Es wird keine Bußgelder geben

Nach Polizei-Einsatz: Schlittenberg in Mühldorf bleibt geöffnet – Appell an Vernunft der Eltern

Der beliebte Rodelberg an der Burhenne in Mühldorf.
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Der beliebte Rodelberg an der Burhenne in Mühldorf.

Zweimal haben Polizisten am 6. Januar rodelnde Kinder und deren Eltern vom Schlittenberg an der Burhenne in Mühldorf vertrieben. Die Menschen hätten auf zu engem Raum keinen Mindestabstand gehalten, heißt es zur Begründung. Die Stadt hat nun entschieden: Der Rodelberg bleibt offen. Unter Auflagen.

Update 7. Januar, 14.45 Uhr


Rodelberg an der Burhenne bleibt unter Auflagen geöffnet

Die Pressemeldung von Stadt und Landkreis Mühldorf im Wortlaut:


Der Schlittenberg an der Burhenne in Mühldorf wird nicht gesperrt. Nach Abstimmung mit Landratsamt und Polizei wird die Kreisstadt Mühldorf jedoch die Anzahl der Personen, die sich dort aufhalten dürfen, begrenzen. Die Stadt wird entsprechende Schilder anbringen, die auf die Begrenzung auf maximal 40 Personen und den Mindestabstand hinweisen.

Der Einsatz am Drei-Königstag war von Seiten des Landratsamtes mit der Polizei abgestimmt, denn die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung muss auch im Freien dringend eingehalten werden. Landrat Max Heimerl und der Bürgermeister der Kreisstadt Mühldorf Michael Hetzl appellieren an die Vernunft der Eltern: „Wir wollen hier keinesfalls Kindern und Familien, die von den Beschränkungen besonders stark betroffen sind, den Spaß verderben. Zumal es wünschenswert ist, dass Familien zu Hause bleiben und nicht in die Berge fahren. Es ist jedoch wichtig, dass auch beim Rodeln im Freien die geltenden Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln eingehalten werden.“

Vor dem Hintergrund der hohen Infektionszahlen muss die Einhaltung der geltenden Regeln auch kontrolliert werden. Im Zuge der gestrigen Kontrolle am Schlittenberg in Mühldorf werden keine Bußgeldverfahren eingeleitet. Die Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis wurden in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, ähnlich wie in Mühldorf neuralgische Plätze im Blick zu behalten und gegebenenfalls auch die Personenzahl zu beschränken.

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Update 7. Januar, 9.30 Uhr

Polizei: „Zu viele Leute auf zu engem Raum“

In den sozialen Medien herrscht großes Unverständnis für den gestrigen Polizeieinsatz am Schlittenberg an der Burhenne in Mühldorf. Viele erboste Eltern machten ihrem Ärger Luft. „Es waren einfach zu viele Leute auf zu engem Raum“, sagte ein Polizeisprecher. Der Einsatz sei mit Stadt und Landratsamt abgesprochen worden.

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Die Beamten hätten außerdem nach Möglichkeiten gesucht, das Gelände abzusperren. Das sei aber gestern nicht möglich gewesen und solle heute nachgeholt werden. Bis dahin werde die Polizei weiterhin Streifen an die Mößlinger Straße schicken. Ob die Eltern mit Anzeigen rechnen müssen, konnte Sonntag nicht sagen.

Bürgermeister zeigt Verständnis für das Vorgehen der Polizei

„Wir haben Platzverweise erteilt und einige Personalien aufgenommen.“ Ob der Ordnungswidrigkeit aber Anzeigen folgten, müssten die Polizeibeamten in Mühldorf prüfen.

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Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl kündigte auf Anfrage an, die Absperrung des Bereichs prüfen zu lassen. „Solche Menschenansammlungen konterkarieren halt alle Maßnahmen“, zeigt er Verständnis für den Polizeieinsatz.

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Die Erstmeldung vom 6. Januar

Mühldorf – Der Schlittenberg an der Burhenne ist der längste und beliebteste innerhalb der Stadt. Nach Auskunft von Eltern war der Schlittenspaß zum ersten Mal gegen Mittag vorbei, als Polizisten die Anwesenden zum Gehen aufforderten.

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Die Vertreibung hielt nicht lange, nach kurzer Zeit herrschte auf der Piste wieder reges Treiben, deutlich über 50 Eltern und Kinder waren dort. Eltern wussten zwar von der Aktion am Vormittag, hatten aber trotzdem keine Bedenken. „Wir sind doch draußen, und kommen uns nicht zu nahe“, sagte ein Vater.

Acht Polizisten räumen den Rodelberg

Um 14.40 Uhr war der Berg dann zum zweiten Mal frei von rodelnden Kindern. Erneut hatte ein Anwohner die Polizei gerufen, weil „zu viele Personen mit fehlendem Abstand“ unterwegs gewesen seien, wie ein Polizeisprecher auf Anfrage bestätigte. Mit drei Polizeibussen, einem PKW und mindestens acht Beamten war die Polizei vorgefahren, um den Schlittenberg zu räumen.

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Der Polizeisprecher nannte das Vorgehen „in Coronazeiten angemessen“, es sei mit Stadt und Landratsamt abgestimmt gewesen.

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