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Hut-Tipps von Expertin Renate Wortmann

Gut behütet durchs Jahr: In Haag steht das älteste Hutgeschäft Deutschlands

Renate Wortmann (links) führt gemeinsam mit Tochter Regina Knittlberger den ältesten Hutladen Deutschlands.
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Renate Wortmann (links) führt gemeinsam mit Tochter Regina Knittlberger den ältesten Hutladen Deutschlands.

Udo Lindenberg, Johnny Depp, Al Capone, Katherine Hepburn, die Queen von England und viele andere (Nicht-)Promis haben eine ganz besondere Gemeinsamkeit: die Leidenschaft für Hüte. Die trendigen Kopfbedeckungen sind ihr Markenzeichen.

Haag – Hüte, Mützen und Co, sind jedoch nicht nur stylische Kopfbedeckungen, die man im Alltag wie auch zu noblen Events tragen kann, sondern vor allem auch ein hervorragender Schutz im Sommer, wie auch im Winter. Im Sommer schützt der Sonnenhut vor gefährlichen UV-Strahlen und im Winter sorgen kuschlige Mützen für warme Ohren.

Geschichte geht zurück bis ins Jahr 1534

Eine, die sich damit auskennt, ist Renate Wortmann. Sie ist die Inhaberin des ältesten Hutgeschäfts Deutschlands - „Hut Knittlberger“ in Haag. Die erste historische Aufzeichnung über das traditionelle Haager Hutgeschäft in der Wasserburger Straße stammt aus dem Jahr 1534. Seit 2004 führt Wortmann den traditionellen Familienbetrieb fort. Einst hat die Haagerin Maschinenbau studiert, doch der Liebe zu den Hüten blieb sie immer treu. Denn hier stecken sehr viele schöne Kindheitserinnerungen.

Dass ihr Geschäft so gut funktioniert, liegt am Familienzusammenhalt. Tochter Regina Knittlberger (23) studiert Betriebswirtschaftslehre und macht gerade ihren Bachelor. Um den Namen des Familienunternehmens traditionell fortzuführen, hat Tochter Regina den Familiennamen Knittlberger übernommen.

Professionelle Beratung und Qualitätsware

Social Media, Dekoration, Warenpräsentation, Einkauf, Online-Shop und vieles mehr managen Mutter und Tochter gemeinsam. Bis Corona ausbrach, war die Welt noch in Ordnung. „Wir waren auf Messen, unter anderem auf der ISPO - Internationale Sportartikelmesse“, erzählt Wortmann. „Dort wurden dann Strickmützen und sportliche Sachen präsentiert.“ Auch bei der „Tracht and Country Messe“, die meist im bayerischen und österreichischen Raum stattfand, stellte der Haager Hutladen aus. „Da sind viele Hutaussteller, die vor allem traditionelle Hüte wie Filzhüte und Trachtenhüte ausstellen.“, so Wortmann.

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Die Veranstaltungen vermisst die Haagerin sehr. Schließlich hat Corona vor allem die Fachgeschäfte hart erwischt. Dabei sind es gerade sie, die dem Kunden eine professionelle Beratung und Qualitätsware bieten. „Jeder kann einen Hut oder eine Mütze tragen“, ist sich die Hut-Expertin sicher. „Es ist nur wichtig, dass der richtige Hut zum Kopf passt. Da muss man die Stile, Formen und Farben einfach mal ausprobieren um für sich persönlich den richtigen Hut zu finden. Das ist von Dingen wie Kopfform, Haarlänge, Kinn oder Typ abhängig“, setzt sie fort.

Nachhaltigkeit ist beim Hut wichtig

Natürlich muss der Hut oder die Mütze auch zur Kleidung passen, sagt die Expertin. Zu Jacken könne man Mützen sehr gut tragen, bei Mänteln würden Hüte schick aussehen. Egal, ob Männer oder Frauen, Jung oder Alt – Hut und Mützen könne jeder tragen.

Mit der Auswahl im Laden geht es gut behütet durch das Jahr.

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Wortmanns Opa machte bis zu seinem Tod 1980 die Hüte noch selbst. Heute lassen Mutter und Tocher ihre Hüte von Maschinenkraft herstellen. Dabei ist ihnen eines besonders wichtig: Nachhaltigkeit. „In der Hutbranche ist Nachhaltigkeit schon lange ein großes Thema. In erster Linie wird in Europa, vor allem in Deutschland und Österreich produziert. Es werden viele recycelte Materialen aus Cashmere, Wolle oder PET verwendet“, erzählt Regina Knittlberger.

