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Unerwartete Karriere

Fokussiert: Wie ein Wackelkandidat der Priener Mittelschule zum erfolgreichen Geschäftsmann wurde

Fokus und der Glaube an sich selbst sind für Slawik Weber die Hauptgründe für seinen beruflichen Erfolg.
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Fokus und der Glaube an sich selbst sind für Slawik Weber die Hauptgründe für seinen beruflichen Erfolg.

Die Lebensgeschichte von Slawik Weber hat das Zeug dazu, Teenagern und Eltern Mut zu machen. Mut dafür, das Leben selbst in die Hand zu nehmen und einen Hunger auf „mehr“ zu entwickeln. Und Mut dafür, seine Kinder genau zu betrachten, ihre Stärken zu entdecken und ihnen zu vertrauen.

Prien –Die Mittelschulen haben nach wie vor nicht den besten Ruf. Viele Eltern schicken ihre Kinder lieber auf die Realschule oder das Gymnasium, weil sie sich vom Realschulabschluss oder dem Abitur eine bessere Ausgangsposition für die berufliche Karriere ihrer Kinder erhoffen.

Der schulische Start war nicht einfach

Dabei arbeiten in den Mittelschulen oft besonders engagierte Lehrer. Auch das dort praktizierte Klassenleiter-System, bei dem ein Lehrer über Jahre einen Großteil der Fächer betreut und „seine“ Schüler dabei besonders gut kennenlernt, bringt Stabilität.

Diese Unterstützung mag dazu beigetragen haben, dass Slawik Weber (31), der vor rund 20 Jahren keinen leichten Start in der Franziska-Hager-Mittelschule hatte, inzwischen zu einem erfolgreichen Unternehmer geworden ist. Einem Unternehmer, der „sicher deutlich mehr verdient als der Rektor einer Mittelschule“ und der zudem das Fitnessunternehmen gekauft hat, bei dem er einst angestellt war.

Schulischer Erfolg ist zweitrangig

Die Erfolgsgeschichte hat aber auch persönliche Gründe, wie Slawik Weber, der stellvertretende Geschäftsführer des Smartphone-Geschäfts „MyMobile-Service“ betont: „Ja, mei, das ist relativ. Man muss schulisch gar nicht übermäßig gebildet sein, um im Leben etwas zu erreichen.“

Hunger nach mehr als treibende Kraft

Auf Nachfrage wird Weber ein kräftiger Mann mit rötlichem Dreitagebart, der trotz frühherbstlichem Regen und entsprechend kühlen Temperaturen im T-Shirt und kurzen Hosen im Laden steht, deutlicher. „Man muss an sich selbst glauben. Das ist das Wichtigste überhaupt. Und man sollte immer hungrig nach mehr sein. Man braucht diesen Hunger. Wie willst du mehr verdienen als dein früherer Schulrektor oder ein Arzt, wenn du keinen Hunger darauf hast?“

Das Smartphone als Kommunikationsmittel Nr. 1

Fünf Jahre alt war Slawik Weber, als er mit seinen Eltern aus Kasachstan nach Deutschland kam. Deutsch sprach damals keiner in der Familie. Schon längst hört man Weber aber keinen Dialekt mehr an. In seiner Familie spricht man aber immer noch überwiegend Russisch. Aktuell helfen ihm seine guten Russischkenntnisse oft weiter, denn das Smartphone ist für viele Ukrainer, die auf ihrer Flucht vor dem Krieg in Prien gelandet sind, das wichtigste Kommunikationsmittel. Einige davon gehören inzwischen zu seinen Kunden.

Das Smartphone als Droge

Wichtig ist das Smartphone aber nicht nur für die Flüchtlinge. „Die wichtigste Droge der Menschheit ist der Zucker“, so Weber, „und dann kommt gleich das Smartphone!“

Dieser Umstand – und die Tatsache, dass Smartphones relativ häufig kaputt gehen – ist einer der Hauptgründe für den Erfolg des vor sieben Jahren gegründeten Smartphone-Handels und -Reparaturservices, den Weber mit Geschäftsführer und Freund Slawa Bader führt. Auch Bader war früher nicht gerade der beste Schüler auf der Franziska-Hager-Mittelschule...

„Du bist nicht blöd“

Auf die Unterstützung zu Schulzeiten angesprochen, erinnert sich Weber: „Ich bin in der fünften und sechsten Klasse beinahe sitzen geblieben. Aber das war meine Entscheidung.“ Mit Frau Appel habe er dann in der siebten Klasse eine Klassenleiterin bekommen, die ihm wertvolle Impulse gab. „Lehrer machen viel aus. Ganz klar!“ Frau Appel sei es gewesen, die ihm sagte: „Slawik, du musst dir überlegen, was du möchtest. Du bist nicht blöd. Mach was draus!“

Was passiert, „wenn man richtig Bock hat“

Diese Unterstützung nahm Slawik Weber an, wie sein Werdegang beweist. Den Mittelschulabschluss machte er als Klassenbester. Danach legte er noch den Quali obendrauf. Es folgte eine Ausbildung als Metzgereifachverkäufer, die Weber zumindest rückblickend als gut einschätzt, und der Wehrdienst bei der Bundeswehr. Anschließend absolvierte Slawik Weber eine Ausbildung zum „Fitnesscoach“ mit späterer Leitungsposition. Dann die gemeinsam mit Slawa Bader durchgeführte Gründung des Handy-Reparatur-Geschäfts .

„Das kann passieren, wenn einer wirklich Bock hat. Es geht immer nur um den Fokus und den Glauben an sich selber“, so der erfolgreiche Geschäftsmann, der Anfang des Jahres mit seinem Kompagnon einen zweiten Smartphoneshop in Traunstein eröffnet hat.

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Die individuellen Stärken fördern

Für Eltern hat er zum Schluss einen Tipp parat: „Schaut eure Kinder genau an, statt nur stur darauf zu beharren, dass sie mehr lernen sollen. Entdeckt ihre ganz eigenen Stärken und unterstützt sie auf ihrem individuellen Weg.“

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