Bayerische Staatsregierung bezieht Stellung zu den Werten

Nitrat- und Phosphatbelastung in unserer Region

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Nitrat im Grundwasser
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Landkreis - In einigen Teilen Deutschlands sind in der Vergangenheit viel zu hohe Nitrat- und Phosphatwerte im Grundwasser festgestellt worden. Wie sieht es in unserer Region aus?

Die Bundesregierung hat mit dem sog. Düngepaket die Anforderungen an die Düngung maßgeblich überarbeitet. Mit der Düngeverordnung (DüV) wird den Ländern die Befugnis zum Erlass von Verordnungen übertragen, wenn Gebiete eine bestimmte Belastung mit Nitrat und Phosphat aufweisen. Ebenfalls ist das Thema durch das Urteil des Europäische Gerichtshofes vom 21.06.2018 wegen zu hoher Nitratbelastung im Grundwasser erneut in den Blickpunkt gerückt. Landtagsabgeordneter Dr. Herbert Kränzlein (SPD) stellte daher eine kleine Anfrage an die Staatsregierung zu Nitrat- und Phosphatbelastungen im Grundwasser. 

Nitratbelastung in der Region unter dem Grenzwert

Aus einer Karte der Staatsregierung geht hervor, dass die Nitratbelastung in den  Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Altötting, Mühldorf und Berchtesgadener Land die Nitratbelastung im Grundwasser unter dem Wert liegt, für den laut Düngeverordnung (DüV) zusätzliche Maßahmen vorgeschrieben wären. 

Als Kriterium für die Abgrenzung der Gebiete, wo die Werte darüber liegen, sind die unter § 13 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 DüV aufgeführten Grundwasserkörper, die sich aufgrund von Überschreitungen des Nitratschwellenwerts in schlechtem chemischen Zustand nach § 7 der Grundwasserverordnung befinden, zugrunde gelegt. 

Diese Karte zeigt, in welchen Gebieten die Nitratwerte einen bestimmten Grenzwert überschreiten

Die Staatsregierung teilt zudem mit, dass "die Umsetzung der neuen DüV allgemein eine Reduzierung des Phosphateintrags aus der Landwirtschaft erwarten lässt. Eine Ausweisung von Gebieten mit Phosphatbelastungen in Oberflächengewässern und den damit verbundenen zusätzlichen Auflagen ist aktuell nicht erforderlich, da solche Einträge aus der Landwirtschaft auch insbesondere durch Erosion verursacht werden, sodass neben dem Düngerecht vor allem die Vorgaben der Bayerischen Erosionsschutzverordnung einschlägig sind. Darüber hinaus wurde bereits eine Vielzahl von weiteren Maßnahmen eingeleitet, wie eine verstärkte Beratung der Landwirte und die auf eine deutliche Reduzierung des Risikos diffuser Phosphateinträge in Oberflächengewässer ausgerichtete Initiative boden:ständig. Parallel werden zudem Maßnahmen zur Reduzierung von Phosphateinträgen an kommunalen Kläranlagen umgesetzt. Der Erfolg dieser Verbesserungsmaßnahmen wird in der Evaluierung der Landesverordnung nach DüV (AVDüV) und der Bewertung der Gewässer nach Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2021 überprüft werden."

Maßnahmen um Verunreinigungen entgegenzuwirken:

Um den Verunreinigungen durch Nitrat und Phosphat entgegenzuwirken sind in der Düngeverordnung folgende Auflagen vorgesehen:

  • Nährstoffuntersuchung von Wirtschaftsdüngern: Vor dem Aufbringen von Wirtschaftsdüngern und Gärrückständen sind die Gehalte an Gesamtstickstoff, verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff und Gesamtphosphat auf der Grundlage wissenschaftlich anerkannter Messmethoden zu bestimmen.
  • Bodenstickstoffuntersuchung: Jährliche Untersuchung des im Boden verfügbaren Stickstoffs auf jedem Schlag oder jeder Bewirtschaftungseinheit für den Zeitpunkt der Düngung, außer auf Grünlandflächen, Dauergrünlandflächen und Flächen mit mehrschnittigem Feldfutterbau.
  •  Erweiterte Gewässerabstände: Einhaltung eines Gewässerabstandes von mindestens fünf Metern (statt vier Metern) zur Böschungsoberkante auf ebenen Flächen bis 10 Prozent Steigung und mindestens zehn Metern (statt fünf Metern) zur Böschungsoberkante bei stark geneigten Flächen ab 10 Prozent Steigung bei der Ausbringung von stickstoff- oder phosphathaltigen Düngemitteln. Für stark geneigte Flächen sind zusätzliche Vorgaben für das Aufbringen im Bereich zwischen zehn und 20 Metern zur Böschungsoberkante zu beachten.

Quelle: rosenheim24.de

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