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Stadt geht auf 100 Prozent

Damit im Katastrophenfall keiner zurück bleibt: Bad Aibling investiert in Warnsystem

Einer von derzeit sieben Sirenenstandorten im Stadtgebiet von Bad Aibling ist der Gmoahof in Willing.
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Einer von derzeit sieben Sirenenstandorten im Stadtgebiet von Bad Aibling ist der Gmoahof in Willing.

Nicht auszudenken, wenn auch nur ein Bürger der Stadt in einem Katastrophenfall zu Schaden käme, nur weil ihn kein öffentliches Warnsystem erreichen konnte. Um das in jedem Fall zu vermeiden, geht die Stadt Bad Aibling auf Nummer sicher – und steckt schon mitten in den Planungen.

Bad Aibling – Da gab es keine große Überlegung für den Hauptverwaltungsausschuss: Die Sirenen-Infrastruktur wird ausgebaut, und zwar so, dass im Katastrophenfall auch der kleinste Ortsbereich im Bad Aiblinger Stadtgebiet abgedeckt ist und somit beschallt werden kann. Aktuell besteht laut Stadtverwaltung hier nämlich eine deutliche Unterversorgung.

Insgesamt gibt es laut Stadtverwaltung sieben Sirenen auf städtischen Gebäuden: an den Gemeindehäusern Berbling, Willing, Mietraching und Ellmosen, an Grundschule und Gmoahof Willing sowie bei der Feuerwehr Harthausen. Es seien aber noch zwei bis drei weitere Standorte erforderlich, um die unterversorgten Gebiete zu beschallen.

Abdeckung aktuell nur bei 65 Prozent

Wie die Verwaltung mitteilte, werde der Wirkungskreis einer möglichen Beschallung durch die bestehenden Sirenenanlagen derzeit auf circa 65 Prozent für das Stadtgebiet Bad Aibling geschätzt. Auf 85 Prozent erhöht werden könnte er, wenn die vorhandenen Motorsirenen zu elektronischen Sirenen ertüchtigt würden. Voraussichtlicher Kostenpunkt hierfür: rund 80.000 Euro. Die 100-Prozent-Lösung – Umrüstung plus zwei bis drei neue Sirenen – käme auf geschätzte 120.000 Euro.

Was mögliche Standorte für neue Sirenen angeht, wies Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) darauf hin, dass aus seiner Sicht dafür nur städtische Liegenschaften in Frage kommen. Festzustellen, wo diese liegen müssten, um den Lückenschluss zu vollziehen, sei Aufgabe von Fachleuten.

Nun stand der Hauptausschuss vor der Entscheidung, die „alten“ Anlagen weiterhin im Bestand zu belassen, sie zu ertüchtigen beziehungsweise zu erneuern oder aber eine komplette Beschallung für ganz Bad Aibling zu installieren. Der Stadt lagen dazu eine Prognose und ein Angebot einer Fachfirma vor.

Rudi Gebhart (ÜWG) hielt es für erforderlich, noch ein zweites Angebot einzuholen, während Michael Krimplstötter (CSU) anmerkte, man können aktuell froh sein, überhaupt ein Angebot zu bekommen. Die bestehenden Sirenen gehören seiner Meinung nach hergerichtet. Er schlug außerdem vor, sich bezüglich der Abdeckung der Gebiete beziehungsweise der Radien mit den Nachbargemeinden zusammenzuschließen.

Für eine 100-prozentige Abdeckung plädierte auch Katharina Dietel (Grüne), merkte aber an: „Ich würde nur ungern funktionierende Sirenen austauschen oder verschrotten lassen.“ Zudem halte auch sie ein einziges Angebot „in dieser Preislage“ definitiv für zu wenig.

Richard Lechner (SPD) schlug vor, wie in früheren Zeiten auch auf dem Rathaus eine Sirene zu installieren, wozu Bürgermeister Schlier meinte, dass dieser Standort seines Wissens dafür auch vorgesehen war.

Mit 11:0 Stimmen sprach sich der Ausschuss für eine hundertprozentige Abdeckung – insbesondere mit zwei bis drei neuen Sirenen – bis in die kleinsten Ortsteile hinein aus. Hierzu sollen konkrete Angebote von mindestens zwei Herstellern eingeholt werden. Zudem soll geprüft werden, ob bestehende Standorte möglicherweise so nah beieinander liegen, dass die Radien noch optimiert werden können. Sodann sollen die Fördermittel beantragt werden, die für Sirenen auf dem Dach oder am Masten unterschiedlich hoch sind.

So wird die Bevölkerung gewarnt

In Gebieten, die besonders gefährdet sind oder in der Umgebung von Einrichtungen mit besonderem Gefahrenpotenzial liegen, wird die Bevölkerung laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nicht nur mit Rundfunkdurchsagen gewarnt, sondern auch mit Sirenen und Lautsprecherfahrzeugen – etwa bei der Freisetzung von luftgetragenen Schadstoffen. Zu den wichtigsten in Bayern verwendeten Signalen zählen:

• Sirenensignale zur Alarmierung der Feuerwehr und zur Warnung der Bevölkerung: Auf und Ab zweier Linien Alarm bei Feuer und anderen Notständen, der zur Alarmierung der Einsatzkräfte der Feuerwehren dient. Signal: Dreimal in der Höhe gleichbleibender Ton (Dauerton) von je zwölf Sekunden Dauer, mit je zwölf Sekunden Pause zwischen den Tönen.

• Alarm, der die Bevölkerung veranlassen soll, anlässlich schwerwiegender Gefahren für die öffentliche Sicherheit auf Rundfunkdurchsagen zu achten. Signal: Heulton von einer Minute Dauer.

Das Förderprogramm

Sirenen besitzen auch im Zivilschutz als Warnmittel in der Bevölkerung nach wie vor einen hohen Stellenwert. Aufgrund ihres Weckeffekts und des Umstandes, dass sie nicht wie andere Warnmittel weggelegt oder abgeschaltet werden können, nehmen sie laut Regierung auch weiterhin einen wichtigen Platz im Warnmittelmix der Bundesrepublik und insbesondere in Bayern ein, heißt es in der Begründung.

Das Förderprogramm wird mit Mitteln des Konjunkturpaketes der Bundesregierung finanziert. Es umfasst die Neuerrichtung von elektronischen Sirenen sowie Sirenensteuergeräte zum Zweck der Ansteuerung der Sirenen über das Digitalfunk BOS-Netz. Der Freistaat Bayern hat zur Umsetzung ein Sonderförderprogramm „zur Verbesserung der Warninfrastruktur in Bayern (Sonderförderprogramm Sirenen)“ erlassen, dessen Förderzeitraum zuletzt bis zum 31. Dezember 2023 verlängert wurde. Allerdings müssen Verträge, die eine Förderung erhalten sollen, bis zum 31. Dezember dieses Jahres geschlossen sein.

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