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Umgestürzte Linde zerstört Kapelle bei Soyen

"Es fühlte sich an, als würde jemand aus der Familie sterben"

Die Linde hat beim Einsturz ausgerechnet die alte Kapelle neben sich begraben.
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Die Linde hat beim Einsturz ausgerechnet die alte Kapelle neben sich begraben. Rechts ein Bild aus dem Archiv.

Soyen - Eine hunderte Jahre alte Linde ist urplötzlich umgestürzt, still und leise mitten in der Nacht - und begrub die beliebte Lindenkapelle in Öd bei Soyen unter sich. Lediglich zwei Mauern blieben stehen. Wie geht es jetzt weiter?

"Es war ein Schock, als wir die Tragödie am Morgen entdeckten, das fühlte sich für mich an, als würde jemand aus der Familie sterben", beschreibt Otti Huber ihre Gefühlslage, nachdem sie den Sturz der rund 600 Jahre alten Linde realisiert hatte. Der Stammumfang des Baumes betrug rund sieben Meter, die Linde stellte ein wertvolles Biotop für Tiere aller Art dar. 

"Wir wussten innerlich, dass der Moment irgendwann kommt", erklärt Otti Huber weiter. "Der Baum hätte eigentlich längst gefällt werden müssen wegen der Sicherheit, aber in Absprache mit dem Landratsamt durften wir die alte Linde, die mitten auf einer Wiese stand, der Natur überlassen." 

Linde zerstörte Kapelle vollständig

Unglückliches Schicksal, dass die Linde nun ausgerechnet die Kapelle mit in den Tod riss. Die im Jahr 1749 direkt neben der Linde erbaute Kapelle wurde unter dem mächtigen Baum begraben und bis auf zwei Mauern vollständig zerstört. Es war ein kleines Naturdenkmal und bei den Hiesigen auch unter dem Namen "Singerlinde" bekannt, nach dem Erbauer Wolfgang Singer. 

Bekannt sind Kapelle und Baum wegen der "Hubertus-Messe", zu der die Soyener Jagdhornbläser jedes Jahr im Sommer einladen und die schon mal bis zu 400 Leute besuchen

"Wir lassen uns nicht unterkriegen!" 

Auch für den Soyener Bürgermeister Karl Fischberger ist es tragisch, was auf der Wiese in Öd passiert ist: "Baum und Kapelle waren sehr landschaftsprägend, die Linde hätte ja auch auf die andere Seite stürzen können auf die freie Wiese. Ich hoffe sehr, dass sie zumindest saniert oder wieder aufgebaut werden kann." 

An Sanierung sei zwar nicht zu denken, dafür sei die Kapelle zu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Für Josef und Otti Huber, auf deren Grund Baum und Kapelle standen, gibt es aber nur eine Möglichkeit: Die Kapelle werde wieder aufgebaut und eine neue Linde gepflanzt

"Wir lassen uns nicht unterkriegen - auch wegen der vielen Unterstützung von Nachbarn und Bekannten wuchs unsere Motivation wieder", staunt Otti Huber über die Hilfsbereitschaft. So habe sich der Revierjäger in dem Gebiet bereit erklärt in seiner Funktion als Maurermeister die Kapelle wieder aufzubauen. Die Jagdhornbläser wollen schon bald eine neue Linde pflanzen. "Es soll alles wieder so werden, wie es ursprünglich war", sagt Otti Huber lachend.  

Aus Sicherheitsgründen das Absperrband beachten

Bis Mitte Mai soll das Totholz auf der Wiese abtransportiert werden. Bis dahin hat Otti Huber eine große Bitte: Der Bereich sei zwar von der Gemeinde abgegrenzt worden, aber sie möchte aus Sicherheitsgründen, dass niemand auf dem alten Baum herumklettert und es zu einem Unfall kommen könnte. 

Im Jahreskalender der Soyener Jagdhornbläser ist die "Hubertus-Messe" in Öd für den 19. August 2018 eingeplant - die 25. Messe wäre in den Augen von Otti Huber ein "schönes Jubiläum, um die neue Kapelle mitsamt einer Ersatzlinde einzuweihen". 

mb

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