Gremium gibt grünes Licht

Dank 19-jährigem Rosenheimer gibt es ermäßigte Bibliotheksausweise für Schüler und Studierende

Unter dem Motto „Mehr für weniger“ bekommen Schüler, Studierende und FSJler zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr ab sofort einen ermäßigten Bibliotheksausweis. Initiiert hat die „Jugendoffensive“ ein 19-jähriger Rosenheimer.

Rosenheim – Nico Seibt hat im vergangenen Jahr viel erreicht. Im Rahmen seines FSJ-Projektes hat der Rosenheimer, wie berichtet, eine Umfrage zum Thema „Bibliothek der Zukunft“ entworfen. Die hatte ergeben, dass sich viele Jugendliche mehr englische Bücher wünschen würden. Außerdem bequemere Sitzmöglichkeiten und eine Ermäßigung bei der Jahresgebühr. Die Anregungen hat der 19-Jährige gesammelt und im Schul-, Kultur- und Sportausschuss vorgestellt.

Grünes Licht vom Gremium

„Meine größte Befürchtung war, dass man mit den Umfrageergebnissen nichts anfangen kann“, sagt er. Eine Befürchtung die, wie sich später herausgestellt hat, unbegründet war. Denn nach seinem Vortrag haben die Stadträte dem Vorhaben grünes Licht gegeben. Eine Entscheidung, über die sich auch Jugendliche, Auszubildende und Studierende freuen können. Denn sie müssen für ihren Bibliotheksausweis ab sofort nur noch zehn Euro bezahlen.

Jugendliche langfristig binden

Viele Jugendliche hat es abgeschreckt, dass sie mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres den vollen Preis bezahlen mussten, sagt Seibt. Statt tiefer in die Tasche zu greifen, seien etliche Jugendliche einfach nicht mehr gekommen. Mit der ermäßigen Jahresgebühr soll das verhindert werden. Zudem soll das Angebot auch neue Kunden in die Bibliothek locken.

„Gerade in Zeiten der Pandemie mit gravierenden Einschränkungen im Leben junger Leute sind attraktive Angebote wichtiger denn je“, heißt es von der Stadtbibliothek. Gelten soll die Vergünstigung für Personen mit einem Schul-, Studierenden- und Freiwilligenausweis sowie für Auszubildende mit einem Berufsschulnachweis.

Einbußen in Höhe von 5000 Euro

Geht man also davon aus, dass alle Bibliothekskunden im Alter von 18 bis 25 Jahren ab sofort anstelle der vollen 20 Euro nur noch zehn Euro bezahlen, würde das Einbußen in Höhe von 5000 Euro bedeuten.

„Die Annahme, dass ein günstigeres Jahresentgelt zusätzliche Leser in die Bibliothek lockt, ist allerdings noch nicht berücksichtigt“, teilt die Stadtbibliothek mit.

Intensive Bewerbung in kommenden Wochen

In den kommenden Monaten wollen die Mitarbeiter die „Jugendoffensive“ deshalb weiter „intensiv bewerben“. Informiert werden sollen unter anderem die Technische Hochschule, die Berufliche Oberschule sowie die Berufsschule.

„Es ist davon auszugehen, dass die errechneten Mindereinnahmen durch eine Steigerung der Neuanmeldungen teilweise kompensiert werden können“, ist sich Susanne Delp, Leiterin der Stadtbibliothek, sicher. Zudem habe sich der Förderverein bereit erklärt, die „Jugendoffensive“ zu unterstützen.

Mehr englische Bücher beschafft

Doch nicht nur im finanziellen Bereich hat sich in der Rosenheimer Stadtbibliothek einiges verändert. Auch den restlichen Anregungen der Jugendlichen sei man nachgekommen. „Wir haben unseren Bestand an englischen Jugendbüchern erweitert“, sagt Bettina Sölch von der Stadtbibliothek.

Termin mit Innenarchitekten

Außerdem habe es vor einigen Tagen einen Termin mit einem Innenarchitekten gegeben. Gemeinsam habe man überlegt, wie man die Stadtbibliothek noch gemütlicher machen könnte. Laut Bettina Sölch soll es mehr flexiblere Arbeitsplätze geben, auch über die Anschaffung einer Couch werde nachgedacht.

„Für uns war es wichtig, dass wir nach der Umfrage auch handeln, sodass die Jugendlichen auch sehen, dass sie etwas bewirken können“, sagt sie.

In einem Jahr viel erreicht

Wie viel man in nur einem Jahr erreichen kann, weiß mittlerweile auch Nico Seibt. „Ich freue mich total, über all die Dinge, die passiert sind“, sagt er.

Die Bibliothek öffnet wochentags von 10 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 13 Uhr. Ab Dienstag, 4. Mai, öffnet die Bibliothek zu den gewohnten Öffnungszeiten von 10 bis 19 Uhr. Die Bibliothek erwartet an den Samstagen den höchsten Kundenandrang. Damit niemand lange warten muss, rät sie den Kunden, sich wenn möglich für einen anderen Wochentag zu entscheiden. Besucher dürfen sich 30 Minuten zur Ausleihe und Rückgabe der Medien in der Bibliothek aufhalten. Längere Aufenthalte in der Bibliothek und die Recherche an den Internetarbeitsplätzen sind nicht gestattet.

Besucher ab 16 Jahren müssen eine FFP2-Maske tragen. Kinder von 6 bis 15 Jahren müssen auch eine Mund-Nase-Bedeckung aufsetzen. Außerdem werden die Kunden gebeten, den nötigen Sicherheitsabstand einzuhalten.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich

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