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Sanierung rechnet sich nach über 50 Jahren nicht mehr

Caritas will ihr Altenheim in Prien abreißen und neu bauen

Das Altenheim St. Josef liegt in Trautersdorf am nordwestlichen Ortsrand von Prien. Die Caritas will den U-förmigen, über 50 Jahre alten Komplex in zwei Etappen abreißen und ein neues, größeres Seniorenheim bauen.
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Das Altenheim St. Josef liegt in Trautersdorf am nordwestlichen Ortsrand von Prien. Die Caritas will den U-förmigen, über 50 Jahre alten, Komplex in zwei Etappen abreißen und ein neues, größeres Seniorenheim bauen.

Das Caritas-Altenheim St. Josef im Priener Ortsteil Trautersdorf war bei seiner Eröffnung 1968 eine der ersten Einrichtungen seiner Art in der Region. Nach über 50 Jahren will der Wohlfahrtsverband die Einrichtung nun abreißen und ein modernes Seniorenheim bauen. Der Betrieb soll trotzdem weiterlaufen.

Prien Jahrzehntelang meinten die Priener die Einrichtung am nordwestlichen Ortstrand, wenn sie vom Altenheim sprachen. Das Haus St. Josef ist durch Gottesdienste und andere Veranstaltungen von jeher fest ins Gemeindeleben integriert.

Etwa 2500 Euro für ein Einzelzimmer

Mit einem Eigenanteil von rund 2500 Euro im Monat ist ein Einzelzimmer im St. Josef vergleichsweise günstig. Dafür nehmen viele Bewohner unter anderem inkauf, dass sie nur Waschbecken im Zimmer haben uns sich die vorhandenen Pflegebäder mit anderen Senioren teilen müssen.

Was in den 1960er Jahren Standard war, ist heute längst nicht mehr zeitgemäß. Deshalb plant die Caritas jetzt den großen Wurf. In zwei Bauabschnitten soll der U-förmige Komplex abgerissen und durch eine moderne Senioreneinrichtung ersetzt werden. Im Zuge der Erneuerung werden die Angebote heutigen Anforderungen angepasst.

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Bisher gibt es 81 Einzel- und sieben Doppelzimmer für die stationäre Pflege. Zudem bietet die Caritas in Prien bereits einige Kurzzeit- und Tagespflegeplätze an. Das Heim der Caritas ist damit nach der Kursana Residenz in der Schillerstraße (162 Plätze) die zweitgrößte Senioreneinrichtung im Markt Prien.

Im Neubau der Caritas soll es 64 stationäre Plätze und 24 in der Tagespflege geben. Zusätzlich plane die Caritas 41 Wohnungen unterschiedlicher Größe für betreutes Wohnen sowie jeweils fünf Wohnungen für Mitarbeiter und die Ordensschwestern, die zum Pflegepersonal gehören, listete Bettina Bäumlisberger, Pressesprecherin des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising, im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung auf. Gruppenräume, Cafeteria, Kapelle und andere Gemeinschaftseinrichtungen entstehen ebenfalls in moderner Fassung.

Zimmer werden nicht mehr neu belegt

Zu den Kosten konnte sie zum jetzigen Zeitpunkt der Planung noch keine Angaben machen und verwies auf die steigende Inflation und Engpässe im Baustoffgewerbe, die die Preise in die Höhe treiben.

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Aber die Caritas scheint fest entschlossen, den Neubau zeitnah zu verwirklichen, sobald die Genehmigungsbehörden grünes Licht geben. Im Vorfeld des Abrisses würden bereits seit einiger Zeit Zimmer nicht mehr neu belegt, berichtet Hausleiterin Theresia Meisl. Deshalb sind von den 95 stationären Plätzen momentan nur noch 66 vergeben. Die verbliebenen Bewohner sollen in die Zimmer in dem westlichen Gebäudeteil verlegt werden, der im ersten Bauabschnitt stehen bleibt, erklärt Meisl. Zum Wohnen in den barrierefreien Zimmern des Neubaus bekomme jeder heutige Bewohner ein Angebot, verspricht Bäumlisberger.

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Nach ihren Schilderungen sind die Planungen der Caritas schon weit fortgeschritten. Im Zuge der Vorbereitungen seien mehrere Gutachten angefertigt worden. Im Ergebnis habe sich zum Beispiel ergeben, dass Sperlinge umgesiedelt werden müssten, so die Pressesprecherin. Die Untersuchungen hatten auch belegt, dass eine Renovierung wirtschaftlich nicht günstiger gewesen wäre als der nun angepeilte Neubau. Bäumlisberger verweist zur Begründung vor allem auf heutige Anforderungen der Barrierefreiheit und des Brandschutzes. Auch die Energiebilanz des Hauses spiele eine entscheidende Rolle. „Eine Sanierung hätte sich nicht gerechnet“, fasst die Caritas-Sprecherin zusammen.

Das neue Caritas-Altenheim in Trautersdorf soll nach den bisherigen Vorstellungen des Wohlfahrtsverbands im Wesentlichen aus zwei Gebäuden mit Grundflächen von 550 beziehungsweise 1550 Quadratmetern bestehen.

Bebauungsplan als rechtlicher Rahmen

Der Markt Prien muss nun zunächst einen Bebauungsplan aufstellen, um den rechtlichen Rahmen für den Neubau der Caritas zu schaffen. Allerdings gibt es aus Sicht von Bürgermeister und Verwaltung noch Redebedarf. Eigentlich sollte der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung im Chiemsee Saal das Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan auf den Weg bringen. Aber der Punkt wurde kurzfristig von der Tagesordnung genommen. „Im Rahmen der Vorprüfung hat sich noch dringender Klärungsbedarf gezeigt. Hierzu ist ein Gespräch mit Antragsteller, Planer und Bürgermeister sowie Bauverwaltung anberaumt“, hieß es zur Begründung. Wo genau die Gemeinde noch Gesprächsbedarf sieht, dazu wollte sich der Bürgermeister auf Nachfrage nicht äußern.

Nach dem Treffen aller Beteiligten soll das Bebauungsplanverfahren in der nächsten Sitzung aber eingeleitet werden.

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Zum Pflegepersonal im Caritas-Altenheim gehören seit 35 Jahren auch sechs Ordensschwestern. Die Missionsfranziskanerinnen vom Heiligen Aloysius Gonzaga aus Indien sind seit 250 Jahren nach dem Vorbild des heiligen Franz von Assisi bei den Armen und Kranken tätig. In Prien sind elf Schwestern des Ordens, davon sechs im Caritas-Altenheim und fünf in der RoMed-Klinik am See. Für die Schwestern im St. Josef sollen im Zuge des Neubaus eigene Wohnungen geschaffen werden.

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