Gemeinderat Griesstätt berät am 6. Mai

Wie wird die neue Badeordnung für den Kettenhamer Weiher aussehen?

Das Sprungbrett am Kettenhamer Weiher ist seit vergangenem Jahr gesperrt. Hintergrund ist die Haftungsfrage.
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Das Sprungbrett am Kettenhamer Weiher ist seit vergangenem Jahr gesperrt. Hintergrund ist die Haftungsfrage.

Wer haftet, wenn am Sprungbrett am Kettenhamer Weiher ein Badegast ausrutscht und sich verletzt? Die Gemeinde Griesstätt? Die örtliche Wasserwacht, die hier im Sommer ehrenamtlich Dienst tut? Die Gemeinde hat ein Gutachten in Auftrag gegeben und berät in der Ratssitzung am 6. Mai über die neue Badeordnung.

Griesstätt – Idyllisch präsentiert er sich, der Kettenhamer Badeweiher, Ort der sommerlichen wie winterlichen Begegnung, auch nach über 50 Jahren Badebetrieb dem Besucher.

Von der Kiesgrube zum Treffpunkt im Sommer

Aus der ehemaligen Kiesgrube, die, was die Badeaufsicht betrifft, seit 1967 von der örtlichen Wasserwacht ohne Unterbrechung an den Sonntagen in der Sommersaison betreut wird, ist zwischenzeitlich ein attraktiver Badeplatz mit bester Wasserqualität geworden.

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Pech nur, dass das Sprungbrett, das in verschiedener Ausführung ebenfalls seit fast 50 Jahren am Rand der Liegewiese das Bild des Weihers prägt, seit 2020 gesperrt ist und wohl auch weiterhin gesperrt bleibt. Der Grund: In den vergangenen Jahren gab es deutschlandweit einige schwere Badeunfälle, derer sich Juristen angenommen hatten. Dabei stellte sich heraus, dass die Haftung bei Unfällen teilweise bei den örtlichen Gemeinden verortet wurde und diese zur Verantwortung gezogen worden waren.

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In der Konsequenz blieb der Griesstätter Gemeinde nichts anderes übrig, als sich rechtlich abzusichern. Ein Gutachten wurde in Auftrag gegeben. Dieses ergab, dass zwar weiterhin ein Badebetrieb möglich sein wird, da zumindest tageweise die Badeaufsicht gewährleistet werden kann.

Ohne freiwillige Helfer geht gar nichts

Nun hat sich der Gemeinderat in der kommenden Sitzung am Donnerstag, 6. Mai, mit einer neuen Badeordnung zu befassen, die regeln wird, wie der Badebetrieb grundsätzlich ablaufen wird.

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Damit kommt der örtlichen Wasserwacht eine noch größere Bedeutung zu. Denn ohne die freiwilligen Helferinnen und Helfer, die neben ihrem sonntäglichen freiwilligen Wachdienst zudem regelmäßig für Sauberkeit rund um den Weiher sorgen, Müll und Glasscherben wegräumen, Schilf mähen, Sträucher beschneiden und vieles mehr unauffällig erledigen, sähe es düster aus.

Abgelegener Badeplatz

Das bestätigt auch Jakob Ametsbichler, Leiter der Ortsgruppe Rott/Griesstätt/Hochstätt. Er fürchtet, dass sich künftig Probleme beim Nachwuchs einstellen könnten, wenn Haftungsfragen zu eng ausgelegt würden oder die freiwilligen Helfer rechtlich wie bezahlte Badeaufsichten in Bädern behandelt würden.

Zudem bemängelt er, dass die Deutsche Bädervereinigung die Richtlinien für Badegelegenheiten wie in Kettenham vorgeben dürften. Denn an diesem abgelegenen Platz könnten auch eher unbemerkt Schilder mit Hinweisen beschädigt oder ins Wasser geworfen werden, was dann wieder bei deren Fehlen möglicherweise die Haftungsfrage bei einem Unfall aufwerfe.

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Auch andere Regelungen, wie bei Abgrenzungen im Nichtschwimmerbereich, seien nicht transparent genug oder schwierig einzuhalten. Man darf gespannt sein, wie alles in der neuen Badeordnung umgesetzt wird.

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