PETA fordert Pferdekutschen-Verbot von Walch

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Reit im Winkl/Traunstein - Nach dem schweren Unfall mit zwei Pferdekutschen in Reit im Winkl fordert die Tierrechts-Organisation PETA jetzt ein Verbot von Landrat Siegfried Walch:

Vor zehn Tagen kam es in Reit im Winkl zu einem schweren Kutschenunfall, bei dem insgesamt sechs Personen verletzt wurden. Laut dem Polizeibericht versagten an einer abschüssigen Stelle die Bremsen an dem Zweispänner, wodurch dieser in die Hinterläufe der Pferde fuhr. Die Tiere scheuten und gingen durch. Im Galopp fuhr die Kutsche anschließend auf einen vorausfahrenden Einspänner auf und schob diesen, samt Pferd, von der Straße in die angrenzenden Bäume und Sträucher.

Die Tierrechts-Organisation warnt daher eindringlich vor Fahrten mit Pferdekutschen: Bei mindestens 50 Vorfällen wurden im vergangenen Jahr insgesamt fünf Menschen und sechs Pferde getötet, 98 Fahrgäste zum Teil schwer verletzt, heißt es in der Pressemitteilung von PETA. "Die Anzahl der Kutschunfälle stieg in den letzten Jahren dramatisch an. Die Risiken bei solchen Kutschfahrten sind unkontrollierbar, denn notwendige Sicherheitsvorrichtungen wie moderne Bremssysteme, Gurte oder Airbags gibt es nicht", so Diplom-Zoologe und Kampagnenleiter bei PETA, Peter Höffken. "Pferden, die Kutschen ziehen, wird zudem jede natürliche Lebensweise abgesprochen. Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist daher ein Verbot von Kutschfahrten."

Das Landratsamt in Traunstein hat nun die Gesetzeslage geprüft: "Für ein generelles Verbot, wie von Herrn Höffken gefordert, gibt es keine Handhabe", so Pressesprecher Roman Schneider. Laut §11 des Tierschutz-Gesetzes müsse jeder, der eine Pferdekutsche betreibt, eine Genehmigung vom Landratsamt einholen. "Das Veterinäramt prüft dabei die Ausbildung des Antragsstellers und schaut, ob er die entsprechende Zuverlässigkeit mitbringt. Dazu werden auch mögliche Vorstrafen berücksichtigt." Erst wenn bei der Überprüfung alles in Ordnung sei, werde eine Genehmigung erteilt. "Sollten wir dem nicht entsprechen, dann wäre das gesetzeswidrig."

Aber nicht nur das Gesetz spreche im Landkreis gegen ein Kutschen-Verbot. "Landrat Siegfried Walch vertritt die Meinung, dass Kutschfahrten in der Region Tradition haben und man die Tradition nicht abwürgen kann."

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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