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Anklage wegen Computerbetrugs

Bezahlfernsehen auf die billige Tour: Rosenheimer Amtsgericht verurteilt Wettbürobetreiber

Um Geld für die Gebühren eines Bezahlsenders zu sparen, nutzten zwei Wettbürobetreiber die Dienste eines zwielichtigen Technikers. Dafür mussten sich die beiden vor dem Rosenheimer Amtsgericht verantworten.
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Um Geld für die Gebühren eines Bezahlsenders zu sparen, nutzten zwei Wettbürobetreiber die Dienste eines zwielichtigen Technikers. Dafür mussten sich die beiden vor dem Rosenheimer Amtsgericht verantworten.

Zwei türkische Unternehmer hat das Amtsgericht Rosenheim zu Freiheitsstrafen auf Bewährung verurteilt. Die Brüder mussten sich wegen Computerbetrugs verantworten, da sie über Monate illegal das Angebot eines Bezahlsenders für ihre Wettbüros nutzten. Sie zahlten zwar, aber nicht an den Sender.

Rosenheim – Den Betrug hatte ihnen ein Techniker aus Bosnien ermöglicht. Ihnen und 20 anderen gewerbliche Kunden hatte er den Zugriff auf den Bezahlsender eingerichtet. Hierfür mussten diese statt 1300 Euro nur 150 Euro bezahlen. Damit konnten die 33 und 38 Jahre alten Angeklagten ihren Wettkunden aktuelle Sportinformationen bieten.

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Dem geprellten Sender blieben die Aktivitäten des Technikers nicht fremd. Er schickte Kontrolleure los, die auch in den Betrieben der Angeklagten vorstellig wurden und das illegale Treiben dort zur Anzeige brachten. Nach Ermittlungen der Kriminalpolizei erhob die Staatsanwaltschaft Anklage.#

Angeklagte machen keine Angaben

Vor Gericht unter dem Vorsitz von Richter Matthias Knoblauch machten die beiden Angeklagten keine Angaben. Auch eine Verständigung zwischen Anklage und Verteidigung kam zum Beginn der Verhandlung nicht zustande, zu unterschiedlich waren die Rechtsauffassungen der beiden Seiten.

Im Jahr 2018 liefen der Ermittlungen an, wie ein Kripobeamter im Zeugenstand schilderte. Beim besagten Techniker fanden die Ermittler eine akribisch geführte Liste all seiner Kunden entdeckt, ebenso Chatverläufe zwischen ihm und seiner Kundschaft.

Mögliche juristische Grauzone

Die Verteidiger der beiden Angeklagten, Andreas Leicher und Dr. Heiko Löw, bemühten sich, die Schuld ihrer Mandanten zu relativieren, zumal es sich bei der vorliegenden Fallkonstellation um eine mögliche juristische Grauzone handele, die höchstrichterlich noch nicht entschieden se

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Um die genauen Daten und Fallzahlen zu belegen, unterbrach das Gericht die Sitzung, um zu einem weiteren Termin jenen Techniker zu befragen, der den Angeklagten den Zugang zum Bezahlsender ermöglicht hatte. Doch zur Verhandlung tauchte der Zeuge nicht auf.

Strafe zur Bewährung

Man mutmaßte, er habe sich bereits ins Ausland abgesetzt. Die Anklage beantragte für die Brüder eine Haftstrafe von elf beziehungsweise zwölf Monaten und eine Wertersatz-Abschöpfung von insgesamt 33 600 Euro. Die Verteidiger hielten hingegen eine Freiheitsstrafe von neun beziehungsweise zehn Monaten für angemessen. Das Gericht entsprach den Anträgen der Verteidiger. Obwohl es sich von der Fallzahl her um einen „besonders schweren Fall“ handle, bleibe die Strafe im unteren Bereich, sodass die Strafaussetzung zur Bewährung möglich sei.