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Prien will für Blackout vorsorgen

Schule könnte als „Leuchtturm“ dienen, falls wirklich länger der Strom ausfällt

Die Franziska-Hager-Schulen werden derzeit in Prien als helle, warme Sammelstelle geprüft, in der bei einem eventuellen Blackout die Fäden zusammenlaufen.
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Die Franziska-Hager-Schulen werden derzeit in Prien als helle, warme Sammelstelle geprüft, in der bei einem eventuellen Blackout die Fäden zusammenlaufen.

Wie ginge es den Prienern, wenn sie mehrere Tage keinen Strom hätten? Wo es im Fall der Fälle warm und hell bleiben soll und wie es mit der Wasserversorgung steht

Prien – Die Marktgemeinde Prien bereitet sich auf einen Blackout vor. Die Wahrscheinlichkeit für solch einen tagelangen Stromausfall sei aber gering, betont Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG). „Wir sind eingebunden in das europäische Stromnetz. Alle Länder sollen gemeinsam das Netz stabil halten und sich gegenseitig aushelfen.“

Gemeinden sollen „Leuchtturm“ bilden

Bei einer Blackout-Besprechung am Donnerstag habe man aber grundsätzlich besprochen, wie die Gemeinde im Fall der Fälle vorgeht. „Der Rosenheimer Kreisbrandrat und Katastrophenreferent Richard Schrank hält die Gemeinden an, Vorsorge zu treffen“, schilderte Friedrich Donnerstagabend während der jüngsten Gemeinderatssitzung. Gemeinden sollten einen „Leuchtturm“ bilden, der im Katastrophenfall als eine Art Zentrale funktioniere.

Hell und warm in der Schule

Prien prüft dafür jetzt die Franziska-Hager-Mittelschule. „In dem sogenannten Leuchtturm, der Schule, soll es warm und hell sein, wenn im ganzen Ort der Strom ausgeht“, erläuterte der Bürgermeister im Gemeinderat. Gegenüber der Chiemgau-Zeitung beschreibt er, was dort geschehen soll. „In der Schule und über Funkgeräte sollen die Bürgerinnen und Bürger alles Wichtige erfahren. Auch wenn eine ärztliche Versorgung gebraucht wird, meldet man das in der Schule. Und gebrechliche Leute, die zuhause frieren müssten, würden hier einen warmen Ort vorfinden“, so Friedrich.

Das wichtigste Gut, sauberes Wasser, sei für ein bis zwei Wochen gesichert. Von den jährlich 900.000 Kilowattstunden Strom (siehe Infokasten), den Gemeindeeinrichtungen verbrauchten, gehe etwa die Hälfte in die Wasserversorgung. Damit sauberes Wasser in die Wohnungen kommt, betreibt das gemeindeeigene Wasserwerk zahlreiche elektrische Pumpwerke. „Diese sind im Notfall durch Notstromaggregate gesichert.“

Das Abwasser „weiterschieben“

Schwieriger sei die Abwasserentsorgung: Deren Pumpen hätten zum Teil keine fest eingebauten Notstromaggregate. Friedrich: „Diese würden wir dann regelmäßig mit mobilen Aggregaten anfahren und so versuchen, das Abwasser in den Rohren weiterzuschieben.“ Ein Problem hätten Haushalte mit eigenen elektrischen Abwasser-Hebeanlagen. Dort würde dann durch das Drücken der Klospülung bald die Kloschüssel übergehen.

„Auch Solarstrom vom Wohnhausdach fällt bei einem Blackout aus, außer man hat eine Anlage mit Batterie“, ergänzte Leonhard Hinterholzer (Grüne). Der Priener Energiereferent und Inhaber einer Solartechnikfirma weiß aus eigener Erfahrung: „Kurzfristig kann man da auch nicht nachrüsten, weil man weder die Handwerker noch alle Teile kriegt.“

Kerzen bereitlegen, aufeinander schauen

Als ersten Schritt in puncto Eigenvorsorge sieht er als sinnvoll an, sich in der Wohnung einen Platz mit Feuerzeug oder Taschenlampe einzurichten, damit man es wenigstens schnell hell habe. Andreas Friedrich rät, sich außerdem einen Campingkocher zu kaufen, um fürs Babyfläschchen Wasser erwärmen oder eine Dose Ravioli erhitzen zu können. Wenig sinnvoll sei, wenn sich jetzt jeder ein Notstromaggregat kaufe. „Man kann bei einem Blackout ja auch nicht mehr Benzin bei der Tankstelle holen.“

Am wichtigsten sei, so betonen beide Gemeindepolitiker, Ruhe zu bewahren. Leonhard Hinterholzer findet gut, dass die Gemeinde einen Sammelplatz festlegt. „Dann weiß man, wo man hingehen kann. Radio hören geht außerdem vom Auto aus.“ Noch wichtiger sei, Menschen, die nicht mobil sind, zu informieren und kurzum: aufeinander zu schauen.

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