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Pandemie-Folgen in der Region

Wie die Münchner Wiesn: Rosenheimer Herbstfest steht wegen Corona auf der Kippe

Das zweiwöchige Rosenheimer Herbstfest: Hier das Zelt der Flötzinger Brauerei. 
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Höhenflug oder Stimmungstief? Wegen der Corona-Pandemie bleiben die Festbegeisterten in der Region Rosenheim wohl auch 2021 auf dem Boden.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Die Corona-Pandemie hat die Region weiter im Griff. Sie bedroht nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern lässt Pläne platzen. Ein Höhepunkt des Rosenheimer Kalenders scheint nun erneut in Gefahr – das Herbstfest. Oder gibt es noch Hoffnung?

Rosenheim – Das Rosenheimer Herbstfest 2021 steht angesichts hoher Infektionszahlen und des holprigen Starts der Impfkampagne auf der Kippe. „Stand heute ist es sehr unwahrscheinlich“, sagte am Dienstag (27. April) Klaus Hertreiter. Geschäftsführer des Wirtschaftlichen Verbands, den OVB-Heimatzeitungen auf Anfrage. Der Verband ist der Veranstalter des größten Volksfests in Südostoberbayern, das in besseren Zeiten eine Million Menschen nach Rosenheim zieht.

Die Vorgaben aus München lassen nichts Gutes erwarten

Bereits am Vormittag hatte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) der Wiesn in der Landeshauptstadt für dieses Jahr nur noch geringe Chancen eingeräumt. Zuvor war das zweitgrößte Volksfest Bayerns, das Straubinger Gäubodenfest, offiziell abgesagt worden. Dort hatte der Stadtrat die Absage am Montagabend auf Anraten des Festausschusses beschlossen.

Kommt nun nach 2020 erneut das „Aus“ für ein weiteres Highlight der bayerischen Fest-Kultur, das Rosenheimer Herbstfest mit seiner Ausstrahlung weit über die Region hinaus? Es sieht danach aus. Doch so ganz will Hertreiter noch nicht aufgeben. „Was uns die Erfahrung gelehrt hat: Entwicklungen können sich sehr schnell ändern.“ Im bisherigen Verlauf der Pandemie seien diese Überraschungen meistens eher negativ gewesen (Plus-Artikel OVB-Online).

Vergangenes Jahr herrschte noch Optimismus

Das belegt ein Blick auch auf die Rosenheimer Chronik. Vergangenes Jahr noch hatte der Stadtrat beschlossen, das Herbstfest 2021 einen Tag länger dauern zu lassen. Dieser Optimismus ist angesichts zweiter und dritter Welle und vor allem nach dem schwachen Start der Impfkampagne verflogen.

Es sieht ganz im Gegenteil so aus, als machte Corona auch vor den Entscheidungen des Stadtrats nicht halt. Und auch nicht vor Jubiläen: Den 160. Geburtstag ihres Herbstfestes könnte die Stadt Rosenheim heuer feiern (Plus-Artikel OVB-Online).

Entscheidung erst zu Pfingsten?

Man solle die Entwicklung noch eine Zeitlang abwarten, sagte Hertreiter, eine Entscheidung fälle man womöglich erst um Pfingsten herum. „Dann müssen wir wissen, ob wir’s machen oder nicht, dann beginnt auch schon die heiße Phase der Vorbereitung“, sagte der WV-Geschäftsführer. Man stehe in der Angelegenheit in engem Austausch mit der Stadt. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte Hertreiter.

Hoffen auf eine verbindliche Vorgabe aus der Staatskanzlei

Dieter Reiter sagte in München, er hoffe auf eine bayernweite Entscheidung. Das sieht Hertreiter im Grunde genauso. Eine Generalabsage für Groß- und Festveranstaltungen aus der Münchner Staatskanzlei erleichtert den Festveranstaltern die Arbeit schon aus haftungsrechtlichen Gründen.

Lesen Sie auch: Miss Herbstfest - das waren die Siegerinnen in den vergangenen Jahren (Plus-Artikel OVB-Online)

Vielleicht aber sinken die Inzidenzzahlen rapide. Oder die Impfzahlen steigen und machen eine Rückkehr zur Normalität möglich. Hertreiter sagt aber auch: „Mit jeder Woche schwindet die Hoffnung.“ In der momentanen Gemengelage sei es schwer vorstellbar, dass die Menschen eng im Bierzelt zusammensitzen. Und ein „Herbstfest light“ kann er sich auch nicht vorstellen: „An der Wiesn kann man nicht einfach umeinandbasteln.“

Oberbürgermeister März - schon wieder kein Anzapfen?

Auch im vergangenen Jahr hatte man erst im Mai über das Volksfest entscheiden wollen. Dann hatten sich aber die Ereignisse überschlagen, Ende April kam die Absage. Hertreiter hofft, dass die Schausteller wie im vergangenen Jahr wenigstens bei einem „Sommer in Rosenheim“ Boden gutmachen können (Plus-Artikel OVB-Online).

Für Andreas März bleibt die Angelegenheit hingegen so oder so vertrackt. Rosenheims Oberbürgermeister ist studierter Diplom-Brau-Ingenieur. Sein Meisterstück in Sachen Repräsentation hätte er gerne schon vergangenes Jahr abgelegt, beim ersten Mal Anzapfen nach seiner Wahl im März. Nun sieht es so aus, als ob ihm eine Volksfesteröffnung schon wieder versagt bleibt.

1873 wurde das Herbstfest wegen Cholera abgesagt

Wen‘s tröstet: Die Zeitgenossen sind nicht die ersten, die einen Ausfall der Herbstfestes erleben (Plus-Artikel OVB-Online), Zweimal machten Kriege das Fest unmöglich, und bereits vor 150 Jahren fiel es schon einmal wegen einer Seuche aus - 1873 war die Cholera in München ausgebrochen, von einer Maassenveranstaltung sah man daher auch in Rosenheim lieber ab.

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