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Kein Abholzen für Baugrund

Albachinger Bürger starten Unterschriftenaktion gegen Waldrodung

Hier soll gebaut werden, dafür müsste aber zunächst der Wald gerodet werden, das ruft einige Albachinger Bürger auf den Plan.
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Hier soll gebaut werden, dafür müsste aber zunächst der Wald gerodet werden, das ruft einige Albachinger Bürger auf den Plan.

Logisitk Huber möchte in Albaching bauen. Dafür müsste Wald gerodet werden. Einigen Albachinger Bürgern passt das nicht. Sie wehren sich mit einer Unterschriftenaktion.

Albaching – Wie viel Wald der Rodung zum Opfer fallen würde, ist unklar. Doch beim Gedanken eines grundsätzlichen Einschnitts sträubt es etlichen Albachinger Bürgern die Haare. Sie haben eine Unterschriftenaktion gestartet.

Hintergrund ist eine Änderung des Flächennutzungsplans, die momentan in der Gemeinde Albaching Thema ist. Denn das Unternehmen „Logistik Huber„ möchte für den Bau einer Kühlhalle einen Teil einer Waldfläche abholzen. Der Platz würde dringend dafür gebraucht, ist aus den Planungen ersichtlich. Der Albachinger Isidor Hagl ist dagegen.

Abholzung nicht gerechtfertigt

„Darf es heutzutage überhaupt noch einen Gedanken für Waldrodung geben, wenn man diesen weltweit zu schützen versucht?“, fragt sich Hagl. Er setzt sich mit weiteren Mitstreitern dafür ein, dass zahlreiche Unterschriften gegen die Rodungspläne in Oberdieberg zusammenkommen.

Albaching sei mit 330 Hektar Waldfläche ein eher waldarmes Gebiet, so Hagl. Dabei sei der Wald als die grüne Lunge der Welt für die Natur, das Klima und die Menschheit so wichtig. „Scheinbar ist das aber nicht regional anerkannt“, wundert sich Hagl.

Bereits 100 Unterschriften

Bereits in der Bürgerversammlung hat Hagl das angelaufene Vorhaben erläutert: „Die Bürgeraktion soll verdeutlichen, dass wir es nicht möchten, dass Wald gerodet wird“. Denn das Bauvorhaben rechtfertige in keiner Weise den schweren Eingriff in die Natur und könne durch eine Ausgleichsmaßnahme wie etwa einer Ersatzaufforstung nicht kompensiert werden.

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Mittlerweile seien schon über 100 Unterschriften zusammengekommen, heißt es vom Mitinitiator auf Nachfrage. Unterschreiben dürften nur Albachinger Einwohner im Alter ab 16 Jahren. Leider fände die Jugend hier nicht so ins Thema, zeigt sich Hagl enttäuscht. Dennoch sieht er großen Bedarf an mehr Information zu dem Projekt. „Wenn wir unterwegs sind, um Unterschriften zu sammeln, merken wir, dass die Bürger viel nachfragen“.

Hagl sieht „großes Informationsdefizit“

Einige der Anfragenden sehen die Entscheidung schon als getroffen. „Das ist aber nicht richtig“, klärt Hagl auf. Die Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit stehe in den nächsten Wochen an, somit könne man sich sehr wohl einbringen in die nächsten Schritte, findet der Mitinitiator. Der Einwand aufgrund der Liste müsse dann mitbehandelt werden. Er sehe ein großes Informationsdefizit und findet es schade, dass hier keine breitere Öffentlichkeitsarbeit zu solch einem Vorhaben stattgefunden hatte, gibt der Redner bereits bei der Bürgerversammlung zu bedenken. Beim Einholen der Unterschriften gegen die geplante Waldrodung geht es neben der Information auch um den Datenschutz.

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Das Besondere der Unterschriftenliste: Bei der Übergabe der Listen wird der Datenschutz besonders ernst genommen. „Die Liste wird nur Bürgermeister und leitendem Beamten übergeben und ansonsten sehr vertraulich behandelt“, erläutert der Initiator. Dadurch soll gewahrt bleiben, dass die unterzeichnenden Bürger keinerlei Nachteile erfahren oder in Bedrängnis gebracht würden.

„Denn der Sache verbunden fühlen sich wirklich viele Mitbürger“, erinnert sich Hagl nach etlichen Fußmärschen von Haus zu Haus, um hier weitere Unterzeichner zu finden. Auch eine Rücksprache mit dem Bayerischen Landesbeauftragten für Datenschutz wurde Rücksprache gehalten.

Listen liegen nicht in Geschäften aus

Die Initiatoren sehen sich im Vorhaben gestärkt, die Vertraulichkeit der Namen aller Unterzeichnender zu gewährleisten. Auch deshalb liegen die Listen beispielsweise nicht in den Geschäften oder öffentlichen Stellen aus. Es sei ihm wichtig, hier mehr vor Ort direkt und persönlich zu erreichen. Die Initiatoren würden sich auch in den nächsten Tagen wieder zum Einholen weiterer Unterschriften auf den Weg machen. „Es ist vielleicht nur ein kleines Instrument, um sich aktuell dagegen zu wehren, aber doch auch eine Darstellung der Meinungsbilder vieler Bürger“. (mir)

Das sagt der Bürgermeister

Ob der Wald gerodet wird, sei noch nicht klar, erklärt Bürgermeister Rudolf Schreyer. „Wir befinden uns derzeit in der Änderung des Flächennutzungsplans und schauen, ob das überhaupt möglich ist.“

Momentan würden die Behörden zu dem Bauvorhaben befragt. Eine Antwort der Naturschutzbehörde habe es gegeben, die grundsätzlich nichts gegen die Rodung habe, wenn vorschriftsmäßig eine 100-prozentige Ausgleichsfläche eingeplant werde. Außerdem gelte, dass auf der Waldfläche aufgrund von Krankheit der Bäume bereits minimiert sei. „Es ist aber immer schade, wenn Wald gerodet werden muss“,berichtet Schreyer. Grundsätzlich sei es die Aufgabe der Gemeinde zu überprüfen, ob ein Bauvorhaben möglich sei. Gleichzeitig sei es aber rauch wichtig, den willen der Bürger zu berücksichtigen.

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