Nachgefragt bei Rosenheimer Dienstleistern

„Katastrophale“ Lage für Taxifahrer: „Die wenigsten Leute trauen sich noch einzusteigen“

Taxifahrer in Rosenheim.
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Herr Dgashi: „Ich bin von der Politik enttäuscht. Dieses Jahr kann man verkraften - das Nächste nicht mehr.“

Rosenheim - Viele Unternehmen leiden massiv unter den Corona-Maßnahmen. Neben vielen Einzelhändlern, Gastronomen und Kulturstättenbetreibern äußern auch viele Dienstleister wie Taxifahrer Existenzängste. rosenheim24 hat lokale Taxiunternehmer zur aktuellen Situation befragt. Die Antworten reichten von „ich bin stinksauer“ bis „es ist wichtig, dass wir gesund bleiben“.

Taxiunternehmer Vadood Kosari empfindet die momentane Lage als „katastrophal“. Mittlerweile sehe sich die Branche mit starken Umsatzeinbußen konfrontiert. Letztes Jahr habe Kosari 6.000 Euro mehr Umsatz gemacht, „aktuell sind es vielleicht etwa 30 Euro am Tag“, so der Unternehmer.


Letztes Jahr hat Kosari noch ein neues Auto in sein Unternehmen investiert, welches er immer noch abbezahlen muss. Zusätzlich kommen monatliche Fixkosten hinzu. Kosari ist „stinksauer“, weil der Staat in seinen Augen zu wenig Unterstützung anbiete. Eine einmalige Zahlung von 9.000 Euro bekam er am Anfang des ersten Lock-Downs, diese reiche aber bei weitem nicht aus. Der Taxifahrer wünscht sich mehr finanzielle Unterstützung vom Staat.

Taxifahrer von der Politik enttäuscht


Auch Taxifahrer Dgashi ist deprimiert. „Ich bin von der Politik enttäuscht. Dieses Jahr kann man verkraften - das Nächste nicht mehr.“ Er verzeichne eigenen Angaben zufolge einen Fahrtenrückgang von bis zu 50 Prozent.

Taxifahrer sind deprimiert: Die Kunden bleiben aus.

Ivana P., Angestellte eines weiteren Rosenheimer Taxi-Unternehmens, vermutet, dass sich viele Bürger die Fahrten aus finanziellen Gründen sparen: „Da Leute weniger Geld haben, achten sie noch mehr darauf.“ Ein weiterer Faktor sei womöglich die Angst vor einer Ansteckung, die jedoch nach Meinung von Ivana unbegründet scheint. Alle Taxifahrer hätten ein funktionierendes Hygienekonzept installiert.

Einschränkungen des Personenverkehrs führen zu Fahrt-Ausfälle

Des Weiteren führt Ivana aus, dass die Einschränkungen des öffentlichen Lebens starke Konsequenzen für die Fahrer haben. Durch die Schließung der Hotellerie, Gastronomie und des Nachtlebens blieben wichtige „Routinefahrten“ aus. Auch der Ausfall des Tourismus in der Region sei ein großes Problem.

Abschließend gibt Taxifahrer Duram zu Bedenken: „Die Politik kann an der Pandemie auch nichts ändern. Es ist wichtig, dass wir alle gesund bleiben.“

Es kann festgehalten werden, dass die Taxi-Branche, wie viele andere Unternehmen auch, unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie massiv leiden. Wie sich die Situation entwickelt, bleibt unklar.

MS/PS

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