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Corona-Lage in der Region Rosenheim

Steigende Corona-Fallzahlen: Steht die Region Rosenheim am Beginn der 4. Welle?

Die Städte und Gemeinden in der Region mit Neuinfektionen (Stand 22. Juli 2021).
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Die Städte und Gemeinden in der Region mit Neuinfektionen (Stand 22. Juli 2021).
  • Rosi Gantner
    VonRosi Gantner
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Die Corona-Fallzahlen steigen in Stadt und Landkreis Rosenheim erstmals seit Wochen wieder an. In 18 Städten und Gemeinden gibt es Neuinfektionen - wobei rund zwei Drittel der Fälle auf Urlaubsrückkehrer zurückzuführen sind. Steht die Region am Beginn einer vierten Welle? Die Besorgnis wächst.

Rosenheim – Seit dieser Woche steigen die Corona-Fallzahlen in Stadt und Landkreis wieder leicht an, die Neumeldungen nehmen deutlich zu. Insgesamt 18 Städte und Gemeinden in der Region waren diese Woche von Neuinfektionen betroffen (gesamt +29/Vorwoche +20).

Gesundheitsamt besorgt

Alarmiert zeigt man sich auch im Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim angesichts der steigenden Zahlen: „Die 7-Tage-Inzidenz hat sich seit dem niedrigsten Wert am 6. Juli mehr als verdoppelt. Wir deuten das als erstes Anzeichen einer Trendwende und beobachten das Infektionsgeschehen daher sehr genau“, erklärt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes.

Sorge wegen Varianten

Sorge bereitet Hierl insbesondere die hohe Verbreitungsdynamik der Delta-Variante. „Wir haben es mit einem höchst dynamischen Infektionsgeschehen zu tun. In vielen Nachbarländern steigen die Infektionszahlen schon wieder deutlich.“ Die Entwicklung in Großbritannien mit der Austragung der Europameisterschaft in berstend vollen Stadien ohne Abstand und Masken und der jetzt weitgehenden Aufhebung von Beschränkungsmaßnahmen hält er für „höchst besorgniserregend und unverantwortlich“. Hierl: „Die Durchimpfung in unserer Bevölkerung ist noch nicht so weit, als dass man einen solchen Feldversuch wagen könnte.“

Dr. Wolfgang Hierl appelliert

Bei „aller Freude über die zu Recht wiedererlangten Freiheiten“ appelliert der Behördenleiter weiter an die Vernunft aller: „Wir dürfen nicht riskieren, dass durch Unachtsamkeit, Leichtsinn oder das bewusste Ignorieren der Regeln und Vorschriften die Infektionszahlen aufgrund des zunehmenden Anteils der Delta-Variante in unserer Region wieder ansteigen und so schweren Erkrankungen den Weg bereiten.“

Varianten spielen große Rolle

Im Wochenverlauf waren dem Gesundheitsamt ein Fall der Gamma-Variante und vier Fälle der Delta-Variante gemeldet worden. Zudem hätten Labors 16 Verdachtsfälle auf eine Delta-Variante aufgrund einer positiven variantenspezifischen PCR vermeldet.

Warnung vor Urlaubsregionen

Zu Achtsamkeit rät Hierl zudem für die kommenden Wochen in den Urlaubsregionen. Nicht unbedingt erforderliche Reisen in Hochinzidenz- oder Variantengebiete sollten unterbleiben. Denn: Jetzt werde die „Saat für einen späteren Wiederanstieg des Infektionsgeschehens“ im Herbst, vielleicht aber auch schon im Sommer, gelegt, mahnt der Gesundheitsamts-Chef.

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Impfen versus 4. Welle

Hierl: „Die entscheidende Frage ist, ob es uns gelingt, durch den Impffortschritt breiter Bevölkerungsmassen und die Schaffung einer Herdenimmunität einen exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen mit einer vierten Welle, die unweigerlich wieder Beschränkungsmaßnahmen im öffentlichen Leben nach sich ziehen würde, zu verhindern.“

Hier erfolgen die Infektionsübertragungen

Infektionsübertragungen ereignen sich laut der Behörde weiterhin überwiegend im privaten Umfeld, das 45 Prozent, und der Freizeit, die 24 Prozent, der bekannten Infektionsursachen ausmacht.

Keine Fälle in Schulen und Kitas

Aus den Bereichen Schulen und Kitas, Arbeitsplatz und medizinische Einrichtungen wurden in dieser Woche keine neuen Infektionsübertragungen gemeldet. Die Fälle wurden überwiegend entdeckt aufgrund des Auftretens von Symptomen (ca. 35 Prozent), bei Reihentestungen (7 Prozent) und Testungen im Zuge der Kontaktpersonennachverfolgung (31 Prozent).

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Urlauber bringen das Virus mit

Eine große Rolle spielen inzwischen die Reiserückkehrer: 19 der insgesamt 29 Neuinfektionen im Verlauf dieser Woche und damit rund zwei Drittel lassen sich laut Gesundheitsamt auf Urlauber zurückverfolgen. Seit 1. Juli registrierte die Behörde bereits 25 Infektionen, die offenbar aus dem Ausland importiert worden waren. Reiseländer waren: Russland (24 Prozent), Österreich und Italien (je 16 Prozent), Spanien (12 Prozent) sowie die Länder Ungarn, Kolumbien, Australien, Bosnien und Herzegowina, Kanada, Niederlande, Kroatien und Vereinigte Arabische Emirate (je 4 Prozent).

