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Bundestagswahl 2021 – Wahlkreis Traunstein (225)

Die Direktkandidaten im großen OVB-Check: Bruno Siglreitmaier jun. (ÖDP)

Bundestagswahl 2021: Bruno Siglreitmaier tritt für die ÖDP als Direktkandidat im Wahlkreis Traunstein an.
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Bundestagswahl 2021: Bruno Siglreitmaier tritt für die ÖDP als Direktkandidat im Wahlkreis Traunstein an.

Am 26. September ist Bundestagswahl. Im Wahlkreis Traunstein, zu dem auch das Berchtesgadener Land zählt, treten 13 Kandidaten für das Direktmandat an. Hier stellen sie sich den Menschen in der Region vor, nehmen zu aktuellen politischen Themen Stellung und beantworten persönliche Fragen. An dieser Stelle: Bruno Siglreitmaier jun. (ÖDP).

Hinweis in eigener Sache: Unsere Redaktion hat allen Kandidaten die gleichen Fragen gesendet. Wir haben es den Kandidaten überlassen, auf welche Fragen sie wie ausführlich antworten. Wir veröffentlichen die Antworten ungekürzt. Sprache und Inhalt liegen ausschließlich in Verantwortung der Kandidaten. Die Redaktion macht sich keine der Aussagen zu eigen.

Steckbrief Bruno Siglreitmaier jun.

  • Partei: ÖDP
  • Alter: 61 Jahre
  • Wohnort: Chieming
  • Beruf: Industriekaufmann, Bautechniker und. -biologe
  • Familienstand: verheiratet, drei Kinder, ein Enkelkind
  • Hobbys: Hobbys: Bergwandern und Fahrradfahren.

Zum Bundestagswahl-Spezial und allen weiteren Kandidaten:

> auf chiemgau24.de

> auf BGLand24.de

> auf ovb-online.de

Bruno Siglreitmaier: Meine zwei Kernsätze: „Wenn nicht jetzt, wann dann? und „Weniger ist mehr“ – zurück auf ein vernünftiges Maß!“ Es geht darum, den nachfolgenden Generationen eine Erde zu hinterlassen, auf der ausgeschlossen ist, dass es wegen Trinkwasser-, Nahrungsmittel-, Rohstoffknappheit und großer unbewohnbar gewordener Gebiete zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommt.

Thema Corona

Unsere Fragen an Bruno Siglreitmaier:

  • Mit welchen Szenarien und Folgen rechnen Sie Ende 2021 und 2022? Wie sieht Ihre Corona-Strategie aus?
  • Wie hat Corona Ihr Denken und Handeln verändert? Warum spaltet Corona die Gesellschaft?

Keine Komplettschließungen mehr

Die Übertragung gefährlicher Krankheiten und tödlicher Viren von Tieren auf Menschen hängen eng mit der Zerstörung von Ökosystemen, Klimakrise und Massentierhaltung zusammen.

Als Folge der Corona Krise ist die Staatsverschuldung auf ein Rekordniveau gestiegen. Überbrückungshilfen werden in der Höhe nicht mehr leistbar sein. Es darf zu keinen kompletten Geschäftsschließungen mehr kommen, die die Existenz der örtlichen Geschäfte und der hier Beschäftigten bedroht.

Eine weitere Verlagerung auf große Online-Handelsunternehmen, die ihre zu versteuernden Einkünfte in das Ausland verlagern und Mitarbeiter ohne Tarifvertragsschutz zu schlechten Löhnen beschäftigen, gilt es zu verhindern. Ebenso den Bau weiterer Logistikzentzentren „auf grüner Wiese“.

Es gibt gut ausgearbeitete Hygienekonzepte, die von allen, Beschäftigen, Kunden und Gästen, in aller Ernsthaftigkeit umgesetzt werden müssen.

Altersheime komplett für Besucher zuzusperren verbietet sich, auch hier gilt: Tests, verschärfte Hygienemaßnahmen und ausreichende Besuchsräume. Veranstaltungen sind zu entzerren, das heißt keine Großveranstaltungen mit Gedränge.

