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Rosenheimerin alleine auf Skitransalp-Tour unterwegs

Grenzerfahrung: Und plötzlich brach der Ski

Grenzerfahrung gesammelt: Lissi Seibt aus Rosenheim hat alleine die Alpen überquert.
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Lissi Seibt hat Ende Februar nur mit Skier und Gleitschirm bewaffnet die Alpen überquert.

Aschau im Chiemgau - 200 Kilometer und 12.500 Höhenmeter in acht Tagen: Lissi Seibt aus Rosenheim hat sich mit ihrer Skitransalp-Tour von Aschau nach Bruneck im Südtiroler Pustertal einen Kindheitstraum erfüllt – und war dabei ganz auf sich gestellt.

Der Wunsch, eine Skitransalp-Tour zu meistern, trieb Lissi Seibt schon seit Kindertagen um. Die Sportlerin aus Leidenschaft, hat sich mit ihrer Tour über die Alpen einen lang ersehnten Traum erfüllt. Bewaffnet mit guter Ausrüstung sowie Skiern und Gleitschirm gingen die Vorbereitungen in den Endspurt. Gleichzeitig wuchs die Vorfreude auf ihren ganz persönlichen Trip.

„Durch meine Hobbies Gleitschirm-Fliegen und Skitourengehen war ich schon immer mit den Bergen und der Gemeinde Aschau im Chiemgau verbandelt“, erzählt die 33-Jährige aus Rosenheim. Ihren Traum von Aschau aus zu starten und in Südtirol zu landen, wollte sie schon lange umsetzen, jetzt war der Zeitpunkt da. Die rund vierwöchigen Planungen für den Trip wurden nach Weihnachten 2017 konkret: Die Route habe sie „genau ausgetüftelt“, die Witterung samt Lawinengefahr im Blick gehabt.

Ende Februar fiel der Startschuss: „Ich habe absichtlich noch ein paar Tage gewartet, bis es einigermaßen lawinensicher war“, schildert Lissi. Denn die Route, die sie sich ausgesucht hatte, lag abseits von Pisten und Skigebieten. Lediglich einmal, beim Skigebiet Söll am Wilden Kaiser habe sie eine präparierte Piste überquert. „Alles andere geschah auf freiem Skiraum oder mit dem Gleitschirm in der Luft“, schwärmt sie.

Lissi Seibt inmitten der Berge.

Nicht alles lief wie am Schnürchen ... 

Eine wahre Extremsituation, der sich die Rosenheimerin mit ihrer Idee ausgesetzt hat – und das ganz auf sich gestellt: Als sich kein passender Touren-Partner fand, bechloss sie, das Abenteuer alleine anzugehen. Angst habe sie keine gehabt. Durch die GPS-Navigation sei ihre Tour in Echtzeit zu verfolgen gewesen, was ihr ein Gefühl der Sicherheit gegeben habe. 

Außerdem hielt die 33-Jährige Freunde und Follower über die sozialen Netzwerke Instagram und Facebook mit Fotos von ihrem Skitransalp-Trip auf dem Laufenden. „Ich bekam viel Feedback, das motivierte natürlich ungemein, nicht aufzugeben. Wirklich alleine war ich also nie“, sagt Lissi lachend.

Der erste Rückschlag jedoch ließ nicht lange auf sich warten: Gleich am ersten Tag, als sie Richtung Kaiserbachtal abfuhr, brach Lissi ein Ski – eine grenzwertige Situation. "Ich war mitten im Tiefschnee, es wurde bereits dunkel und die Prognose für die Nacht lag bei Minus 25 Grad“, blickt Lissi an den Schreckmoment zurück. „An diesem Punkt kamen schon Zweifel auf, ob das nicht ein Wink mit dem Zaunpfahl war, dass die Nummer möglicherweise zu groß ist für mich." Die Bergrettung Kufstein befreite die 33-Jährige aber schließlich aus ihrer brenzligen Lage. „Mei, ich hätte die Nacht in meinem Gleitschirm als Biwak schon überlebt, aber lustig wäre das nicht gewesen“, spinnt Lissi den Faden weiter. Tags drauf habe sie glücklicherweise „genau den gleichen Ski als Ersatz" bekommen. Die Tour konnte weitergehen.

Die 33-Jährige war mit Skiern und Gleitschirm alleine in den Bergen unterwegs.

Nach dem Schreckmoment zu Beginn wollte sich die Sportlerin nun durch nichts mehr aufhalten lassen. Tag für Tag ging es voran: Maukspitze, Bamberger Hütte, Pinzgau, Alpenhauptkammquerung. Möglichkeiten zum Fliegen fand Lissi auch: An Tag sieben beispielsweise von Kasern über das Merbjoch nach Rein.

Am achten Tag entschied sich Lissi entgegen ihrer ursprünglichen Route, die Tour in Bruneck in Südtirol zu beenden. Um über die Antholzer Scharte ins Tal zu gelangen, fehlten noch etwa 400 Höhenmeter. "Oberhalb der Kasseler Hütte aber habe ich den Plan weiterzugehen verworfen“, erinnert sich Lissi. „Im Schneetreiben und in unbekannten Gelände nur mit GPS zu navigieren war mir einfach zu gefährlich.“ 

Körperlich und auch mental, so Lissi, sei sie während des Trips oft an ihre Grenzen gestoßen. „Trotzdem habe ich einzigartige Erfahrungen gesammelt, die mir niemand mehr nehmen kann.“ Sie hofft mit ihrem Trip besonders junge Frauen animieren zu können, eine solche Tour – zur Not auch als Frau alleine – zu wagen. Lissis Fazit: „Der beste Schritt, Zweifel aus dem Weg zu räumen, ist nicht lange um den heißen Brei herum zu reden, sondern, sich zu trauen und es einfach zu machen. Wenn man etwas will, dann geht‘s auch.“ 

mb

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