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Fünf Millionen Euro Rücklagen: Interview mit dem Ortschef

Bürgermeister Bernhard Hainz zieht Bilanz: Trotz Corona ein gutes Jahr für Gstadt

Derzeit noch in Gollenshausen amtiert Bürgermeister Bernhard Hainz mit den Bürgermeister-Kollegen Anton Baumgartner und Armin Krämmer sowie der gesamten Verwaltung, bis der Umbau des Rathauses der Verwaltungsgemeinschaft in Breitbrunn abgeschlossen ist.
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Derzeit noch in Gollenshausen amtiert Bürgermeister Bernhard Hainz mit den Bürgermeister-Kollegen Anton Baumgartner und Armin Krämmer sowie der gesamten Verwaltung, bis der Umbau des Rathauses der Verwaltungsgemeinschaft in Breitbrunn abgeschlossen ist.

Gstadt – Auch wenn Corona nach wie vor der alles beherrschende Faktor ist, Bernhard Hainz, langjähriger Bürgermeister von Gstadt, zeigt sich im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen zufrieden mit dem vergangenen Jahr. Und auch wenn pandemiebedingt keine Bürgerversammlung stattfinden konnte, will er doch die Gstadter Bürger über wichtige Zahlen und Daten informieren.

Sophia Staller vom Team der Tourist Info Gstadt steuerte die Zahlen für den Tourismus bei, Kämmerer und Geschäftsleiter Thomas Wagner die Haushaltszahlen.

Herr Hainz, immer wieder hört und liest man, dass durch Corona vor allem die Tourismusbranche gelitten hat. Gilt das auch für Ihre Gemeinde?

Bürgermeister Bernhard Hainz: Für 2020 kann man das schon sagen, für das vergangene Jahr schon nicht mehr. Die Gäste- und Übernachtungszahlen vor allem in den Monaten Juni bis weit in den November hinein haben uns im Vergleich zu 2019 höhere Zahlen an Tages- und Übernachtungsgästen beschert. Aufs ganze Jahr verteilt waren es allerdings über gut 3800 Gäste weniger und auch bei den Übernachtungszahlen mussten wir ein Minus von gut 8800 hinnehmen. Alles in allem würde ich aber dennoch sagen, dass wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind. Und das haben wir den Vermietern und unserem Team zu verdanken, unsere Gäste fühlen sich wohl und kompetent betreut. Überhaupt haben wir hier einiges auf die Beine gestellt, sei es die touristische Beratung, die sich nicht nur aufs Festland, sondern auch für Fahrten auf die Inseln erstreckt, seien es die vielen Ausstellungen oder die Möglichkeit, sich mit der Kurkarte Kartenmaterial oder Walking Sticks zu leihen - das alles zahlt sich vielleicht dadurch aus, aber natürlich können wir mit unserer schönen Umgebung punkten.

+++ Hier geht‘s zur OVB-Themenseite Gstadt +++

Können Sie die positiven Zahlen auch im Haushalt ausmachen?

Hainz: Oh ja, im Juni haben wir im Gemeinderat den Haushalt besprochen, und schon damals hat Geschäftsleiter Thomas Wagner den Haushalt als sehr, sehr positiven Haushalt beschrieben. Unser Haushaltsplan hat ein Gesamtvolumen von rund 8,4 Millionen Euro, seit vielen Jahren sind wir schuldenfrei. Und in 2021 haben die Schlüsselzuweisungen in Höhe von 313.000 Euro und die erstmalig erhobene Zweitwohnsteuer mit 250.000 Euro viel zum guten Haushalt beigetragen. Aber wir haben äußerst vorsichtig geplant wegen Corona. Wir haben gegenüber dem Vorjahr im Verwaltungshaushalt knapp über 40 Prozent beziehungsweise rund 1,6 Millionen Euro mehr angesetzt und im Vermögenshaushalt über 121 Prozent beziehungsweise über 1,6 Millionen Euro mehr. Und über die Jahre haben wir vorausschauend Rücklagen – aktuell gut fünf Millionen Euro – gebildet.

Was hat Sie im vergangenen Jahr am meisten gefreut?

Hainz: Da gibt es einige Punkte. Erstens, dass wir von unserer Nachbargemeinde Breitbrunn bei der Trinkwasserversorgung so gut unterstützt wurden, denn Wasser ist für alle wichtig. Dann der Barfußweg, den unser Bauhof in Eigenregie am Kräutergarten gebaut hat. Für mich einer der schönsten Plätze am Chiemsee, genauso wie die große Blumenwiese, die nur zweimal im Jahr gemäht wird. Und dass wir am Maierholz endlich ein Neubaugebiet bekommen. Da haben wir uns im Gemeinderat auf zehn Wohneinheiten geeinigt, die für Einheimische entstehen sollen. Und nicht zu vergessen der vorhabensbezogene Bebauungsplan, der für eine Verkehrsberuhigung am Seeplatz gesorgt hat: In meinen Augen das Beste fürs Dorf und für den Tourismus. Auch dass wir mit dem therapeutischen Internat Mattisburg (diesen Monat soll es im mit dem Um- und Anbau losgehen, Anm. der Red.) und der Björn-Schulz-Stiftung zwei großartige Möglichkeiten haben, Kindern und Familien, mit denen es das Schicksal nicht so gut meint, Gutes in unserer großartigen Umgebung zukommen zu lassen.

Also alles im grünen Bereich?

Hainz: Ach, da haben wir schon noch einige weniger erfreuliche Punkte. Unsere Kirche ist stark sanierungsbedürftig, da wollen und müssen wir als Gemeinde mit 50.000 Euro finanziell mithelfen, denn die Kirche gehört zum Dorf. Und ich hätte schon gerne - wie jedes Jahr - mich mit den Bürgern gern mehr ausgetauscht, sei es im Gespräch, in der Bürgerversammlung oder bei den vielen Veranstaltungen, bei denen man sich zwanglos über dies und das austauschen kann und so mitkriegt, wo der Schuh gerade drückt. Umso mehr blicke ich mit Zuversicht auf dieses Jahr, wo es hoffentlich wieder zu mehr Begegnungen kommt.

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