Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

AUS DEM BAUAUSSCHUSS

Bad Aibling: Zwist um Bauvorhaben an Rand von Trinkwasserschutzgebiet

An einem geplanten Doppelhaus am Rand des Trinkwasserschutzgebietes in Willing scheiden sich in Bad Aibling gerade die Geister.
+
An einem geplanten Doppelhaus am Rand des Trinkwasserschutzgebietes in Willing scheiden sich in Bad Aibling gerade die Geister.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
    schließen

Gilt ein geplantes Doppelhaus am Rand des Wasserschutzgebietes bei Willing als ein Einzelbauvorhaben oder wird mittels der dafür anvisierten Einbeziehungssatzung ein Baugebiet ausgewiesen? Diese Frage spaltete die Gemüter in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses von Bad Aibling.

Bad Aibling – Während Stadt Bad Aibling sowie Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt Rosenheim die Pläne südlich des Gartenäckerweges unter bestimmten Maßgaben für realisierbar halten, stemmen sich die Stadtwerke Bad Aibling zusammen mit den Städten Kolbermoor und Rosenheim aus Sorge um den Schutz des Trinkwassers ebenso dagegen wie die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Grünen.

Drei Einfamilienhäuser sind vom Tisch

Waren südlich des Gartenäckerweges ursprünglich drei Einfamilienhäuser geplant, so geht es nach seinerzeitigen Protesten nun nur noch um ein Doppelhaus, für das der Eigentümer auf dem Grundstück seiner Hofstelle das Baurecht für zwei seiner Kinder erwirken möchte.

Dazu soll eine Einbeziehungssatzung für eine Fläche von 800 Quadratmetern erlassen werden. Wie das Wasserwirtschaftsamt in seiner Stellungnahme erläuterte, liegt die vorgesehene Baufläche in der „Weiteren Schutzzone A“ (Zone III A) des dortigen Wasserschutzgebietes, das der Wasserversorgung der Städte Bad Aibling, Kolbermoor und Rosenheim dient.

Besondere Vorkehrungen nötig

Für ein Vorhaben in diesem Bereich müsse eine Reihe an Vorkehrungen getroffen werden – mit Maßgaben unter anderem zur Versickerung von Oberflächenwasser, Abwasserleitungen und Beachtung der hydrogeologischen Verhältnisse.

Das könnte Sie auch interessieren: Trinkwasserschutz contra Bebauung?

Werden alle Anforderungen eingehalten, könne das Vorhaben im Hinblick auf die Auswirkungen auf das Grundwasser und die zu erwartenden Folgenutzungen aus wasserwirtschaftlicher Sicht als Einzelbauvorhaben gewertet werden, teilte die Behörde mit. Dieser Auffassung schloss sich auch die Stadtverwaltung an.

Streit um Verstoß gegen Schutzgebietsverordnung

Die Abteilung Wasserrecht des Landratsamtes kam nach Prüfung der Rechtslage zu dem Schluss, dass durch die Satzung kein neues Baugebiet ausgewiesen werde und die Errichtung einer baulichen Anlage in der Zone III A zulässig sei. Ganz anders sehen das die Stadtwerke Rosenheim und Bad Aibling sowie die Stadt Kolbermoor: Das Vorhaben befinde sich in der Zone III A des Wasserschutzgebietes der Wasserversoger von Rosenheim, Bad Aibling und Kolbermoor und verstoße so gegen die rechtskräftige Schutzgebietsverordnung.

Lesen Sie auch: 4140 Tests, 23 positive Ergebnisse - So läuft es im Bad Aiblinger Corona-Schnelltestzentrum

Für die Grünen-Fraktion protestierte Martina Thalmayr: Mit der Einbeziehungssatzung werde erneut der Versuch gestartet, ein privates Bauvorhaben in der Trinkwasserschutzzone zu realisieren – einem Wasserschutzgebiet, in dem Trinkwasserbrunnen für Bad Aibling, Kolbermoor und Rosenheim stehen, die über 100 000 Menschen mit Trinkwasser versorgen.

„Trick“ für Wohnbebauung

Mit dem „Trick“ der Satzung wolle man formal um die Schutzverordnung herumschleichen und einen Weg finden, dennoch zu einer Wohnbebauung in der Schutzzone und im Außenbereich zu kommen.

Weitere Artikel und Nachrichten aus Bad Aibling, Bad Feilnbach, Bruckmühl, Feldkirchen-Westerham und Tuntenhausen finden Sie hier

Thalmayr verwies auf einen Vorort-Termin mit Stadt- und Behördenvertretern, bei dem den Antragstellern Möglichkeiten aufgezeigt worden seien, wie auf der bestehenden Hof-stelle zwei Gebäude als Innenbereichsvorhaben genehmigt und somit Wohnraum für die Kinder geschaffen werden könne. Die Grenzen des Grundwassereinzugsgebiets seien auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt und dürften nicht ohne wirkliche unausweichliche Notwendigkeiten überschritten werden.

„Trinkwasserschutz steht außer Frage“

Für Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) steht der Trinkwasserschutz außer Frage. „Wenn daran nur die geringsten Zweifel bestünden, würden wir hier nicht stehen.“ Er verwies darauf, dass die Wasserschutzverordnung explizit Ausnahmen vorsehe.

CSU-Rat Johann Schweiger betonte: „Wenn die Fachbehörden sagen, es ist möglich, dann ist das für mich fachlich klar. Dass es den Wasserversorgern nicht passt, das wird immer so sein.“ Richard Lechner (SPD) sah bei dem Vorhaben „noch einen gewissen Zusammenhang mit dem elterlichen Hof“, warnte aber davor, noch darüber hinaus zu bauen.

Stadtrat hat morgen das letzte Wort

Anita Fuchs (Grüne) schüttelte den Kopf: „Das ist ein hochattraktives Baugebiet. Ich kann allen Bauwerbern nur empfehlen: ,Machen Sie‘s genau so und schauen Sie, ob es Ihnen auch gelingt‘ .“ Mit 7:4 Stimmen empfahl der Ausschuss dem Stadtrat, der Einbeziehungssatzung am Donnerstag zuzustimmen.

Kommentare