Seltsames, leuchtendes Ding über Süddeutschland

"Feuerball" über der Region - Flugbahn nun berechnet

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Landkreis Rosenheim - Ein helles, sich schnell bewegendes Licht wurde von vielen Lesern am Dienstagabend am Himmel gesichtet. Auch über unserer Region haben einige das unbekannte Flugobjekt gesehen. Was steckt dahinter?

Update Montag, 20.11.2017:

Der Mini-Asteroid, der am frühen Abend des 14. November 2017 über Deutschland verglüht ist, war im globalen Maßstab nichts Besonderes – aber er hat europäische Astronomiegeschichte geschrieben: Ein 2015 eingerichtetes Meldesystem für visuelle Feuerkugel-Beobachtungen hat derart gut funktioniert, dass schon binnen Stunden eine ziemlich präzise Flugbahn abgeleitet werden konnte, berichtet die Zeitschrift Abenteuer Astronomie.

Die entscheidenden Information fehlen zwar noch: Hat eine Restmasse den Boden erreicht, so dass sich die Suche nach frischen Meteoriten lohnen könnte? Und wenn ja, wo liegt das wahrscheinliche Streufeld und wie groß ist es? 

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht zur Feuerkugel über Deutschland.

Daniel Fischer

Update Freitag

Nun haben wir zu dem Feuerball auch Informationen von Dipl. Phys. Dieter Heinlein, Leiter des Feuerkugelnetzwerks des DLR (Inst5itut für Planetenforschung), bekommen. Die These von Prof. Dr. Elmar Junker, dass das ein Bolide gewesen sei, wurde dadurch bestätigt.

"Die Feurkugel(Fk) vom Dienstag Abend ist wohl in ca. 50 km Höhe verloschen. Dabei ist leider keine Materie runter bis auf den Erdboden gekommen. Es war aber ein höchst spektakulärer, kometarer Bolide.

Bei der Fachgruppe Meteorastronomie (IMO) sind

bereits etwa 2.000 Meldungen und einige Bilder und Videos

eingegangen.

Vorbericht

Für Schlagzeilen und Verwunderung sorgte ein leuchtender Feuerball, der am Dienstagabend über unserer Region zu sehen war. Auch einige unserer Leser haben das Flugobjekt beispielsweise in Bad Aibling und Flintsbach gesehen.

Der User Freeman_RO schrieb unter unserem ersten Artikel: "Runtergekommen ist es auf alle Fälle bei Flintsbach, da war's noch kurz zu sehen..."

Prof. Dr. Elmar Junker hat eine Vermutung 

Wir haben Prof. Dr. Elmar Junker, Leiter der Sternwarte Rosenheim befragt, was das nun für ein Objekt war und ob es tatsächlich über Flintsbach heruntergekommen ist.

"Die Indizien zeigen darauf hin, dass es sich um eine Feuerkugel handelt, auch Bolide genannt. Im Prinzip ist das dann eine sehr helle Sternschnuppe, wo das Ausgangsobjekt (Meteorid genannt, ja mit „d“ am Ende) ein ca. 0,5 bis > 5 kg schwerer Stein/Metallbrocken aus dem Weltall ist, der beim Eintritt in die Atmosphäre die Luft zum Leuchten bringt. Im Extremfall (viele kg schwer) kann er auch als „Meteorit“ (ja mit „t“ am Ende) unten ankommen, quasi als Stein am Boden, wie z.B. 2002 der „Neuschwanstein“, das ist aber extrem selten (in Bayern erst ca. 5-7 bewiesene Fälle). Aufgrund der Karte der IMO würde ich sagen: Nein Flintsbach ist nicht der mögliche Ort eines Meteoritenfalls, eher irgendwo im Schwarzwald."

Über 600 Meldungen bis zum Mittwochmorgen

Auf der Seite der „International Meteor Organization“ sind bislang 629 Meldungen (Stand 6.50 Uhr, Mittwoch) über Sichtungen des Objektes am Dienstag eingegangen. Sie erstrecken sich von Westfrankreich, über die Schweiz, ins Saarland, Baden-Württemberg bis Hessen. Auch in Bayern gab es Sichtungen. Bei den meisten Meldungen ist der Zeitraum 17.44 bis 17.50 Uhr angegeben.

Quelle: rosenheim24.de

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