Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nachruf

Wirtin Justina Bichler mit 62 Jahren verstorben: Der Schalchenhof in Gstadt war ihr Lebenswerk

Justina Bichler aus Gstadt war mit Leib und Seele Gastgeberin, und sie liebte ihre Katzen. Ihr Favorit: Der rote Kater Xavi
+
Justina Bichler aus Gstadt war mit Leib und Seele Gastgeberin, und sie liebte ihre Katzen. Ihr Favorit: Der rote Kater Xavi

Justina Bichler war bekannt als herzliche Wirtin und in ihrer Heimatgemeinde Gstadt sozial engagiert. Sie erlag einem Krebsleiden und wurde nur 62 Jahre alt. Um sie trauert nicht nur ihre Familie, sondern auch das Team des Gstadter Schalchenhofs, den sie von ihren Eltern übernommen und mit Leidenschaft geführt hatte.

Gstadt – „Aufgrund eines Todesfalles in der Familie bleibt unser Restaurant geschlossen. Da wir ein langjähriger Familienbetrieb sind und sich jede Generation einbringt, haben wir uns aus Solidarität dazu entschlossen, vorerst nur den Hotelbetrieb aufrecht zu erhalten.“ Worte der Trauer, mit der sich das Team des traditionsreichen Schalchenhofs in Gstadt auf seiner Website an die Gäste richtet. Denn Justina Bichler, die beliebte Wirtin vom Schalchenhof, erlag vor knapp einer Woche ihrem Krebsleiden. Seit drei Jahren habe sie gegen die Krankheit angekämpft, ihr Tod sei letztlich doch unerwartet gekommen, schildern ihre Kinder, Jakob und Justina Bichler, der Chiemgau-Zeitung.

Familie und Heimat an erster Stelle

Bichler wurde 1959 in die tüchtige Wirtsfamilie als Tochter von Justina und Jakob Strasser vom Schalchenhof hineingeboren – in der Gegend kennt man ihn auch als Schonerhof, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter hat zurückreichen. Nach dem Besuch der Gollenshausener Volksschule wechselte sie auf das Gymnasium der damaligen Fraueninsler Klosterschule.

Es folgten die Handelsschule in Rosenheim und eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. Anfang der 1990er Jahre übernahm Bichler den elterlichen Landgasthof. Er wurde zu ihrem Lebenswerk. Ihre Familie wuchs um Sohn Jakob und Tochter Justina Sophie, die Enkel Elias und Felizitas komplettierten ihr Glück. „Sie war eine Vollblut-Oma“, sagt Tochter Justina. Das Wohl der Familie und ihrer Liebsten habe sie immer ganz vorne angestellt, resümieren ihre Kinder.

Wer bei Justina Bichler zu Gast war, der war ein König.

Bernhard Hainz, Bürgermeister Gstadt

Sie sei ihrer Heimat tief verbunden gewesen, erzählen die beiden unserer Zeitung. Ihre Liebe zum Detail habe sich in der Gartenarbeit und in ihren Blumenarrangements und der Gestaltung des Landgasthofes widergespiegelt: „Sie hegte und pflegte alles zur eigenen Freude, aber auch der Gäste.“

Lesen Sie auch: Ernstes Risiko: Die Glocken von Gstadt müssen schweigen

Das bestätigt Gstadts Bürgermeister Bernhard Hainz: „Wer bei Justina Bichler zu Gast war, der war ein König.“ Hainz war zu ihrer Beerdigung am Montag gekommen, und zeigt sich auch danach noch tief getroffen vom frühen Tod der Wirtin, die während seiner ersten Amtszeit in den Jahren 2008 bis 2014 als Gemeinderätin tätig war: „Viele weitreichende Entscheidungen, die heute unsere Gemeinde für Einheimische und Gäste schöner macht, hat sie mit getragen“, erzählt Hainz.

Sozial engagiert und für alle da

Bichler sei sehr zuverlässig gewesen, „auf ihre besondere Art immer lustig und lebensfroh“, loyal, kollegial und stets sachlich „in der Gemeinderatsarbeit war ihr Rat oft und gern gefragt“. Tourismus sei eines ihrer Lieblingsthemen gewesen.

Sie war eine Geschäftsfrau, der ihre Angestellten am Herzen lagen. Ihre Zufriedenheit habe für die Verstorbene Priorität gehabt, Gespräche seien stets auf Augenhöhe geführt worden, bestätigt das Schalchenhof-Team unisono. Um ihre italienischen Gäste noch besser umhegen zu können, habe sie sogar einige Wochen in Italien verbracht, um die Sprache zu lernen.

Lesen Sie auch: „Seine Heimatliebe bleibt unvergessen“: Theodor Rasso Freiherr von Cramer-Klett zu Grabe getragen

Auch in die soziale Gemeinschaft brachte sich die Verstorbene trotz ihrer wenigen Freizeit ein: Sie unterstützte vier Jahre den Pfarrgemeinderat von Gollenshausen und war 26 Jahre treues Mitglied in der Frauengemeinschaft der Pfarrei. Auch im Prüfungsausschuss für Hotellerie der IHK engagierte sie sich.

Tiefer Glauben gab ihr Halt

Zu Weihnachten lud sie jahrelang die Kunden der Priener Tafel zu einem großzügigen Festessen ein, die Sternsinger verköstigte sie mit Brotzeiten. Immer ging es familiär zu. Und so war für sie neben ihrer Berufung zur Wirtin die eigene Familie das Maß aller Dinge: Nach Aussage ihrer Kinder genoss sie die Betriebsruhe während des Lockdowns, um die Familie wieder neu wahrzunehmen, um gemeinsam zu essen, und Zeit für die Enkel zu haben.

+++ Todesanzeigen finden Sie auf unserem Trauerportal. Weitere Nachrufe aus der Region finden Sie hier. +++

Pfarrer Andreas Przybylski schilderte die Verstorbene in seinem Requiem in der Gollenshausener Pfarrkirche als „eine bescheidene und fromme Gläubige, für die Kirchgang und Gebet immer äußerst wichtig waren.“ Ihr tiefer Glaube habe ihr, so beschreiben es ihre Kinder, vor allem nach der Krebsdiagnose im Jahr 2018 Halt gegeben: „Die von ihren Eltern erbaute `Schoiner-Kapelle´ war ihr Rückzugsort“. Bichler hinterlässt neben ihrer Tochter, ihrem Sohn und den beiden Enkeln auch ihre Mutter Justina Strasser.

Kommentare