Impfen: Region abgehängt

In Sachen Impfquote wird die Region Rosenheim zunehmend abgehängt: Bei den Erstimpfungen liegen Stadt und Landkreis mit 50,38 Prozent weit hinter dem bayernweiten (58,4) und bundesweiten Schnitt (60,6 Prozent) zurück. Ähnliches Bild bei den Zweitimpfungen: Die Impfquote in der Region ist aktuell bei 40,48 Prozent, bayernweiter Schnitt ist 46,1 Prozent, bundesweit haben bereits 48,5 Prozent der Bürger den vollen Impfschutz (Stand 22. Juli).

Die Impfquote in der Region und im bayern- und bundesweiten Vergleich (Stand 22. Juli)..

Erneut Sonderimpftage

Im Stadtgebiet Rosenheim werden weitere Sonderimpftage stattfinden: Am Samstag, 24. Juli, im Bürgerhaus „Miteinander“ an der Lessingstraße. Zwischen 11 und 16 Uhr wird das Vakzin von Johnson & Johnson angeboten.

Auch im Landkreis Rosenheim sind Sonderaktionen geplant: Am 1. August in Prien am Chiemsee, am 29. Juli und 2. August in Wasserburg und am 6. August in Kolbermoor sowie in Raubling. Dabei werden jeweils die Impfstoffe von Biontech/ Pfizer und Johnson & Johnson zur Verfügung stehen, eine Terminvereinbarung vorab ist nicht notwendig. Nach Möglichkeit wird um eine vorherige Registrierung unter https://impfzentren.bayern und die Mitnahme des Personalausweises und Impfpasses gebeten. Weitere Informationen zu den Sonderimpfaktionen im Landkreis Rosenheim gibt es unter www.landkreis-rosenheim.de/impfzentrum-loretowiese/?findTab=#impfzentrum-loretowiese-sonderimpftage

Sorge bereitet die zunehmende Impfmüdigkeit in der Region nicht nur Gesundheitsamtsleiter Hierl, sondern auch Rosenheims Impfkoordinator Hans Meyrl: „Die europaweit ansteigenden Fallzahlen machen die Notwendigkeit einer Corona-Schutzimpfung noch einmal deutlich“, stellt er klar.

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Viele Über-60-Jährige nicht geimpft

Hierl ergänzt: „Bei der Auswertung unserer Fälle seit 1. Juni können wir sehen, dass trotz der Impfbemühungen etwa 12 Prozent in der Altersklasse über 60 Jahre betroffen waren, also Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, und 21 Prozent bei Kindern und Jugendlichen bis unter 18 Jahren, für die es bislang noch keine Zulassung beziehungsweise keine generelle Indikationsstellung für eine Impfung durch die Ständige Impfkommission gibt.“

Hierl weiter: „Ich rate daher dringend allen Personen, für die eine Impfindikation besteht und bei denen keine medizinische Kontraindikation nach wissenschaftlichen Kriterien vorliegt, den Impftermin auch wahrzunehmen. Wir dürfen uns nicht täuschen lassen, es werden sich alle Personen, die nicht geimpft sind oder die Infektion nicht schon durchgemacht haben, an dem Virus anstecken. Eine Herdenimmunität durch eine hohe Zahl an Geimpften wird nicht dazu führen, dass der Rest der Bevölkerung, der nicht gegen das Coronavirus immun ist, verschont wird.“

Die Lage an den Kliniken

Die Lage in den Kliniken: Insgesamt 32 (am 15. Juli: 29) Covid-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich vier Patienten (Vorwoche: 4) auf einer Intensivstation.

7-Tage-Inzidenz

Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten sieben Tage) liegt mit Stand 23. Juli (0 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 9,44 (15. Juli 7,87), für den Landkreis Rosenheim bei 8,8 (15. Juli: 5,74).

Sonderimpftag mit Johnson & Johnson

Am Sonntag, 1. August, findet im gemeinsamen Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim eine Sonderimpfaktion mit dem Covid-19-Impfstoff von Johnson & Johnson statt. Geimpft wird an diesem Tag ohne vorherige Registrierung und Terminvereinbarung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt den Impfstoff von Johnson & Johnson für Personen ab einem Alter von 60 Jahren. Für einen ausreichenden Impfschutz ist eine einmalige Dosis ausreichend. Eine vollständige Immunisierung besteht 14 Tage nach der Impfung. Das Impfzentrum ist am Sonntag, 1. August, von 8 bis 17 Uhr geöffnet; möglicherweise ist mit Wartezeiten zu rechnen.

Impfzentrum geschlossen

Mangels Nachfrage bleibt das Impfzentrum in der kommenden Woche am Montag, 26. Juli, Mittwoch, 28. Juli, Freitag, 30. Juli, und Samstag, 31. Juli, geschlossen. Alle Impftermine für kommende Woche finden wie vereinbart statt. Dienstag, Donnerstag und Sonntag gelten die Öffnungszeiten von 8 bis 17 Uhr – auch für Spontanentschlossene ohne Termin. Geimpft werden können alle Personen ab 18 Jahren sowie Jugendliche ab zwölf Jahren in Begleitung eines Erziehungsberechtigten. Nach ärztlicher Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen dürfen die Impfwilligen zwischen den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Johnson & Johnson wählen. Für Minderjährige ist der Impfstoff von Biontech/Pfizer vorgesehen. Ab dem 2. August bessert sich die Lage. Dann ist das Impfzentrum wieder durchgehend in Betrieb.

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