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Reiseverhalten hat sich verändert

„Lechzen nach Entspannung“: Hier planen die Bürger der Region jetzt ihren Urlaub

Katharina Holzmayr aus dem Priener Reisebüro freut sich, dass die Menschen wieder Lust aufs Wegfahren haben. Berger
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Katharina Holzmayr aus dem Priener Reisebüro freut sich, dass die Menschen wieder Lust aufs Wegfahren haben. Berger

Badeklamotten packen und ab in den Urlaub: Corona hat das Reiseverhalten verändert. An welche Orte die Bürger der Region jetzt fahren wollen. Welche stark nachgefragt werden und welche nicht, lesen Sie hier.

Prien/Grassau – „Sie buchen“, sagt Katharina Holzmayr, Reiseverkehrskauffrau im Tui Travel Star Reisebüro in Prien. Ihr ist anzuhören, wie erleichtert sie ist. Es ist eine gute Nachricht für ihre Branche nach zwei Jahren Pandemie, die private Reisen doch sehr stark eingeschränkt hat. Zwar droht mit dem Krieg in der Ukraine gleich die nächste Krise für den Reisemarkt. Aber noch wirkt dieser sich kaum aus.

Wie so vieles hat Corona auch das Reiseverhalten der Menschen stark verändert. Waren es früher eher exotische Ziele, die Kunden ins Reisebüro gelockt haben, sind es nun eher Griechenland und Spanien. „Man bleibt eher in Europa“, sagt Holzmayr.

Hoher Bedarf an Beratung

Viele Menschen tun sich außerdem schwer damit, dass sich in der Pandemie ständig die Einreiseregeln verändern. Nur mit Booster und digitalem Einreiseformular, PCR-Test am Flughafen, Maskenpflicht im Privat-Pkw – schier uferlos waren die Corona-Regeln und von Land zu Land unterschiedlich. Und zugleich gut für die Reisebüros: „Hier müssen wir sehr viel beraten, da besteht sehr viel Informationsbedarf.“ Entsprechend locke Corona die Menschen doch wieder von der Online-Buchung ohne Beratung ins Reisebüro.

Zögerlich seien noch die Buchungen bei den Städtereisen, zumindest im Vergleich zum Badeurlaub.

Pandemie hat Spuren hinterlassen

„Jeder lechzt nach Entspannung“, vermutet die Expertin. Denn zwei Jahre Pandemie haben bei vielen Menschen Spuren hinterlassen. Aber Holzmayr vermutet auch, dass Städtetrips von vielen noch als etwas umständlich gesehen werden: „Vielleicht liegt das auch einfach daran, dass die Menschen nicht mit Maske ins Museum wollen, sondern eher warten, bis keine Maske mehr notwendig ist.“ An Mutationen und neue Regeln mag in der Branche noch keiner denken.

Ob die Kunden eher Reiserücktrittspolicen abschließen, weiß sie nicht: „Das kriegen wir teilweise auch gar nicht mit.“ Denn viele Veranstalter haben spezielle Stornoregeln angesichts der Pandemie.

Im Grassauer Reisebüro Kreuz, das eigene Busreisen sowie Pauschalreisen diverser Veranstalter anbietet, ist die Stimmung auch primär optimistisch. „Man merkt, dass mit der Aufhebung oder Abschwächung von Corona-Regeln die Reiselust wieder stärker wird“, sagt Inhaber Manfred Kreuz.

+++ Aktuelle Nachrichten rund um das Thema Coronavirus in der Region finden Sie auf unserer OVB-Themenseite +++

Doch neues Ungemach droht. „Der Krieg in der Ukraine ist schon ein Thema“, sagt Holzmayr. „Das hält schon einige zurück“, räumt auch ihr Grassauer Kollege Kreuz ein. Wobei ein Großteil dennoch einen Urlaub plane und buche. Zum Teil mit anderem Ziel. „Ich hatte schon lange keine Buchung mehr nach Bulgarien, das muss ich sagen“, sagt Holzmayr. Bulgarien liegt wie die Ukraine am Schwarzen Meer, ist aber kein direkter Nachbar, denn dazwischen liegt Rumänien. Das Land gilt als günstiges Reiseziel für Badeurlaube.

Keine Buchungen mehr in den Osten

Dass nun auch unbeteiligte Länder mit weniger Tourismus durch den Krieg rechnen müssen, stellt auch Kreuz fest: „Reisen in den Osten oder gar nach Russland werden nicht mehr nachgefragt.“ Dennoch überwiege auch an seinem Standort in Grassau noch die Freude am Verreisen und sei auch bei den Buchungen spürbar.

Wie wirkt sich Preissteigerung auf Preise aus?

„Es wird aber auch die Frage sein, wie sich die erhöhten Preise auf das Reisen auswirken“, fürchtet Kreuz. Denn gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise wirken sich auch auf seine Branche aus. Wie genau, sei noch völlig offen. „Das ist derzeit noch alles in der Schwebe“, sagt der Reisebürochef.

Tourismus nach Russland mit Umsatzeinbrüchen

Die Allianz Selbständiger Reiseunternehmen (asr) hat sich entsetzt über den völkerrechtswidrigen und unmenschlichen Angriff Russlands auf die Ukraine gezeigt. Die Handlungen des russischen Staates würden auch den Tourismus nach Russland selbst erheblich stören, führt Anke Budde, Vizepräsidentin der asr, weiter aus. Russland sei ein bei deutschen Touristen sehr beliebtes Reiseziel. Der Verband rechnet daher mit hohen Umsatzeinbrüchen bei Veranstaltern, die Russland als Ziel im Katalog haben.

„Wir können nachvollziehen, wenn Veranstalter aus ethischen und moralischen Gründen ihr Russland-Angebot zurzeit ruhen lassen“, so die Verbands-Vizepräsidentin. „Gleichzeitig haben wir aber auch Verständnis dafür, wenn insbesondere Russland-Spezialisten an ihren Reisen festhalten, um die Partner vor Ort zu unterstützen. Diese Entscheidung muss jedes Unternehmen natürlich für sich selbst treffen.“.