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Das sagen Wasserburger Trachtenexpertinnen

Turnschuhe zum Dirndl? Geht gar nicht – oder doch?

Turnschuhe zum Dirndl, wie sie die Frauen auf unserem Symbolbild tragen, das geht gar nicht, darin sind sich Trachtenexpertinnen der Region einig.
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Turnschuhe zum Dirndl, wie sie die Frauen auf unserem Symbolbild tragen, das geht gar nicht, darin sind sich Trachtenexpertinnen der Region einig.

Was zieht Mann oder Frau aufs Wasserburger Frühlingsfest an? Was geht gar nicht, was ist im Trend? Das sagen Trachtenexpertinnen in der Region über Ge- und Verbote beim Volksfestgewand.

Wasserburg – Das Frühlingsfest steht vor der Tür. Endlich, nach zwei Jahren Pause, dürfen die Wasserburger wieder rätselnd vor dem Spiegel stehen und sich fragen: Was ziehe ich an? Und vor allem wie?

Über die Ge- und Verbote beim Dirndl lässt sich streiten, das gibt auch Maria Höhne, neue Vorsitzende des Trachtenvereins „Chiemgauviertler“ Amerang, offen zu. Aber gewisse Dinge sollten sogar von einem Frühlingsfest-Trachtenträger beachtet werden. Ganz wichtig für Höhne: „Das Dirndl sollte eine gewisse Qualität haben.“ Eine Tracht aus Polyester, wie sie oft kurz vor der Wiesn für 25 bis 30 Euro verkauft werde, gehe gar nicht, so Höhne. „Das schaut nicht gut aus.“ Baumwolle sei der Stoff der Wahl. „Eine gewisse Rocklänge ist auch nötig.“ Kniebedeckend oder länger, damit sei die Dirndlträgerin gut angezogen.

Schürzenschleife hat keine Aussagekraft

Zum Thema Turnschuhe zum Dirndl „kann man stehen, wie man will“, meint Höhne vorsichtig. „Für mich als Trachtlerin ist es ein absolutes No-Go.“ Es müsse ja nicht immer gleich ein Trachtenschuh sein, so Höhne, „aber Turnschuhe?“ Schicker sollte es schon sein. „Mit Pumps oder Ballerinas ist man g´scheit angezogen.“ Dann noch eine aufgesteckte Frisur oder zumindest zusammengebundenes Haar, damit es „aufg´rammt“ und Frau fein ist fürs Frühlingsfest.

Übrigens, ob die Schürze rechts oder links gebunden ist, das ist eigentlich egal, wie Höhne verrät. „Das ist ein Modetrend, der vor 40, 50 Jahren aufkam.“ Traditionell habe die Seite, auf der die Schürze gebunden werde, keinerlei Aussagekraft. „Ich binde sie auch immer links, obwohl ich verheiratet bin“, erklärt Höhne. Rechts halte sie die Schleife nicht aus.

Doch wer glaubt, Männer seien von Trachten-Sünden verschont, hat falschgedacht, denn auch hier gibt es laut Höhne ganz klare Verbote. „Ich bin überhaupt kein Fan von den groß karierten Hemden.“ Vor allem rot-weißes Karo sei ihr ein Dorn im Auge. Lieber seien ihr kleine Karomuster oder noch besser gestreifte Hemden. Außerdem ist für sie klar: Mit einem Hemd ist es nicht getan. Ein richtiger Trachtler sollte mehrere in seiner Kollektion haben. „Man geht doch nicht mit dem selben Hemd zum Frühlingsfest und zur Hochzeit“, so Höhne, „wo ist denn da die Wertigkeit?“

Und auch Mann sollte die Turnschuhe lieber zuhause lassen. Ein Haferlschuh, das gehöre einfach dazu, genau wie Hosenträger. „Damit schaut es nach was aus.“

Ganz so streng sieht Sonja Schacherl, Geschäftsleiterin vom Gewandhaus Gruber, die Sache nicht, zumindest nicht bei den Männern. „Ich finde, das ist typabhängig“, so Schacherl. Bei einem verwegenen Mann könne auch die Lederhose ohne Hosenträger gut aussehen. Bei Turnschuhen zieht aber auch sie eine Grenze. „Alles zu seiner Zeit“, meint Schacherl. Zumal es inzwischen ja Haferlschuhe gebe, die einem Sneaker ähneln würden. Und beim Dirndl gehöre ohnehin ein schickerer Schuh dazu.

