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Radfahren liegt im Trend - Corona bremst Handel aus

Keine Bikes mehr? So sehen Verkäufer und Händler aus Wasserburg, Haag und Raubling die Situation

Der Trend geht zum Fahrradfahren – aber beim Kauf hakt es manchmal.
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Der Trend geht zum Fahrradfahren – aber beim Kauf hakt es manchmal.

Die Nachfrage an Fahrrädern, besonders an E-Bikes und Pedelecs ungebrochen. Allerdings bremsen die coronabedingten Lieferschwierigkeiten den Handel aus. Ersatzteile sind nur schwer zu bekommen. Wir haben nachgefragt, wie es bei den Fahrradherstellern- und verkäufern vor Ort aussieht.

Wasserburg/Haag/Raubling – Fahrradfahren liegt im Trend. Besonders seit Corona sind viele auf den Geschmack gekommen und haben auf den Drahtesel umgesattelt. Von 2015 bis 2019 ist der Umsatz im Einzelhandel mit Fahrrädern, Sport- und Campingartikel um 30 Prozent angestiegen, allein von März auf April 2020 um über zwölf Prozent, meldet das Statistische Bundesamt.

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Besonders E-Bikes und Pedelecs sind heiß begehrt. Während der Pandemie wurden in Deutschland vermehrt elektrische Fahrräder gekauft. Anfang 2021 standen in privaten Haushalten rund 1,2 Millionen Stück zur Verfügung, das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit besäße rund jeder achte Haushalt mindestens ein E-Bike, so das Statistische Bundesamt.

Lange Wartezeiten für die Kunden

Doch egal ob Mountain,- Trekking- oder E-Bike – an Fahrräder ist schwer ranzukommen. Zumindest müssen Käufer mit langen Wartezeiten rechnen. Das bestätigt auch Johanna Huber-Daschner von der Fahrradwelt Huber in Wasserburg. „Die Gesamtsituation ist sehr schwierig“, erzählt die Geschäftsleiterin.

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In ihrem Betrieb wären um die 500 Räder vorhanden, diese seien bereits im Frühjahr bestellt worden. Damit sei das Lager um etwa 25 bis 30 Prozent belegt. Etwa 2.000 Bikes wurden für die kommende Saison 2022 geordert. „Aber was davon bei uns ankommt, wissen wir noch nicht“, erklärt sie.

Besonders problematisch sei es, Ersatzteile zu bekommen. „Wenn wir Ware bestellen brauchen, wissen wir nie, wie lange es letztendlich dauert“, so Huber-Daschner.

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Ein weiteres Dilemma entstehe meist, wenn Kunden kein „Rad von der Stange“ wollen. „Stärkere Feder, Sportsattel, andere Farbe. Ich habe einen Kunden, der hat sich sein Rad quasi selbst zusammengestellt. Das war vor sechs Monaten. Wir müssen hoffen, dass sein Bike im Frühjahr kommt“, bedauert die Geschäftsleiterin. Dennoch gehe der Trend „ganz klar“ in Richtung Radfahren. Dabei würden viele Kunden auch tiefer in die Tasche greifen und Bikes „im höherpreisigen Segment“ kaufen.

Dass der Trend momentan ungebrochen“ ist, bestätigt auch Bernhard Gruber, Geschäftsinhaber von Bike Service Gruber in Haag. „Seit 14 Jahren verkaufe ich Fahrräder, davon 80 Prozent E-Bikes“, erzählt er. Doch auch er habe mit den Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. „Wir haben für das kommende Jahr 2022 rund 700 Räder bestellt. Damit ist unser Lager voll. Allerdings habe ich die Ware teilweise schon vor anderthalb Jahren angefordert. Dass ich so weit im Voraus bestellen muss, gab es noch nie“, sagt der Geschäftsinhaber.

Zudem seien die Preise heuer um rund zehn Prozent gestiegen, das liege laut Gruber an den höheren Kosten für Transport und Ersatzteile wie Bremsen, Beläge, Ketten, Reifen und Schläuche. Ein Pedelec, das vor der Erhöhung für 2.500 Euro zu haben war, koste jetzt rund 2.800 Euro.

Der einzige Vorteil für Gruber: „Dadurch dass die Ware nicht auf einmal kommt, sparen wir Lagerfläche. Wir bekommen die Ware, montieren und verkaufen sie. Das spart Platz.“

Produzenten kommen nicht hinterher

Für Gruber steht fest: Durch die Coronakrise würden die Produzenten in Fernost nicht mehr hinterherkommen. Die Nachfrage sei groß. Allerdings wisse er nicht, wie lange dieser Boom noch andauere. „Es macht mir schon ein bisschen Bauchschmerzen, wenn wir über ein Jahr vorher schon bestellen müssen, damit wir überhaupt Ware bekommen“, sorgt er sich. „Trotzdem wird das Interesse bleiben. Wer ein E-Bike hat, bleibt dabei. Ich habe Käufer, die haben mittlerweile das Vierte oder Fünfte.“

„In Deutschland ist das motorisierte Rad in Mode. In anderen Ländern wie Spanien oder Italien geht es erst richtig los“, berichtet Konrad Irlbacher, Geschäftsführer von IKO Sportartikel Handels GmbH. Der Betrieb in Raubling ist einer der größten Fahrradhersteller weltweit und liefert in 40 Länder rund um den Globus. Und der Markt werde bis 2030 weiter wachsen, da ist sich Irlbacher sicher. Die Firma bekomme zwei bis drei Seecontainer täglich mit Ware zur Montage der Fahrräder.

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Aber Engpässe gebe es auch hier, vor allem, was die Akkus und die Chips zur Steuerung des Akkus angehe, so der Geschäftsführer. Um dem entgegenzusteuern, hat die Firma ihre Bestellungen bereits bis 2024 vorgenommen. „Ansonsten bekommen wir keine Ware – zumindest nicht rechtzeitig“, erklärt er sein Vorgehen. Und verkaufen würde sich alles gut, erzählt Irlbacher. In Deutschland sei das E-Bike der Verkaufsschlager. Aber weltweit würden sämtliche Modelle gut laufen, egal ob Rennrad, Mountainbike oder Pedelec.

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