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Einzelhandel sorgt sich wegen Teil-Lockdown

Sabrina Obermoser vom Rosenheimer City-Management: Per Impfung aus dem Corona-Teufelskreis

Will mit dem Kerzenscheinbummel eine vorweihnachtliche Atmosphäre in der Stadt verbreiten: Sabrina Obermoser, Geschäftsführerin des City-Managements Rosenheim.
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Will mit dem Kerzenscheinbummel eine vorweihnachtliche Atmosphäre in der Stadt verbreiten: Sabrina Obermoser, Geschäftsführerin des City-Managements Rosenheim.

Rosenheim – Der Teil-Lockdown, der seit Donnerstag (25. November) aufgrund der hohen Corona-Inzidenz gilt, hat auch den Einzelhandel zu Beginn des Vorweihnachtsgeschäfts kalt erwischt. Die Geschäfte bleiben zwar geöffnet, dennoch gibt es Einschränkungen. Wie geht der Einzelhandel damit um?

Wie sich die Maßnahme zur Eindämmung auf die Unternehmen auswirkt und wie sich eventuell gegensteuern lässt, darüber hat Sabrina Obermoser vom City-Management mit den OVB-Heimatzeitungen gesprochen.

Wir stecken mitten in der vierten Welle. Wie geht es den Rosenheimer Einzelhändlern?

Sabrina Obermoser: „Der Einzelhandel blickt auf die umsatzstärksten Tage vor Weihnachten aufgrund der aktuellen Situation natürlich mit Sorge. Man ist dankbar, dass der Einzelhandel dieses Mal nicht vom Lockdown direkt betroffen ist und die Geschäfte weiterhin geöffnet haben. Dennoch herrscht die Sorge, wie sich das Geschäft entwickelt, wenn die Gastronomie und andere Dienstleister geschlossen halten müssen.“

Seit Donnerstag hat die Gastronomie geschlossen. Viele Menschen zieht es gerade deshalb in die Stadt. Befürchten Sie einen Einbruch der Umsatzzahlen?

Obermoser:„Die Frequenz ist in den letzten Tagen schon zurückgegangen. Wie schon in den vergangen Teil-Lockdowns, muss ich mich leider wiederholen, dass die Innenstadt nur dann floriert, wenn alle Branchen gemeinsam geöffnet haben, die wie Zahnräder ineinandergreifen. Im Moment gerät dies natürlich ins Stocken. Niemand erwartet in diesem Jahr Umsätze wie in 2019.“

Welche Erwartungen haben Sie und die Einzelhändler an das Weihnachtsgeschäft?

Obermoser: „Der Einzelhandel ist gut aufgestellt und hat das Hygienekonzept nun schon lange erprobt. Studien zeigen, dass der Einzelhandel kein Infektionsherd ist. Wenn man das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnt und die lokalen Geschäfte unterstützt, hoffen gerade die Fachgeschäfte auf ein gutes Weihnachtsgeschäft. Aber die Erwartungen sind natürlich gegenüber normalen Jahren gedämpft.“

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Wie haben die Rosenheimer Einzelhändler auf die Kundenbegrenzung reagiert und wird diese Auflage umgesetzt?

Obermoser: „Aktuell herrscht kein Gedränge in den Innenstadtbetrieben, weshalb dem Kunden meist mehr Quadratmeter zur Verfügung stehen, als es die Vorschrift gebietet. Da weder eine 2G- oder 3G-Regel im Handel herrscht, ist das Einkaufen auch unkompliziert für den Kunden.“

Gibt es die Befürchtung, dass der Einzelhandel mit Blick auf die steigenden Inzidenzzahlen auch schließen muss?

Obermoser:„Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen die Regierung treffen wird, um das dynamische Geschehen einzubremsen. Wer hätte im Sommer erwartet, dass wir im November wieder in einem Teil-Lockdown sind? Daher kann man hierzu keine Aussage treffen.“

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Können Sie den Lockdown nachvollziehen?

Obermoser: „Es ist wichtig, dass Maßnahmen zur Eindämmung getroffen worden, wenn man die aktuelle Lage in den Krankenhäusern kennt. Was sich nun im privaten Umfeld unkontrolliert zuträgt, im Gegensatz zur Gastronomie, die gute Hygienekonzepte hatte, wird wohl erst in ein paar Wochen deutlich. Es ist wichtig, dass wir Kontakte nun reduzieren und die Impfbereitschaft in der Region steigt, sonst werden wir diesen Teufelskreis wohl nie durchbrechen.“

Am heutigen und an den kommenden Freitagen laden Einzelhändler zum Kerzenscheinbummel ein. Ein richtiges Signal in diesen Zeiten?

Obermoser: „Die Händler haben sich zusammengeschlossen um eine angenehme Atmosphäre in der Stadt zu verbreiten. Ein wenig auf Weihnachten einzustimmen und Zuversicht zu verbreiten. Die Stimmung in der Bevölkerung ist sehr gedrückt, dennoch steht die Adventszeit, die schönste Zeit des Jahres bevor. Das soll in dieser Zeit der schrecklichen Nachrichten nicht untergehen.“

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Befürchten Sie aufgrund der momentanen Situation weitere Leerstände?

Obermoser: „Die Rosenheimer Innenstadt ist bislang verhältnismäßig gut durch die Zeit gekommen. Einige Objekte befinden sich in längeren Umbauphasen, weshalb hier größere Leerstandslücken entstanden sind. Es freut uns jedoch, dass Rosenheim nach wie vor ein gefragter Standort ist und sich neue Einzelhändler in Rosenheim ansiedeln werden. Wenngleich es natürlich bitter ist, wenn etablierte Geschäfte schließen.“

Wissen Sie schon, wie es um die staatlichen Finanzhilfen für die geschlossene Gastronomie steht?

Obermoser:„Es ist ja nicht nur die Gastronomie, sondern die gesamt Freizeitwirtschaft geschlossen, das darf nicht vergessen werden. Die Steuerberater, sowie die Industrie- und Handelskammer Oberbayern-München sind hier wieder gefragt, die Überbrückungshilfen weiterhin abzuwickeln.“

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