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Schnell und unbürokratisch helfen

Neu gegründeter Bürgerhilfeverein Prien will Anfang 2022 seine Arbeit aufnehmen

Die Einsatzleiterin geht mit gutem Beispiel voran: Rosi Hell hilft einer älteren Prienerin beim Fensterputzen.
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Die Einsatzleiterin geht mit gutem Beispiel voran: Rosi Hell hilft einer älteren Prienerin beim Fensterputzen.

Ältere Menschen, die nicht mehr so beweglich sind, Alleinerziehende, die zum Elternabend müssen, Kranke, die zum Arzt müssen: Das sind typische Fälle, bei denen der Bürgerhilfeverein Prien helfen will. Nach der Gründung im Herbst organisiert er sich gerade. Die ersten Helfer stehen schon bereit.

Prien – Das soziale Netz in der Marktgemeinde ist von jeher eng geknüpft. Trotzdem fallen Bürger durchs Netz, die keine Hilfe bekommen haben. Deshalb hat sich im Herbst ein neuer Verein gegründet: „Hilfe für Bürgerinnen und Bürger Prien am Chiemsee“, so der etwas sperrige Name. Sein Credo: Schnell und unbürokratisch helfen, wo er gebraucht wird.

Die Vereinsgründung hatte einen ganz pragmatischen Hintergrund: Hilfsorganisationen wie Caritas, Diakonie oder Arbeiterwohlfahrt sind oft in einem bürokratischen Rahmen gefangen, der sie bremst, wenn es eigentlich schnell gehen müsste, weil jemand nach Hilfe ruft. „Ein niederschwelligeres Angebot gab es in Prien noch nicht“, erklärt Fritz Seipel den Ansatz des Vereins. Der 71-Jährige hatte bei der Gründungsversammlung im September das Amt des Ersten Vorsitzenden übernommen.

Helfer sind beim Verein versichert

Dieser Tage hat er die erste Vorstandssitzung geleitet und konnte gute Nachrichten verkünden. Die Gemeinnützigkeit sei anerkannt und auch sonst seien die bürokratischen Hürden der Gründung genommen. Das hat ganz wichtige Konsequenzen. So sind Helferinnen und Helfer ab sofort unter dem Dach des Vereins haftpflichtversichert, auch wenn sie keine Mitglieder sind.

Acht Damen und Herren standen nach der Gründungsversammlung bereits als potenzielle Helfer auf der Kontaktliste der Zweiten Vorsitzenden Rosi Hell. Die Marktgemeinderätin übernimmt die Funktion der Einsatzleiterin. Sie fungiert also als Schnittstelle zwischen Hilfesuchenden und Helfern. Hell hofft insbesondere darauf, dass sich handwerklich geschickte Männer melden, die anpacken können, wenn zum Beispiel Senioren Reparaturen aus körperlichen Gründen nicht mehr selber schaffen. „Teenager zum Kindsen“ hätte Hell auch gern auf ihrer Kontaktliste, sagte sie im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen.

Die Einsatzleiterin arbeitet gerade daran, das soziale Netz noch enger zu knüpfen, um für möglichst viele Notlagen von Hilfesuchenden Lösungen anbieten zu können. So hat sie sich dieser Tage bereits mit ihrer „Kollegin“ Claudia Haringer, der Einsatzleiterin der Nachbarschaftshilfe Rimsting, ausgetauscht und ein Treffen mit dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) vereinbart.

Die ersten Anfragen von Hilfesuchenden seien schon eingegangen, berichtet Seipel im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Ab Januar soll es richtig losgehen. Mit den Verantwortlichen im Rathaus ist der Verein im Gespräch, um dort eine zentrale Rufnummer für Hilfesuchende einzurichten, die dann an die Einsatzleitung weitergeleitet wird.

Vorsitzender Fritz Seipel wünscht sich bis Ende 2022 100 Mitglieder.

Seipel bereitet außerdem gerade mit Hilfe des früheren Marktgemeinderats Thomas Ganter einen Flyer vor, der demnächst in Umlauf kommen und für die gute Sache werben soll. Seipel ist durchaus optimistisch, dass sich genug Prienerinnen und Priener finden, die sich in den Dienst der guten Sache stellen. Zwar finden sich oft die gleichen Namen in den Listen der Aktiven von Priener Vereinen, aber zu ihnen gibt es einen Unterschied: Helfer, die sich freiwillig zur Verfügung stellen, müssen nicht Mitglied im Verein sein und sind trotzdem unter seinem Dach versichert, betont der Vorsitzende. Nach seiner Einschätzung gibt es heutzutage immer öfter Menschen, die sich zwar sozial engagieren, aber nicht mehr fest binden wollen. Genau diese Klientel spricht der Verein mit Einsätzen nach individueller Absprache an.

24 Euro kostet der Jahresbeitrag

Für die Mitgliederentwicklung hat der Vorsitzende eine klare Zielsetzung. Bis zum Jahresende 2022 möchte er die 100er-Marke knacken, sagte er im Gespräch mit der Redaktion. Bei der Gründungsversammlung hatten 25 der gut 40 Anwesenden ihre Bereitschaft signalisiert, für 24 Euro Jahresbeitrag dem Verein beizutreten. Sie seien jetzt schriftlich kontaktiert worden, so der Vorsitzende.

Der Verein will sich das enge soziale Netz Priens bei seiner Arbeit zunutze machen. Deshalb sitzen im Beirat, der erweiterten Vorstandschaft, Vertreter der Sozialverbände Arbeiterwohlfahrt (AWO), Caritas, Diakonie, des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SkF), der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde sowie der Marktgemeinde.

Seipel sieht vielfältige Einsatzmöglichkeiten, wo freiwillige Helfer andere Menschen in der Marktgemeinde unterstützen können. Er betont aber auch, dass der Verein keine Konkurrenz zu bestehenden, auch kommerziellen Angeboten wie Taxifahrern oder Putzfirmen schaffen wolle.

Der Vorsitzende und seine Mitstreiter haben aber auch schon eine lange Liste möglicher Tätigkeitsbereiche angelegt – von Einkaufsfahrten über die Begleitung bei Spaziergängen bis zu kleinen Reparaturen.

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