Verspätungen, Ausfälle und fehlende Informationen

Das sagen Fahrgäste zum Bahnchaos beim Meridian

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Landkreis Rosenheim - Wegen andauernden Baustellen auf der Bahnstrecke zwischen München und Rosenheim kommt es derzeit vermehrt zu Behinderungen im Bahnverkehr. Wir haben unsere Leser gefragt, wie sie den Alltag als Pendler erleben.

Seit dem 17. März herrscht Baustelle auf der Bahnstrecke zwischen München und Rosenheim. Das betrifft natürlich auch diejenigen Pendler, die mit dem Meridian reisen. Dieser gab in mehreren Pressemeldungen bekannt, dass insgesamt vom 17. März bis 3. Juli auf verschiedenen Strecken mit einzelnen Zugausfällen und Verspätungen zu rechnen ist. 

Akut von den Bauabschnitten zwischen 17. März und  5. April betroffen waren die Linien von München über Rosenheim nach Kufstein, München nach Salzburg und München über Holzkirchen nach Rosenheim. Dort können einzelne Bahnhöfe zeitweise gar nicht mehr angefahren werden, manche Züge entfallen komplett. Es fahre aber ein Schienenersatzverkehr von Rosenheim bis Grafing Bahnhof, der ausfallende Züge ersetze und die Bahnhöfe versorge, die wegen der Baustelle nicht angefahren werden können. Das beträfe zeitweise Aßling, Ostermünchen und Großkarolinenfeld.

Für Pendler keine guten Nachrichten. rosenheim24.de hat die Fahrgästen der Region gefragt, wie groß die Auswirkungen auf ihren Alltag tatsächlich sind. Mit klarem Ergebnis: 

Leser berichten von ihrem Bahn-Alltag

Auf einen Leseraufruf von rosenheim24.de hin, haben unsere User uns ihre Erfahrungen mit der Baustelle der Bahn und den damit einhergehenden Verkehrsbehinderungen beim Meridian berichtet. Alex S. pendelt von Grafing aus. Da beginne bereits das Problem, denn dadurch, dass Ostermünchen und Aßling teilweise nicht von Zügen angefahren werden, kommen viele mit dem Auto nach Grafing, um dort in den Zug zu steigen. Dadurch sei der Parkplatz hoffnungslos überfüllt. 

Auch die Züge seien durch die Ausfälle so voll, dass man beim Aussteigen Schwierigkeiten habe, zur Tür durchzukommen und manchmal kaum in den Zug hinein zukommen. Das läge vor allem daran, dass BOB und Meridian zu kurze Züge zur Verfügung stellen würden. Verspätungen seien ebenso alltäglich wie fehlende oder sogar falsche Informationen an den Tafeln am Bahnhof. "Die Informationspolitik seitens der "offiziellen" Meridian-Stellen ist eine Katastrophe!", so Alex S. "Der einzige Lichtblick ist die (private) Facebook-Gruppe der Lokführer und Schaffner des Meridian", fügt er hinzu und lobt besonders die Leute, die diese Gruppe in ihrer Freizeit pflegen. 

"Mangels Alternativen muss man den Zug nehmen"

Auch Lea S. ist nicht zufrieden mit der aktuellen Situation. Sie muss täglich von Flintsbach am Inn nach München in die Arbeit und zur Berufsschule pendeln. Da der Meridian fast täglich Verspätung habe, habe sie vor allem beim Umsteigen in die S-Bahn Probleme, die sich auf die pünktliche Ankunft auf der Arbeit auswirken. Fast 20 Minuten käme sie regelmäßig zu spät, weil sie ihren Anschluss nicht erreiche. Die bereitgestellten Baustellenfahrpläne seien keine Hilfe, da sie unübersichtlich seien. Ausschilderungen und Durchsagen über Ausfälle werden häufig gar nicht gemacht oder seien komplett falsch. So werden beispielsweise teilweise am Gleis Zugausfälle angekündigt und dann fahre der Zug doch und umgekehrt. "Alles in allem bin ich total unzufrieden und genervt von der Baustelle auf der Strecke und wünsche mir, dass das möglichst schnell vorbei ist. Es erschwert den Weg zur Arbeit um Einiges und man muss seinen Tagesablauf an die neuen Gegebenheiten (frühere Abfahrtszeiten etc.) anpassen", so Lea S.

Auch Mike S. aus Großkarolinenfeld ist nicht glücklich über seine Erfahrungen mit dem Meridian. Selbst wenn keine Baustelle herrscht, seien die Züge viel zu kurz und dadurch viel zu voll. Es seien wohl zu wenig Züge verfügbar, vermutet er. Eine Alternative, durch die er dem Meridian aus dem Weg gehen könnte, sieht er nicht: "Mangels Alternativen muss man den Zug nehmen."

Fehlende Informationen und überfüllte Züge

Zusammenfassend lassen sich vor allem zwei Kritikpunkte an der aktuellen Verkehrslage herausarbeiten. Erstens: Die Züge, die fahren, sind zu kurz und damit zu voll. Das ist für viele Reisende eine Belastung auf dem Weg in die Arbeit oder Schule. Zweitens: Die Informationspolitik von Meridian und Bahn lässt zu wünschen übrig. Zu späte, fehlende und sogar falsche Durchsagen und Updates über die App sind verwirrend und machen eine reibungslose Ankunft unmöglich. Selbst die Hotline und Zugschaffner können keine zuverlässigen Aussagen machen, meldeten Leser.

Zwei weitere Artikel über Auswirkungen auf die Schüler der Region und Stellungnahmen von Meridian und Bahn folgen jeweils am 3. und 4. April.

jv

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