während der Bauarbeiten auf eine ausreichende Sicherung des bestehenden Gerinnes zu achten, und der Hochwasserabfluss darf nicht beeinträchtigt werden.

Auf Vorschlag des Bund Naturschutz wird einem weiteren Beschluss zufolge in die Planunterlagen der Hinweis eingearbeitet, dass die Beleuchtung nachts möglichst reduziert werden soll, zum Beispiel durch Dimmen, und es sollen nur Lampen mit insektenfreundlichen Leuchtmitteln verwendet werden. Dazu sollen Bäume nicht direkt angestrahlt werden.

Nach Durcharbeitung dieser und weiterer Punkte beschloss der Gemeinderat einstimmig den Vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit integrierter Grünordnungsplanung „Hotel zur Post“ auf der Grundlage des Vorhaben- und Erschließungsplans mit Begründung und Umweltbericht in der in dieser Sitzung überarbeiteten Fassung als Satzung.

„Mit dem Abschluss dieses umfangreichen Verfahrens ist ein großes Werk durchgeführt und wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Bürgermeister Matthias Schlechter abschließend. Sein großer Dank ging an die anwesenden Vertreter der Planungsbüros für ihre fachkundige Arbeit und Beratung, ebenso an die kompetent arbeitende Gemeindeverwaltung, allen voran die Bauamtsleiterin Sonja Bürger und die Geschäftsleiterin Christine Zaiser, sowie an seine Kollegen im Gemeinderat. Ein bedeutender Schritt für die Reit im Winkler Zukunft sei jetzt erfolgreich abgeschlossen, fügte Gemeinderat Martin Wilhelm (CSU) an.

sh

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