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So denkt der Stadtentwicklungsausschuss über einen Verkauf

Abriss oder Sanierung? Das könnte mit dem alten Bahnhof in Waldkraiburg passieren

Seit Jahren hat das alte Bahnhofsgebäude keine Funktion mehr, nun gibt es einen Interessenten. Sollte das Gebäude verkauft und saniert werden, soll es äußerlich unverändert bleiben.
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Seit Jahren hat das alte Bahnhofsgebäude keine Funktion mehr, nun gibt es einen Interessenten.

Ein Stück Waldkraiburger Geschichte: Bald könnte der alte Bahnhof nach Jahren des Leerstands verkauft werden. Aber was passiert dann?

Waldkraiburg – Seit etlichen Jahren ist das alte Bahnhofsgebäude von einer bedruckten Gewebewand eingehüllt. Wie es dahinter aussieht, lässt sich beim Vorbeifahren nicht erahnen. In welchem Zustand ist die Klinkerfassade? Wie stark muss bei einer Sanierung in die Substanz eingegriffen werden? Fragen, die noch nicht geklärt sind. Dennoch gibt es einen Interessenten für das Bahnhofsgebäude. „Es gibt Überlegungen zum Verkauf des alten Bahnhofs. Eigentümer ist die Stadtbau“, erklärte Bürgermeister Robert Pötzsch in der jüngsten Sitzung des Ausschusses.

Nur meistbietend zu verkaufen

Verkauft werden darf der alte Bahnhof aus wirtschaftlichen Gründen nur meistbietend in einem Bieterverfahren unter Festlegung eines Mindestpreises. Für die Fläche gilt ein Bebauungsplan, der es möglich machen würde, das Gebäude abzubrechen, um das Grundstück wirtschaftlichnutzen zu können. Doch ist es das, was die Stadt will? Oder soll das Gebäude erhalten bleiben unabhängig von der Nutzung?

„Der Bahnhof steht nicht unter Denkmalschutz, ist aber eng mit der Geschichte Waldkraiburgs verbunden“, sagte Pötzsch. Ein Teil der städtischen Entstehungsgeschichte. In der Vergangenheit gab es unterschiedliche Überlegungen für eine neue Nutzung, realisierbar waren sie allerdings nicht.

Der Gedanke, dass das Bahnhofsgebäude als solches bestehen bleiben soll, stieß im Gremium auf Zustimmung. „Der Bahnhof ist ein Einfallstor zur Stadt. Mit einer Sanierung des Gebäudes ist eine Aufwertung zu erwarten“, sagte Wolfgang Hintereder (UWG). Etwas skeptisch blieb zunächst Fraktionskollege Michael Steindl. Wie desolat ist das Gebäude? Wie weit geht die Erhaltung? Und was stellt sich die Stadt vor? Obwohl die Stadt weniger strenge Maßgaben ansetzt als es das Landesamt für Denkmalpflege tun würde, hat die Stadt klare Vorstellungen.

„Die Fassade und damit das Gebäude in seiner Ausprägung soll erhalten bleiben. Sicherlich müssen die Fenster ausgetauscht werden, aber es sollen keine größeren eingebaut werden“, erklärte Stadtentwicklungsleiter Carsten Schwunck. Doch das könnte Auswirkungen auf einen Investor haben: „Nimmt man damit nicht dem Grundstück seinen Wert? Wäre ein Abriss dann nicht wirtschaftlicher?“, hakte Steindl nach.

Für den Investor habe das Gebäude einen Wert, erklärte Schwunck. Für einen anderen wiederum könne es eine Belastung sein, weil dessen Idee unter diesen Bedingungen nicht funktionieren könnte. Aber: „Das Gebäude hat mehr Wert für das Stadtbild.“ Für Ulli Maier (UWG) war der Beschluss aber zu pauschal formuliert. „Eine freiwillige Sanierung wie im Denkmalschutz. Das kostet viel Geld und schließt viele Nutzungen aus. Das muss man detaillierter definieren.“ Die Fassade soll seiner Meinung nach optisch erhalten bleiben, innen darf man aber alles verändern.

Im Vorfeld schon zu viele Details festzulegen, davon riet Schwunck allerdings ab. Nicht um später festzustellen, etwas vergessen zu haben. „Dies wäre vernünftig, weil nicht klar ist, was gewollt ist. Details kann man festlegen, wenn es konkreter wird.“ Der Zustand der Klinkerfassade sei noch unklar. „Irgendwo gibt es auch Grenzen. Eventuell ist das Gebäude ein Totalschaden. Wir sollten nicht jetzt schon Knebel ansetzen“, sagte Schwunck.

Nicht zu viele Details im Vorfeld festlegen

Einfach halten will es zunächst auch Anton Sterr (CSU). „Der Charakter des Gebäudes ist zu erhalten. Damit ist alles gesagt.“ Eine Formulierung, für die am Ende alle einstimmig votierten. Bürgermeister Robert Pötzsch soll nun in der Gesellschafterversammlung der Stadtbau Waldkraiburg den Beschluss fassen, dass der Charakter des Empfangsgebäudes aus stadtgeschichtlichen Gründen zu erhalten ist. Ein Verkauf kommt nur in Betracht, wenn das Gebäude erhalten wird. Was auch notariell vereinbart werden soll.

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