Ärgerlich ist, dass zu Pandemiebeginn nicht schneller und konsequenter gehandelt wurde, sodass eine noch bessere Nachverfolgung von Kontaktpersonen möglich gewesen wäre.

Ebenso das anfängliche Verwirrspiel mit den Masken: zunächst Stoff, dann medizinisch und schließlich FFP2 – bei letzteren deren anfänglich überteuerter Einkauf, fragliche Qualität und die damit im Zusammenhang stehenden Betrügereien.

Thema Klimawandel

Unsere Fragen an Bruno Siglreitmaier:

  • Der Klimawandel bedroht Mensch und Natur. Was ist zu tun? In der Welt, in Brüssel, in Berlin und München?
  • Aber auch in der Region, vor der Haustür oder im eigenen Haushalt?

International gleiche Maßstäbe setzen

Der gerade erst veröffentlichte Weltklimabericht zeigt auf, unser Planet wird schon in neun Jahren 1,5 Grad heißer sein! Die Folgen bekommen wir weltweit bereits zu spüren und werden durch Nichts- oder Zuwenigtun nach Erkenntnis der Wissenschaft noch verheerender.

Alle anstehenden Investitionen sind daraufhin zu prüfen, ob sie überhaupt notwendig sind. Wenn ja, ist das energiesparendste und ressourcenschonendste Produkt auszuwählen, dabei ist auch der Transportweg und der Produktionsprozess (Schadstoffausstoß, Arbeitsbedingungen) zu berücksichtigen.

International müssen gleiche Maßstäbe angesetzt werden, gegebenenfalls sind im grenzüberschreitenden Lieferverkehr, Aufschläge für übermäßigen Naturverbrauch vorzunehmen und unbelehrbare Markteilnehmer auszuschließen.

Weitere Maßnahmen:

  • Beendigung des Braunkohleabbaus bis 2030;
  • 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2030 durch beschleunigten Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen;
  • Energieeinsatz verringern;
  • Für den verbleibenden Bedarf an Strom, Wärme und Antriebsenergie ist auf erneuerbare Quellen umzustellen, neben Strom und grünem Wasserstoff auch Biokraftstoffe aus nachhaltiger Produktion – ohne Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion;
  • Schutz der verbliebenen (Regen-)Wälder vor Abholzung;
  • Brandbekämpfung, internationale Feuerwehr-Eingreiftrupps, um großflächige Waldverluste zu verhindern;
  • Weg von der Massentierhaltung, weniger Fleischproduktion = weniger Tierfuttermittel;
  • Umstellung auf Öko-Landbau mit verstärkter regionaler Versorgungssicherheit;
  • Flächenversiegelung, stoppen – wertvoller landwirtschaftlicher Boden ist zu bewahren;
  • durch Humusaufbau CO² aus der Atmosphäre entziehen.

Thema Tourismus

Unsere Fragen an Bruno Siglreitmaier:

  • Corona hat die Tourismusbranche und Gastronomie schwer getroffen. Was muss die Politik tun, damit diese Bereiche weiter im internationalen Wettbewerb bestehen können?

Persönliches CO²-Budget

Fern- und Schiffsreisen sind in dem Umfang wie Vor-Corona-Zeiten sowieso zu hinterfragen. Die Klimaschädlichkeit der Verkehrsmittel muss seinen Niederschlag im Preis finden, das darf und kann aber nicht das einzige Kriterium sein. Ein personenbezogenes maximales CO²-Budget ist einzuführen.

Thema Demokratie und Stabilität

Unsere Fragen an Bruno Siglreitmaier:

  • Sind die Menschen wirklich demokratiemüde und empfänglich für neuen Extremismus und Populismus?
  • Wie steht es um Stabilität, Toleranz und Konsensfähigkeit im Land?

