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Woher kommen die starken regionalen Unterschiede?

„Bei mir war aber nix!“ - Das Problem mit den Gewittern und (Vor-)Warnungen

Gewitter in Oberbayern (Archivbild)
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Gewitter in Oberbayern (Archivbild).

Landkreis - „Maßlos übertrieben“ oder „einfach nur Panik verbreiten“ - solche Begriffe und Vorwürfe fallen gegenüber (Online-)Medien immer wieder, wenn es Unwetterwarnungen gibt und sich hinterher herausstellt, dass es im Warngebiet glimpflich ausging. Doch was steckt eigentlich hinter solchen Warnungen?

In den letzten Wochen wurde unser Wetter - auch in der Region - immer wieder von Tiefdruckgebieten beeinflusst, welche in regelmäßigen Abständen auch wieder zu Unwetterlagen geführt haben. Dabei wurde auch oft vor Starkregen und heftigen Gewittern gewarnt. In den vielen Fällen kam die Region mit einem blauen Auge davon - was viele Menschen glauben lässt, dass die Warnungen „wieder mal maßlos übertrieben“ waren oder die Medien einfach „nur Panik verbreiten“ wollten. 

Oft ist es bei solchen Gewitterlagen aber so, dass es an dem einen Ort so gut wie nicht gewittert und nur wenig Regen fällt. Zehn Kilometer weiter kann es jedoch ganz anders aussehen: Hier kann bei Starkregen, (Groß-)Hagel und orkanartigen Böen sprichwörtlich die Welt untergehen. Darum gilt bei Unwetterlagen, bei denen die Hauptgefahr von Gewittern ausgeht, laut den Experten von www.der-himmel-im-suedosten.de der Leitsatz: „Es trifft nicht jeden, aber da wo es einschlägt, wird es richtig heftig!

Als Beispiel, das die meisten noch auf dem Schirm haben dürften, seien die sintflutartigen Regenfälle in Landshut erwähnt, die zu massiven Überflutungen der Innenstadt geführt haben. Nur zehn Kilometer weiter allerdings füllten sich aber nicht einmal die Regentonnen. Genau so am Dienstagabend (13. Juli) im Landkreis Hof in Oberfranken: Während der nördliche Teil des Landkreises hart getroffen wurde, blieben Gebiete, die nur wenig weit davon entfernt liegen, von Überschwemmungen und Hochwasser verschont.

Warnung ist nicht gleich Warnung

Bei Wetterwarnungen muss man grundsätzlich zwei verschiedene Arten voneinander unterscheiden:

  • Vorwarnung: Bei Vorwarnungen wird im Allgemeinen sehr großflächig schon Stunden oder Tage im Voraus ein Hinweis ausgegeben, in welchen Regionen im Laufe der folgenden Stunden oder Tage ein Unwetterereignis wahrscheinlich ist. Diese Vorwarnungen umreißen dann das ganze Gebiet, in welchem diese Unwetter möglich sind. Zudem beschreiben diese die voraussichtliche Art und Stärke der Unwetter oder Gewitter.
  • Akut-Warnung: Wenn es dann soweit ist und dieses Ereignis eintritt – sei es Sturm, Gewitter oder Starkregen – werden die Akut-Warnungen ausgelöst. Diese Akut-Warnungen sind dann - großflächige Sturmereignisse einmal ausgenommen - in den meisten Fällen räumlich viel genauer abgegrenzt und orientieren sich an den tatsächlich schon bestehenden Unwettern. In Akut-Warnungen finden sich in der Regel genauere Hinweise auf die Stärke des Gewitters oder Unwetters wie zum Beispiel Hagelgröße, Niederschlagsmenge und zu erwartende Windgeschwindigkeiten. Wenn möglich wird bei Gewittern auch die Zugrichtung und Geschwindigkeit angegeben.

Es bleiben „Stolpersteine“ bei der Genauigkeit

Trotz der Aktualität gibt es bei Akut-Warnungen noch verschiedene „Stolpersteine“ bezüglich der Genauigkeit. Denn kleine und schnelllebige Gewitter- bzw. Unwetterereignisse lassen sich nur Stunden, wenn ich gar erst Minuten vorher genau berechnen beziehungsweise vorhersagen. Denn besonders Gewitter entstehen oft sehr plötzlich, sind dafür aber nicht sehr langlebig. Meist existieren sie nur für rund 30 bis 60 Minuten.

Diese „Zellen“ haben zudem manchmal noch die unangenehme Angewohnheit, spontan ihre Zugrichtung zu ändern oder an einem Ort länger zu verweilen. Diese „kleinen Biester“ machen eine ortsgenaue Warnung länger als 15 Minuten im Voraus teilweise unmöglich, so die Experten gegenüber rosenheim24.de.

Daneben gibt es aber auch noch sehr großräumig Gewittererscheinungen, welche in sogenannten Clustern oder Linien über das Land ziehen. Hier haben sich dann Einzelzellen zu großen Verbänden organisiert, deren Zug Richtung relativ beständig ist und die auch mehrere Stunden „überleben“. Hier sind dann oft größere Gebiete betroffen, denn solche Linien können Längen von über 100 Kilometer erreichen. Aber selbst innerhalb einer solchen Gewitterlinie ist die Intensität teilweise sehr unterschiedlich.

Warndienste geben ihr Bestes

Sämtlichen Wetter- und Warndiensten ist eines gemein: Sie versuchen die Bevölkerung mit möglichst exakten Warnungen vor Schaden zu bewahren beziehungsweise diesen möglichst gering zu halten. Egal ob Deutscher Wetterdienst (DWD), die Unwetterzentrale oder ein regionaler Anbieter - alle versuchen, möglichst genau zu warnen, um das allgemeine Vertrauen in die Warnungen nicht zu verspielen.

„Aber auch trotz des immer weiter wachsenden Teams von Wetterbeobachtern und -meldern vor Ort ist es oft nicht möglich, ein Gewitter oder einen Starkregenschauer auf dem Kilometer genau vorherzusagen. (...) Wenn ihr also das nächste Mal eine Vorwarnung oder eine akute Unwetterwarnung vor starkem Gewitter erhaltet, seid einfach froh, wenn ihr mit einem blauen Auge davon kommt. Denn manch anderer wäre dann wirklich glücklich, wenn er sagen könnte ‚Bei mir war mal wieder nix‘“, so die Wetterexperten abschließend.

mw (mit Material von www.der-himmel-im-suedosten.de)

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