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Beim Wichteln verletzt

Hermine Gerbl, Leiterin des Bruckmühler AWO-Seniorenclubs, ist im Ehrenamt schwer gestürzt

Vor ihrem Sturz hat Hermine Gerbl fast 100 Weihnachtsbäumchen an die Haustüren der Senioren in der Marktgemeinde Bruckmühl gefahren. Nur drei Bäumchen waren noch übrig, als sie schwer stürzte und operiert werden musste.
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Vor ihrem Sturz hat Hermine Gerbl fast 100 Weihnachtsbäumchen an die Haustüren der Senioren in der Marktgemeinde Bruckmühl gefahren. Nur drei Bäumchen waren noch übrig, als sie schwer stürzte und operiert werden musste.

Die Vorsitzende des Bruckmühler AWO-Seniorenclubs Hermine Gerbl hat sich beim Wichteln schwer verletzt. Sie hatte schon fast 100 beleuchtete Christbäumchen zu den Senioren vor die Haustür gefahren, als sie stürzte, sich ein Bein brach und operiert werden musste.

Bruckmühl – Hermine Gerbl ist für ihre liebevollen Gesten bekannt. Sei es eine Rose zum Geburtstag oder ein beleuchtetes Bäumchen zur Weihnacht. Die Vorsitzende des Bruckmühler AWO-Seniorenclubs weiß genau, wie sie den Senioren der Marktgemeinde eine Freude bereiten kann. Jetzt muss sie eine Zwangspause ein- und die Füße hochlegen: Die 75-Jährige ist bei ihrem Einsatz als lichtbringender Weihnachtswichtel schwer gestürzt: Bänderriss im linken Bein, rechts ein gebrochenes Sprunggelenk und Wadenbein. Hermine Gerbl musste operiert werden. Seit drei Wochen liegt sie flach, kann nur mit Rollator oder an Krücken gehen.

Erstmals selbst auf Hilfe angewiesen

„Ich bin komplett auf Hilfe angewiesen, das ist nichts für mich“, sagt Gerbl im Gespräch mit dem Mangfall-Boten, denn eigentlich ist sie diejenige, die alles managet. So war sie auch im Dezember wieder für ihre Senioren auf Achse.

Weil der Clubnachmittag coronabedingt ausfallen musste, aber gerade für die älteren Bürger ein über Jahrzehnte lieb gewonnenes Ritual geworden ist, das zu ihrem Leben gehört, dachte sie sich eine besondere Überraschung aus. Um ein wenig Licht in den seit fast zwei Jahren tristen Alltag zu bringen, schmückte sie 100 eingetopfte Weihnachtsbäumchen mit Lichterketten und brachte sie samt einem Salus-Tee-Geschenk zu den Senioren an die Tür.

Fünf Tage war sie in der Marktgemeinde auf Achse, dann passierte das Unglück: „Nur drei Bäumchen waren noch übrig, die wollte ich zu Euch nach Bad Aibling bringen“, erzählt sie. Doch ein Moment der Unaufmerksamkeit brachte sie auf der Treppe zu Fall: Brüche und gerissene Bänder. „Solche Schmerzen hatte ich noch nie“, erinnert sie sich.

Am 19. Dezember wurde die 75-Jährige operiert. Kurz vor dem Fest durfte sie wieder nach Hause zu Sohn Martin und Schwiegertochter Franzi. „Meine Familie versorgt mich wunderbar, und meine drei Enkelkinder sind meine Sonnenscheinchen“, ist sie dankbar.

Doch zufrieden ist sie mit der verordneten „staden Zeit“ nicht: „Ich war immer die Helferin, jetzt bin ich selbst auf Hilfe angewiesen, das ist für mich schwer auszuhalten“, gibt sie zu. Glücklich ist sie allerdings bei der Vorstellung, dass ein Zeitschalter dafür sorgt, dass bei ihr und vielen Bruckmühler Senioren jeden Tag, Punkt 16.30 Uhr, die Lichter an den Weihnachtsbäumchen angehen. „So sind wir aus der Ferne miteinander verbunden – so lange, bis die Batterien zur Neige gehen“, sagt sie. Und danach können die Bäumchen ausgepflanzt werden.

Auch wenn gerade keine gemeinsamen Nachmittage stattfinden dürfen, ist Gerbl mit ihren Clubmitgliedern eng verbunden: „Meine Senioren haben mich nicht vergessen, ich bekomme ganz viele Anrufe“, freut sie sich. Krankenbesuche kann sie leider nicht empfangen – einerseits wegen der Corona-Pandemie. „Andererseits aber auch, weil ich weder die Tür öffnen, noch meine Gäste angemessen bewirten könnte“, beschreibt sie ihr Handicap.

„Stade“ Zeit wird für Berichte genutzt

Auch wenn sie ab und an darüber nachdenkt, ob der Sturz ein Wink mit dem Zaunspfahl gewesen sein könnte, dass sie „etwas vom Gas gehen sollte“, ist sie auch im Krankenstand aktiv. Auf ihrer Eckbank liegen alle Unterlagen vom Seniorenclub. „Jetzt habe ich Zeit, die Berichte zu schreiben und meine Unterlagen auf Vordermann zu bringen“, sagt sie.

Normalerweise treffen sich die Bruckmühler Senioren an jedem ersten Donnerstag im Monat. Momentan ist das nicht erlaubt. Doch ist auch noch nicht klar, wann Hermine Gerbl wieder ohne Hilfe laufen kann. „Am Montag wird sich herausstellen, wie meine Brüche zusammengewachsen sind, dann sehen wir weiter“, bleibt sie optimistisch.

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