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Ulrike Duda eröffnet zweite Inobhutnahmestelle

Neuer Zufluchtsort für Kinder und Jugendliche in Reit im Winkl

Reit im Winkls Bürgermeister Matthias Schlechter, Mitarbeiterin Viola Berger, Leiterin Ulrike Duda, Mitarbeiter Peter Best und MdL Klaus Steiner (v.l.) inspizieren das Haus für die neue Einrichtung.
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Reit im Winkls Bürgermeister Matthias Schlechter, Mitarbeiterin Viola Berger, Leiterin Ulrike Duda, Mitarbeiter Peter Best und MdL Klaus Steiner (v.l.) inspizieren das Haus für die neue Einrichtung.
  • VonJosef Hauser
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  • Tanja Weichold
    Tanja Weichold
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Seit fünf Jahren bietet Ulrike Duda in der Litzelau in Oberwössen einen Zufluchtsort für gefährdete Kinder und Jugendliche. Jetzt erwarb sie von den Bayerischen Staatsforsten das seit 13 Jahren leer stehende Forsthaus an der Weitseestraße in Reit im Winkl und baut dort eine zweite „Inobhutnahmestelle“ auf.

Reit im Winkl – „Ich kann es nicht anschauen, wie ich fast täglich Kinder abweisen muss, wo ich weiß, bei uns hätten sie eine Chance“, sagt sie im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Unterstützt wurde sie von Reit im Winkls Bürgermeister Matthias Schlechter und dem CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Steiner, die sich vor Ort ein Bild machten.

Schutzstelle für junge Menschen in Not

Die Inobhutnahmestelle Litzelau sei eine sozialpädagogische Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in privater Trägerschaft mit dem Schwerpunkt sofortiger vorläufiger Schutzmaßnahmen, erklärte Duda. „Wir machen es uns zur Aufgabe, in einem möglichst überschaubaren Zeitraum eine Schutzstelle für junge Menschen zu sein. Die Zeit in unserer Einrichtung in Litzelau und künftig auch in Reit im Winkl dient der umfangreichen Abklärung und der Entwicklung von individuell auf das Kind nächstfolgenden Lebensperspektiven.“

Sie und ihre Mitarbeiter führten die Gäste durch das Haus und gaben Auskunft über die geplante künftige Nutzung der einzelnen Räume.

Förderverein bezahlt aus Spendengeldern Sportplatz

Duda investiert privat rund 750 000 Euro in den Kauf und die Modernisierung des Forsthauses, wie sie sagt. Es werde energetisch saniert, ans Hackschnitzelheizwerk angeschlossen und mit Solarmodulen ausgestattet. Für das Grundstück fallen jährlich rund 20.000 Euro Erbpacht an, was gerade von den Einnahmen aus der Einrichtung abgedeckt werden könne.

Unterstützt werde sie bei dem Vorhaben wie in der Litzelau auch vom Förderverein der Inobhutnahmestelle. Der kommt einerseits für Spenden in Bildung, Freizeit und Grundbedürfnisse für die Kinder auf, die oft nicht mehr als die Kleidung, die sie anhaben, mitbringen, wenn sie in Notsituationen aus ihren Familien geholt werden müssen.

Der Förderverein finanziert nun auch den Bau eines Sportplatzes auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Gelände beim Forsthaus in Reit im Winkl, erzählt Duda weiter. Auch ein Elektroauto und einen Bus würden gekauft.

Acht Zimmer für neun Kinder

Nach der jetzt anstehenden grundlegenden Renovierung und Einrichtung hofft Ulrike Duda, im Oktober oder November mit dem Betrieb beginnen zu können. Auf circa 350 Quadratmetern Wohnfläche entstehen acht Zimmer für neun Kinder, eine große Wohnküche, Wohnzimmer sowie Zimmer für Erzieher und Therapeuten.

In Litzelau seien neun Kinder im Alter von einem bis zu zehn Jahren untergebracht, für Reit im Winkl seien ebenfalls neun Kinder im Alter von acht bis 17 Jahren vorgesehen. Die durchschnittliche stationäre Verweildauer der Kinder betrage drei Monate.

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Wie derzeit in Oberwössen seien auch in Reit im Winkl zehn Mitarbeiter für die Betreuung geplant. Hinzu kämen zwei Therapeuten. Die Jugendlichen haben laut Duda einen festen Tagesablauf und enge Strukturen, ständig seien drei Mitarbeiter anwesend. Neben Schule und Ausbildung heißt das zum Beispiel gemeinsames Kochen und Essen.

Brennpunkte auch im ländlichen Raum

Der Traunsteiner Stimmkreisabgeordnete Steiner bezeichnete die Inhobhutnahmestelle als äußerst wichtige und nützliche Einrichtung. Auch hier im ländlichen Raum gebe es soziale Brennpunkte, wo Kinder und Jugendliche dringend auf Hilfe von außen angewiesen sind und zeitweise in Obhut genommen müssen.

Als forstpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Landtag und Beirat der Bayerischen Staatsforsten habe er auf die Bitte von Ulrike Duda hin gerne Kontakt mit diesen aufgenommen und die Vermittlung für den Verkauf des ehemaligen Forsthauses übernommen.

Bürgermeister dankt für die wertvollen Dienste

Wie Steiner bedankte sich auch Bürgermeister Matthias Schlechter bei Duda und ihren Mitarbeitern für ihren überaus wertvollen Dienst an hilfebedürftigen Kindern und ihren Familien. Für Reit im Winkl sei es von unschätzbarem Wert, ein solch nützliches Haus im Ort zu haben: „Die Gesellschaft sollte für diese jungen Menschen einen Platz haben.“

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