Zugausfälle wegen Bahn-Baustelle

So wirkt sich das Bahnchaos beim Meridian auf Schüler aus

Rosenheim - Für Berufspendler ist die Baustelle der Bahn auf der Strecke zwischen München und Rosenheim eine Herausforderung. Doch wie dramatisch sind die Auswirkungen für den Alltag von Schülern, die nicht zu Fuß in die Schule gehen können?

Zugausfälle, Schienenersatzverkehr und Verspätungen: Das sind derzeit die Ärgernisse, mit denen Pendler und Schüler sich auf dem Weg zu Arbeit und Schule rumschlagen. Wegen einer seit dem 17. März zwischen Rosenheim und München bestehenden Baustelle kommt es vermehrt zu Komplikationen auf den Strecken München - Kufstein, München - Salzburg und München - Holzkirchen - Rosenheim.

Wir haben unsere Leser nach ihren Erfahrungen gefragt und dabei vor allem eine Antwort bekommen: Die Kommunikation beim Meridian lässt zu wünschen übrig. Durchsagen, Ausschilderungen und Apps seien unzuverlässig und geben teilweise falsche Informationen weiter. Auch die vielen Verspätungen seien eine Zumutung für Arbeitgeber und -nehmer. Doch wie sieht die Situation bei Schülern aus? Kommt es hier auch zu derart starken Auswirkungen auf den Alltag der Bahngäste?

rosenheim24.de hat an den Schulen der Region nachgefragt - mit überraschendem Ergebnis.

Bahnbaustelle für Schüler kaum ein Problem

Eine Mitarbeiterin des Karolinen-Gymnasiums Rosenheim sieht das Ganze eher gelassen. Einige Schüler kämen sicher verspätet an, einzelne auch gar nicht. Insgesamt seien es aber so wenige, dass man von einem Problem nicht sprechen könne. Das läge aber vor allem daran, dass die meisten Schüler gar nicht mit der Bahn in die Schule kämen, sondern mit dem Bus oder zu Fuß. Dies sei auch der Fall für Schüler der Wilhelm-Leibl-Schule in Bad Aibling. Auch hier seien die Schüler vor allem Buskinder, erklärt eine Mitarbeiterin. 

Auch der Schulleiter der Johann-Rieder-Realschule Rosenheim, Wolfgang Forstner, stimmt dem zu. Das Einzugsgebiet der Realschule erfordere wenig Bahnfahrten. Die Baustelle auf der Prinzregentenstraße verursache da wesentlich mehr Probleme, als die Bauarbeiten an der Bahnstrecke.

Auch Helmut Pertzel, stellvertretender Schulleiter des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums in Rosenheim, stimmt seinen Kollegen zu. "Wir führen keine Statistik, warum Schüler sich verspäten." Aber gravierende Auswirkungen seien zumindest aus schulischer Sicht nicht spürbar. Das liege vor allem daran, dass viele Schüler mit dem Bus pendeln. Für diejenigen Kinder, die von den Haltestrecken losfahren, die derzeit gesperrt sind, sei vor allem der Heimweg ein Problem. Dann fällt nämlich jeder zweite Zug aus, der Schienenersatzverkehr braucht teilweise doppelt so lang wie der Zug. 

Er selbst sei auch Pendler, so Pertzel. "Ich breche da meistens eine Lanze für die Bahn", so der stellvertretende Schulleiter. Jeden Morgen und Abend reise er von und nach Grafing. "Dafür, wie viele Fahrten da am Tag stattfinden, kann ich die Fälle, in denen es zu dramatischen Bahnausfällen kam, an einer Hand abzählen", erklärt er. 

Eine Stellungnahme von Bahn und Meridian folgt am 4. April.

jv

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