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Wunderliche Odyssee einer Seniorin aus Rimsting

Rosenheimer Corona-Impfzentrum: Die verzweifelte Suche nach einem stillen Örtchen

  • Jens Kirschner
    VonJens Kirschner
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Eine 79-Jährige ließ sich nach Ostern gegen das Coronavirus impfen. Der Piks im Rosenheimer Impfzentrum an sich war nicht das Problem. Dafür die Suche nach einer Toilette umso mehr.

Rosenheim – Am Dienstag nach Ostern machte sich Gisela Munker auf den Weg: von Rimsting zum Impfzentrum nach Rosenheim. Die 79-Jährige hatte kein Problem, auf der Loretowiese einen Parkplatz zu finden, auch im Zentrum selbst lief bis hin zur Impfung alles glatt. Außer, dass der ganze Vorgang etwas länger dauerte, als die Dame gedacht hatte.

Keine Toilette in Sicht

Auf dem Weg hinaus pressierte es Gisela Munker und sie machte sich auf die Suche nach einer Toilette. Genau hier begann ihre Odyssee: Am Ausgang des Impfzentrums fragte sie nach den Toiletten.

Zumindest dort draußen, vermutete die Rimstingerin, müsse doch ein WC zu finden sein. Doch: Die Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes, der das gemeinsame Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim betreibt, konnten ihr keine Auskunft geben. Auf dem Gelände gebe es keine Toiletten.

Keine Alternativen in Sicht

Auf die Frage, wo sich die Helfer dann eigentlich Erleichterung verschaffen, kam Gisela Munker in diesem Moment nicht, wie sie rückblickend einräumt. Und Alternativen waren für sie nicht in Sicht: „Alle Cafés, Gaststätten und Hotels sind ja derzeit geschlossen“, sagt die 79-Jährige zutreffenderweise. Auch andere Impflinge hatten keine Ahnung, wo Toiletten zu finden sein könnten.

Um es kurz zu machen: Natürlich gibt es Toiletten im Impfzentrum, das zum großen Teil in der Rosenheimer Inntalhalle untergebracht ist. Sonst wären die Besucher des Herbst- oder Starkbierfests dort sicherlich schon Sturm gelaufen.

Wie auf einer Autobahntoilette

Doch offenbar sind die Anlagen zum großen Teil verschlossen. Die Rettung für Gisela Munker war eine unverschlossene Herrentoilette, draußen an der Bierhalle von Auerbäu. Deren Anblick: alles andere als einladend. Sie fühlte sich an eine Autobahntoilette erinnert.

Mit Schüssel aus poliertem Edelstahl, ohne Brille. Zum Sitzen denkbar ungeeignet. Zumal wie gewöhnlich noch Spuren erkennbar waren, die darauf schließen ließen, dass der Vornutzer seine Notdurft wohl nicht im Sitzen verrichtet haben dürfte.

Stadt verweist auf öffentliche Toiletten

Die Malteser entgegnen auf Anfrage, sie richten sich beim Betrieb des Impfzentrums nach den Vorgaben der Stadt Rosenheim. Demnach soll die Nutzung der Toiletten durch Impflinge getrennt von den Helfern erfolgen.

Die Stadt wiederum bestätigt: Die Toiletten innerhalb der Inntalhalle seien Personal und körperlich behinderten Personen vorbehalten. Der stellvertretende Pressesprecher Rosenheims, Christian Schwalm, verweist in dieser Sache auf die öffentlichen Toiletten nahe der Klosterkirche, die auch für die Besucher des Impfzentrums offen stünden.

Keine derartigen Probleme in Mühldorf und Traunstein

Warum Impfzentren in Nachbarkreis dies anders handhaben, vermochte Schwalm nicht zu sagen. Denn: In den Zentren der Kreise Mühldorf und Traunstein gibt es derartige Probleme nicht. Die Toiletten dort stehen auch den Impfkandidaten zur Verfügung – und zwar innerhalb des Gebäudes.

Rubriklistenbild: © Bretz

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