Volksbegehren und Volksentscheide

Mein Maßnahmenkatalog:

  • Mitbestimmung und Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen;
  • Volksbegehren und Volksentscheide;
  • Trennung von politischem Mandat und privatwirtschaftlichen Aktivitäten zum Ausschluss von Interessenskonflikten;
  • Verbot von Firmenspenden an Parteien;
  • Sozialer Frieden durch Verteilungsgerechtigkeit, indem die Umverteilung von unten nach oben beendet wird;
  • Widerstandsfähigkeit in existenziellen Krisen (Energie, Nahrungsmittel- und medizinische Versorgung).

Thema Wohnraum und Mieten

Unsere Frage an Bruno Siglreitmaier:

  • Zur Lebensqualität gehört Wohnen. Speziell im Raum Rosenheim wird Wohnraum immer knapper, das Wohnen immer teurer. Wie kann man diese Entwicklung stoppen?

Kommunen sollten mehr Einfluss nehmen

  • Preisgebundener Wohnungsbau bis zu einem gewissen Prozentsatz bei Geschossbauten;
  • Gemeinschaftliche, sich ändernden Bedürfnissen anpassbare Wohnkonzepte;
  • Mehrgenerationenhäuser;
  • Genossenschaftliches Wohnen;
  • stärkere Einflussnahme der Kommunen auf die Grundstückspreise und Vergabe, bei nicht vermeidbarer Baulandausweisung;
  • energetische Gebäudesanierung (mit natürlichen Baustoffen) zur Senkung der Nebenkosten

Thema Familie

Unsere Fragen an Bruno Siglreitmaier:

  • Die Gesellschaft wird immer älter – auch im Zuzugsraum Rosenheim. Was kann die Politik leisten, damit wieder mehr junge Menschen eine Familie gründen?
  • Wie wollen Sie zum Beispiel eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie erreichen?

Erziehungsgehalt als Alternative

  • Gewährung eines Erziehungsgehaltes als Anerkennung der elterlichen Erziehungsarbeit und Kinderbetreuung für die ersten drei Lebensjahre eines Kindes in der Höhe des bisher staatlich subventionierten Krippenplatzes. Wobei es den Eltern frei steht, sich für das eine oder andere „Modell“ zu entscheiden;
  • Anerkennung der häuslichen Betreuungsarbeit bei pflegebedürftigen Angehörigen mit einem Pflegegehalt;
  • keine Studiengebühren für das erste Studium bei entsprechender Qualifikation, gleiche Chancen für alle jungen Erwachsenen unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern.

Thema Rente 

Unsere Fragen an Bruno Siglreitmaier:

  • Die Alterspyramide in Deutschland bedroht die Stabilität und die Höhe der Rente. An welchen Stellschrauben muss die Politik drehen, damit zunehmende Altersarmut und eine Überlastung der Beitragszahler vermieden werden?
  • Wie kann der Staat für Generationengerechtigkeit sorgen?

Verpflichtende Zusatzrente für Kinderlose

Meine Lösungsansätze:

  • Beitragsgerechtigkeit für Eltern in der Rentenversicherung herstellen, nur die Erziehung von Kindern ermöglicht die Zahlung von Renten nach dem Umlageverfahren;
  • Reduzierung der bisherigen Ansprüche aus Erwerbsarbeit zugunsten einer auf die Kinderzahl bezogenen Zusatzrente;
  • verpflichtende Zusatzrente für Kinderlose und Eltern mit einem Kind, die durch die gesparten Kinderkosten angespart wird;
  • Generationengerechtigkeit!
  • Die alleinige Finanzierung der Rente durch den Faktor Arbeit abschaffen – Reduktion der Sozialversicherungsbeiträge, damit wird der Faktor Arbeit entlastet;
  • steuerfinanzierte Sozialversicherungen für alle Bürgerinnen und Bürger;
  • Einbeziehung von Einkünften aus größerem Kapitalvermögen.

Wenn alle Bürgerinnen und Bürger in die Finanzierung des Sozialsystems einerseits einbezogen werden, werden andererseits auch alle in gleichem Maße davon profitieren.

