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Jagdpächter und Sohn zeigen, wie es gehen könnte

Mit der Drohne: Bauern im Kreis Mühldorf sollen Rehkitze vor grausamem Mähtod retten - doch es gibt Probleme

Gerettet: zwei Kitze, die die Pfaffeneders freigelassen haben.
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Gerettet: zwei Kitze, die die Pfaffeneders freigelassen haben.

Die Suche nach Rehkitzen, die in Wiesen ihre ersten Lebensstunden erleben, scheint für alle Beteiligten sinnvoll. Denn nicht nur die Tiere profitieren davon, sondern auch die Landwirte, in deren Tierfutter zerhäckselte Tiere landen könnten. Das wird aber nicht überall so gesehen.

Mühldorf – Es gibt nicht überall eine Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten vor der ersten Mahd. Das sagt Dr. Bernhard Hübner, Direktor des Landwirtschaftsamts in Töging.

Das Problem schildert Bauernobmann Ulrich Niederschweiberer: „Rehmütter lieben die Wiesen“, dort ziehen sie ihre Jungen auf. Die Folge: In jedem Jahr werden Rehkitze von Kreiselmähern getötet oder aufs Schwerste verletzt, wenn die Tiere rund um die erste Mahd zur Welt kommen.

Jagdpächter Franz Pfaffeneder sagt: „Der Reflex der Kitze in seinen ersten Lebenswochen ist es, sich bei Gefahr zu ducken. Sie laufen also nicht davon, wenn das Mähwerk anrückt“.

Niederschweiberer: Es werden sehr wenige gemäht

Das gibt auch Bauernobmann Niederschweiberer zu, er glaubt aber auch: „Es werden sehr wenige gemäht.“ Denn die Bauern würden im Regelfall versuchen, die Tiere zu vertreiben. Piepser und Blitzer, Plastiktüten, die im Wind flattern, das sind laut Niederschweiberer geeignete Maßnahmen.

Nur in Zusammenarbeit mit Jägern: Familie Pfaffeneder sucht im Auftrag von Bauern Kitze in Wiesen: Hegeleiter Franz Pfaffeneder und seine Söhnen Max und Franz und Jäger Roland Hoffmann sind von der Methode überzeugt. Aber nicht alle Landwirte.

Jagdpächter Franz Pfaffeneder und sein Sohn Max, ebenfalls Jäger, setzen auf eine andere Methode: eine Drohne, mit der sie helfen können.

In aller Frühe sind die Rehkitze für die Drohne am besten zu sehen

Die Bauern im Jagdrevier der Pfaffeneders melden telefonisch an, wann sie ihre Wiesen mähen. In aller Früh machen sich Vater und Sohn auf ins Gelände. „Wir starten zwischen fünf und sechs Uhr am Morgen, denn da ist der Wärmeunterschied am größten“, sagt Franz Pfaffeneder. Denn die Wärmebildkamera spürt den warmen Körper der Kitze in diesen Stunden am besten auf.

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Wird Drohnenpilot Max Pfaffeneder fündig, setzt er sich per Walkie Talkie mit seinem Vater und anderen Helfern in Verbindung, die die Kitze aus der Gefahrenzone holen. „Wir ziehen uns Handschuhe an und tragen das Kitz mit einem Büschel Gras in einer Schachtel, die wir dann an einem schattigen Platz ablegen. Hat der Landwirt seine Wiese gemäht, rücken die Helfer erneut aus, um das Tier freizulassen“. Die Rehmutter weiß ungefähr, wo sich ihr Nachwuchs aufhält, außerdem hört sie das Fiepen ihrer Jungen.

Warum Hegeleiter Pfaffeneder heuer mittels Drohne auf Rehkitz-Rettung geht, hängt mit dem vergangenen Jahr zusammen, das er als besonders tragisch bezeichnet. „Leider verloren wir letztes Jahr aufgrund der Mäheinsätze mehrere Kitze und sogar drei Rehe“.

Zusammenarbeit mit Jägern

Und das wird auch zu einer Gefahr für die Landwirte und deren Kühe. Bleibt der Tierkadaver unentdeckt, kann er sich beim Häckseln mit dem Grünfutter vermischen. Das Fleisch landet im Silo und schließlich auf dem Futtertisch der Kühe. Dieses Futter kann bei Kühen Botulismus, also eine gefährliche Vergiftung, auslösen.

Eine Gefahr, die Bauernobmann Niederschweiberer nicht so gravierend sieht: „Gehäckselt werden sie nicht“, betont er, denn die Bauern würden die toten Tiere entdecken und entsorgen.

Drohnen sind eine gute Ergänzung, aber kein Allheilmittel

Die Drohnenflüge sieht er als gute Ergänzung der Maßnahmen, bezweifelt aber, dass das alle Problem löst: „Am ersten Mähtag vergangene Woche wurden über 1000 Hektar gemäht.“ Mehr als die Drohnensucher abfliegen könnten.

Das sieht auch Dr. Bernhard Hübner vom Landwirtschaftsamt so. „In der Regel wird flächendeckend in einer Region gemäht. Man bräuchte daher viele Drohnen und viele Piloten“, sagt er. „Ich glaube eher nicht, dass sich der Drohnenflug behaupten kann.“ Wie Niederschweiberer fordert er eine enge Zusammenarbeit zwischen Jägern und Bauern. „Bei manchen funktioniert die Zusammenarbeit problemlos, bei anderen gar nicht. Es wird aber auch nicht von jedem Jäger nachgefragt.“

Die beiden Pfaffeneders halten trotzdem an ihrem Angebot fest: „Mit Hilfe der Drohne und durch die Zusammenarbeit mit den Landwirten wollen mir möglichst jedes Kitz aufspüren, um so sein Leben zu retten“.

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