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Enormes Engagement

Unterlaus feiert 1200-jähriges Bestehen

Pater Baltaraju Banda (Dritter von rechts) und und Diakon Hubert Atzinger (Vierter von rechts) feierten den Festgottesdienst.
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Pater Baltaraju Banda (Dritter von rechts) und und Diakon Hubert Atzinger (Vierter von rechts) feierten den Festgottesdienst.
  • VonManfred Merk
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Mit einem Festgottesdienst feierte die Kirchengemeinde Unterlaus das 1200-jährige Bestehen ihrer Kirche, die dem Hl. Vitus geweiht ist.

Feldkirchen-Westerham – Begleitet von den Fahnenabordnungen des Trachten-, Schützen-und Veteranenvereins, der Feuerwehr und der Landjugend zog Pater Baltaraju Banda mit dem Altardienst zu den Klängen der Höhenrainer Blasmusik in einem kurzen Kirchenzug von der Kirche zum Pfarrheim. Dort, auf der blumengeschmückten Terrasse, war der Altar aufgebaut. Auf dem Vorplatz waren mit den erforderlichen Abständen Stühle und Bänke für die Gläubigen aufgestellt. Als Teil des Leitungsteams des Pfarrverbandes Feldkirchen-Höhenrain-Laus ging Annemarie Biechl in ihrer kurzen Begrüßung auf die Historie ein.

Friduperth Graman errichtet die Kirche

821 wurde Unterlaus zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ein Friduperth aus der Graman-Sippe hatte in Laus eine Kirche errichtet und bat Bischof Hiddo, dieselbe zu weihen. Es war damals üblich, dass solche Bitten mit der Stiftung der Kirche einhergingen. Oftmals waren diese Stiftungen auch noch mit Grundbesitz und anderen Gütern ausgestattet. Aus diesem Grunde sind auch noch eine Reihe von Miterben des Friduperth erwähnt, weil sie ja dem Verzicht auf ihr Erbe zustimmen mussten.

Selbstverständlich steht die Kirche nicht in den Mauern von 821 da. Aus einem spätgotischen Tuffsteinbau ist sie 1725 barockisiert und noch viele Male renoviert worden. Zuletzt mit großem Aufwand von 2000 bis 2002 unter dem verstorbenen Kirchenpfleger Hans Gruber. Auch sein Nachfolger, Hans Stahuber, sichert mit enormem Engagement den Fortbestand der Kirche St. Vitus.

Marienkirche und Peter- und Paul Kirche

Zu Laus haben zwei weitere Kirchen gehört – die Marienkirche in Elendskirchen und die Peter und Paul-Kirche am Hofberg. Letztere ist 1803 der Säkularisation zum Opfer gefallen.

Unterlaus gehörte zur Hofmark Höhenrain, aber zur Pfarrei nach Aying. Von damals stammt auch noch der Spruch „Laus, Peiß, Haar (Dürnhaar)- ois oa Pfarr.“ Es musste also immer der Kooperator von Aying zu Fuß und bei jedem Wetter, auch im Winter, zwei Stunden nach Laus gehen, um den Gottesdienst zu halten, um Kinder zu taufen oder wenn jemand die Sterbesakramente wollte. Dabei kam er des Öfteren zu spät.

Die Lauser Gläubigen wollten „da in Hinsicht auf das geistliche Wohl der Gemeindemitglieder nur große Unordnung herrschte“ diese Situation also nicht mehr länger hinnehmen, legten zusammen und kauften 1733 um 500 Gulden den jetzigen Herrnbauernhof in Krügling als Pfarrhof. Damit haben sie sich bei der Obrigkeit einen eigenen Pfarrer erwirkt und Laus wurde zur Expositur erhoben.

Interessantes und Tragisches

Erst 1959 war die Umpfarrung der Expositur Laus von Aying nach Großhöhenrain und wahrscheinlich wurde Laus da auch zur Kuratie.

Anfang November 2010 wird Höhenrain und Laus mit Feldkirchen zu einem Pfarrverband zusammengelegt und am 6. Oktober 2019 hat Bischof Wolfgang Bischof im Pfarrverband Feldkirchen, Höhenrain, Laus das erste kollegiale Leitungsteam für die Region Süd als Projekt installiert.

Zur Geschichte dieser 1200 Jahre gäbe es noch ganz vieles Interessantes und Amüsantes, aber auch Tragisches zu sagen.

In seiner Predigt ging Pater Banda auf das Haus Gottes als den Mittelpunkt des Ortes, aber auch unseres Lebens ein. „Wir alle sind lebendige Steine der Kirche und sind dankbar den vielen Generationen vor uns, die nicht nur die Kirche erhalten, sondern uns den Glauben weitergegeben haben bis in unsere Zeit. Eine farbige, lebendige Gemeinde feiert ihr Fest, feiert „ihre“ Kirche.“ Ein Dank vom Pfarrgemeinderats-Vorsitzenden Alfred Widmann an alle Beteiligten beschloss den Gottesdienst, der von der Blasmusik Höhenrain unter der Leitung von Ludwig Lusky mit der Schubertmesse feierlich umrahmt wurde. Unter den Bedingungen von Corona, so war man sich einig, war es ein würdiges Fest.

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