Zur Pflege: Angesichts der demographischen Entwicklung muss hier eine klare Strategie entworfen werden, wie diese, von ausreichendem Fachpersonal zu fairen Arbeitsbedingungen, geleistet werden kann. Die Menschenwürde der Betroffenen muss bis zum Lebensende gewahrt sein. Die notwendige Finanzierung kann der einzelne in der Regel nicht mit seiner Rente finanzieren und die Beiträge für Pflegezusatzversicherungen „gehen durch die Decke“!

Welches Thema liegt Bruno Siglreitmaier besonders am Herzen?

Von Corona über Klimawandel bis zum Schutz der Demokratie: In unserem Kandidatencheck haben wir die zwölf Bewerber für den Bundestag im Wahlkreis Rosenheim mit vielen Fragen konfrontiert. Das letzte Wort haben die Kandidaten selbst – mit einem Thema ihrer Wahl, das ihnen besonders am Herzen liegt.

Außenpolitischen Druck erhöhen

Die Außenpolitik: Um ein langfristig sicheres Leben auf unserer Erde zu ermöglichen, sind die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Die Verschwendung nicht erneuerbarer Rohstoffe ist einzustellen, der CO²-Ausstoß drastisch zu verringern und für Nahrungsmittelsicherheit ist zu sorgen. Dazu sind hohe Bevölkerungswachstumsraten zu vermeiden und ist eine faire Wirtschaftsordnung einzuführen. Diese Ziele hat die deutsche Entwicklungshilfe ebenso zu verfolgen wie die Forderung nach demokratischen Strukturen in den zu unterstützenden Ländern.

Kurz-Interview mit Bruno Siglreitmaier

Ein Motto, ein Satz oder ein Zitat, das sich Ihnen besonders eingeprägt hat?

Bruno Siglreitmaier: Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. (Mahatma Gandhi)

Sie steigen in eine Zeitmaschine. Welches Ereignis der Geschichte würden Sie gerne miterleben und warum?

Siglreitmaier: Am Entscheidungsprozess mit dem Ziel mitzuwirken, dass die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki verhindert!

Ihr Lieblingsplatz in der Region? Warum?

Siglreitmaier: Alzbrücke in Truchtlaching.

In welchem Film hätten Sie gerne in welcher Rolle mitgespielt?

Siglreitmaier: „Die Säulen der Erde“ nach Ken Folletts gleichnamigem Roman, eine Nebenrolle unter dem Steinmetz und Baumeister Tom Builder beim Bau einer mächtigen Kathedrale.

Wie bekommen Sie Politik und/oder Beruf/Familie unter einen Hut?

Siglreitmaier: Meine drei Kinder sind erwachsen, meine Tochter promoviert in Berlin. Das heißt, ich könnte sie öfter sehen als zur Zeit. Außerdem gibt eine gute Bahnverbindung zwischen München und Berlin. Mein „Heimatbahnhof“ ist mit der Regionalbahn gut an München angebunden.

Ihr politisches Vorbild? Warum?

Siglreitmaier: Al Gore: Er machte unter anderen schon 2007 auf die menschengemachte globale Klimaerwärmung (siehe Dokumentarfilm „Eine unbequeme Wahrheit“) aufmerksam.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten drei Dinge beschließen – und alle Staaten dieser Welt müssten sich daran halten. Was würden Sie tun?

Siglreitmaier:

  • Abschaltung sämtlicher Kohle- und Atomkraftwerke, Umstellung auf regenerative Energien;
  • Religionsfreiheit ohne Unterdrückung von Minderheiten und Einflussnahme auf die einzuführende demokratische Grundordnung;
  • Abrüstung, sämtliche Angriffswaffensysteme sind zu verschrotten, eventuelle Aggressoren sind mit einer reinen Verteidigungsarmee abzuwehren.

Wen ertragen Sie nur mit Humor?

Siglreitmaier: Ich sehe gerne politisches Kabarett, ärgere mich aber, wenn wir Bayern als dümmlich hingestellt werden.

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