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Petition an Landrat übergeben

7000 Stimmen gegen die Kampenwandbahn - Das sagt der Bahnbetreiber zu den Vorwürfen

Zu Gast im Rosenheimer Landratsamt (von links): Helge Holtzer, Wera Ball, Prof. Dr. Edda Weimann, Prof. Dr. Peter Weimann, Initiator der Bürgerinitiative „Rettet die Kampenwand“, Lea Weimann, Rainer Auer, Vorsitzender der Kreisgruppe Bund Naturschutz, Rosenheimer Landrat Otto Lederer, Dr. Gertrude Zacherl und Dr. Klaus Lintzmeyer, Schriftführer des Vereins zum Schutz der Bergwelt.
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Zu Gast im Rosenheimer Landratsamt (von links): Helge Holtzer, Wera Ball, Prof. Dr. Edda Weimann, Prof. Dr. Peter Weimann, Initiator der Bürgerinitiative „Rettet die Kampenwand“, Lea Weimann, Rainer Auer, Vorsitzender der Kreisgruppe Bund Naturschutz, Rosenheimer Landrat Otto Lederer, Dr. Gertrude Zacherl und Dr. Klaus Lintzmeyer, Schriftführer des Vereins zum Schutz der Bergwelt.

Der Streit um den Ausbau der Kampenwandseilbahn entbrennt erneut. Die Bürgerinitiative „Rettet die Kampenwand“ schaltete sich nun in die Diskussion mit ein und übergab dem Rosenheimer Landrat Otto Lederer eine Online-Petition gegen den Neubau mit rund 7000 Unterschriften. Doch auch der Bahnbetreiber reagiert.

Aschau im Chiemgau – „Wir wollen keine Kommerzialisierung der Kampenwand“, betont Zbil. Nach 65 Jahren Betrieb plane das Familienunternehmen den Erneuerungsbau vielmehr, um den Komfort für die Fahrgäste zu verbessern und dem Betrieb eine langfristige Zukunft zu ermöglichen.

Der Geschäftsführer vertraut daher auf die Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung, die das Rosenheimer Landratsamt erteilt hat.

Betrieb soll langfristig erhalten bleiben

Das Landratsamt habe die künftige Beförderungskapazität der Seilbahn zusammen mit dem Neubau von Berg- und Talstation und der Stützen bereits im Jahre 2017 genehmigt. „Diese Genehmigungen sind bestandskräftig und können gerichtlich nicht mehr erfolgreich angefochten werden“, meint Zbil.

Die Kritik des Bund Naturschutz bezüglich der künftig erhöhten Beförderkapazität der Seilbahn könne der Geschäftsführer der Kampenwandbahn nicht nachvollziehen. „Der Bund Naturschutz weiß, dass auf dem Markt keine kleineren als 8er-Kabinen erhältlich sind. Wenn er sich also gegen diese maßvolle Form der Erneuerung der inzwischen 65 Jahre alten Gondeln wendet, verfolgt er andere Ziele,“ meint Zbil.

Insgesamt sei es aus Sicht der Bahn bedauerlich, dass der Bund Naturschutz den Weg der Konfrontation gewählt hat, anstatt gemeinsam mit der Bahn und den anderen Akteuren vor Ort, wie der Gemeinde Aschau und den Almbauern, die Nutzung des Kampenwandgebiets naturverträglich zu gestalten. Zumal man von Seiten der Betreiber bereits vergeblich versucht habe, auf die Kritiker wie den Bund Naturschutz oder die Bürgerinitiative „Rettet die Kampenwand“ zuzugehen.

Die Vertreter dieser Vereinigungen haben nun eine Online-Petition gegen den Neubau mit rund 7000 Unterschriften an Rosenheimer Landrat Otto Lederer übergeben.

Laut einer Mitteilung des Landratsamtes seien beim Treffen alle Argumente zum Für und Wider des geplanten Ausbaus der Bergbahn ausgetauscht worden. In der intensiven Diskussion wies Lederer demnach darauf hin, dass das Landratsamt einen Antrag gemäß klarer Vorgaben abarbeiten müsse. Dieser sei geprüft und abgewogen worden und aufgrund der Faktenlage stand dem Antragsteller eine Genehmigung zu. Diese werde nun gerichtlich überprüft, da der Bund Naturschutz Klage eingereicht hat.

Ein Thema der Debatte seien auch die neuen Loungebereiche an der Sonnenalm gewesen. Diese können von den Besuchern gebucht werden und kosten je nach Angebot zwischen 39 und 69 Euro pro Person. „Die Loungen werden vom Landratsamt sowohl bau- als auch naturschutzrechtlich geprüft“, teilte der Landrat hierzu mit.

Peter Weimann, der Vertreter der Bürgerinitiative, spricht in diesem Zusammenhang von „Gastronomietourismus“, Rainer Auer, Vorsitzender der Kreisgruppe Rosenheim des Bunde Naturschutzes, von der „Gentrifizierung der Alpen“.

Für Bahngeschäftsführer Zbil sind diese Bezeichnungen jedoch lediglich eine Abqualifizierung der Beförderung und angemessenen Bewirtung.

Erneuerung nach wie vor in Planung

„Die Fahrt mit der Seilbahn ist die mit Abstand schonendste Weise, sich auf den Berg zu begeben“, ist er überzeugt. Die Kampenwandseilbahn strebe daher unverändert die zügige Erneuerung an. „Wir bleiben unserer Tradition treu und freuen uns darauf, das Vorhaben in der genehmigten Weise zu verwirklichen“, gibt sich der Betreiber trotz Petition und Klage optimistisch.

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