Aber, gibt Schacherl zu, die Ge- und Verbote seien auch abhängig von der Veranstaltung. „Hier in der Umgebung ist es etwas strenger“, stellt sie fest. Also lieber zweimal prüfen, ob das Hemd auch richtig reingesteckt ist.

Dirndl dieses Jahr traditionell

Wer auch modisch beim Frühlingsfest keinen Fehler machen will, sollte heuer auf gedecktere Farben setzen, meint Höhne. Das bestätigt auch Schacherl. „In diesem Jahr ist alles ganz traditionell.“ Die Dirndl seien hochgeschlossen, gerne auch mit Stehkragen. Glitzer sei nicht im Trend, eher Grün und Blautöne. „Viel Salbeigrün gibt es dieses Jahr, ab und zu mit Rosa vermischt. Allgemein sind die Farben pudriger.“ Modische Statements werden in diesem Jahr mit der Bluse gesetzt, so Schacherl. Häkelblusen seien zum Beispiel sehr beliebt. Auch Ärmel-Dirndl seien dieses Jahr „in“.

Komplett „out“ seien hingegen Lederhosen für Frauen. Vor wenigen Jahren noch der Renner, sind sie heuer gar nicht zu haben. „Es wird auch nicht danach gefragt“, meint Schacherl. Beliebter seien da eher Mieder und Trachtenröcke. Sie persönlich findet das gut. „Im Dirndl, das ist eine der wenigen Gelegenheiten, wo man sich so richtig als Frau fühlen kann.“

Festzug mit über 1 000 Teilnehmern

Über 1 000 Teilnehmer werden sich Mittwoch, 25. Mai, ab 18.30 Uhr vom Altstadtbahnhof in Richtung Festplatz am Badria bewegen, teilt Wolfgang Helmdach vom Wirtschaftsförderungsverband mit. Der Festausschuss des Wirtschafts-Förderungs-Verbandes hat am heutigen Freitag an alle teilnehmenden Gruppen und Vereine die Marschordnung herausgegeben. Sie beinhaltet unter anderem die Zugstrecke. Diese führt vom Altstadtbahnhof (Rampe) auf folgendem Weg zum Festplatz: Weberzipfel, Ledererzeile, Hofstatt, Salzsenderzeile, Marienplatz, Bruckgasse, Rosenheimer Straße, Klosterweg, Dyonis-Reithofer-Straße, Ponschabaustraße, Brunnhuberstraße, Watzmannstraße, Priener Straße, Alkorstraße. Auf allen genannten Plätzen und Straßen kommt es zu kurzzeitigen Sperrungen für den Verkehr. Auch der Stadtbus ist davon betroffen.

Die sechs Züge stellen sich ab 17.30 Uhr an der Rampe auf. Dort findet sich auch das mobile Festbüro, in dem die Vereine die Bierzeichen für ihre Teilnehmer erhalten. Einen Startschuss durch die Böllerschützen wird es heuer in der Altstadt aus Rücksicht auf die Opfer des Krieges in der Ukraine nicht geben. Zugleiter Christian Huber gibt das Kommando für den Abmarsch. Die Böllerschützen geben am Festplatz beim Anzapfen einen kurzen Salut ab.

Mit dabei ist heuer als Ehrengast auch Landrat Otto Lederer. Natürlich dürfen die Festkutschen der Festbrauerei Gut Forsting an der Zugspitze ebenso wenig fehlen wie die Oldtimer am Zugende. Begrüßt und vorgestellt werden alle Gruppen ab 18.45 Uhr in der Hofstatt von Harry Petermann. Im Burgerfeld warten die Marketenderinnen mit einer kleinen, flüssigen Stärkung auf die Zugteilnehmer. Für alle Vereine und Gruppierungen sind im Festzelt Tische reserviert. Gegen 19.30 Uhr wird die letzte Gruppe am Festplatz erwartet. Dann heißt es im Festzelt: O‘zapft is!

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