In Haag gibt es keine Überproduktion

Nachhaltigkeit bedeutet auch, dass nur so viel Ware produziert wird, wie die Kunden die Hersteller beauftragen. Es findet somit keine Überproduktion statt. Doch auch alte Hüte sind recyclingfähig. Wenn der Stumpen (Hut-Rohling) noch einwandfrei ist, kann man einen neuen daraus machen.

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Ebenfalls eine Herzenssache ist dem Haager Familienunternehmen die Regionalität. In ihrem umfangreichen Sortiment aus Hüten, Mützen, Schals, Handschuhen und Co. findet man auch Stirnbänder aus der Region. Diese werden in der Chiemgau factory Stefan Brauneiser in Ruhpolding produziert.

Nun heißt es also nur noch „Mut zum Hut“. 

Fünf Fragen an die Hut-Expertin

Was wird lieber getragen – Hüte oder Mützen?

Wortmann: Das kommt natürlich aufs Wetter an. Seit letztem Jahr ist der Trend zu den Mützen gegangen, weil die Leute keine Anlässe mehr gehabt haben. Hauptsächlich setzt man Hüte ja zu Feiern Kirchen oder besonderen Anlässen auf. Durch Corona war da natürlich nichts. Mit dem eleganten Hut geht man natürlich nicht Einkaufen oder Spazieren. Da braucht man etwas funktionales wie aktuell eine warme Mütze. Hut-Liebhaber kommen aber trotzdem noch zum Hüte kaufen.

Wie sieht die Trendhutmode Herbst / Winter 2021/2022 aus?

Wortmann: Die 1920er Jahre sind sehr beliebt. Die etwas kleineren Hüte wie zum Beispiel aus Babylon Berlin. Bei den Herren sind die Käppis angesagt. Ganz besonders die Gatsby Caps werden sehr gerne getragen. Die jüngeren Burschen tragen aktuell sehr gerne Porkpies und Schiebermützen. Es schaut einfach lässig aus. Den Porkpie kann nicht jeder tragen. Das muss dem Träger stehen. Johannes Oerding ist ein Typ, dem der Porkpie richtig gut steht. Bei den Damen sind die Hüte aus den 1920ern sehr beliebt, Mützen wie Beanies oder Highbeanies. das schaut schon cool aus. Der Farbtrend dieser Saison ist mehr grün und braun. Die dunklen Töne sind im Herbst / Winter angesagt. Auch bei einer blassen Hautfarbe sieht das gut aus. Im Frühjahr / Sommer werden die Farbtöne wieder hell und frisch. Die Medien haben natürlich sehr großen Einfluss auf die Mode.

Wer trägt Hut?

Wortmann: Die Teenager fangen eher mit den Mützen an, weil es eher cool aussieht. Das entwickelt sich dann im Alter. Man kann das Tragen eines Hutes oder einer Mütze nicht vom Alter abhängig machen. Wichtig ist nur, dass es einem steht. Natürlich tragen junge Leute lieber etwas Sportliches. Ein Hut sieht da schnell overdressed aus. Trotzdem sollte jeder einfach mal ausprobieren, was ihm persönlich am besten steht und gefällt. Der Hut oder die Mütze sollten natürlich mit der Kleidung gut harmonieren.

Welcher Hut passt zu welcher Gesichtsform?

Wortmann: Zu einem schmalen Gesicht passen gut die kleinen Formen, nicht zu viel Rand und nicht zu ausladend. Da sollte nicht zu viel Hut im Gesicht sein. Wenn man ein bisschen fülliger ist oder ein runderes Gesicht hat, ist es gut mit Rand zu arbeiten, weil man da die Proportionen besser zusammen bringt. Die Haarlänge ist ebenfalls ein wichtiger Punkt bei der Hutwahl und auch die Hautfarbe. Wenn man besonders blass ist, stehen einem eher die kräftigen Farben. Der Hut ist ja direkt am Gesicht. Mit der richtigen Farbe wird das alles richtig aufgepeppt. Es kommt auf alle Fälle auch darauf an, was für ein Jahreszeiten-Typ man ist und wie gesagt, es ist vor allem auch von den Haaren, Gesichtsform- und farbe abhängig.

Was trägt Frau zur Weihnachts- oder Silvesterfeier?

Wortmann: Ein Headpiece Fascinator passt auf alle Fälle perfekt zu einem feierlichen Anlass. So auch zur Weihnachts- oder Silvesterfeier. Das kennt man von den englischen Ladys, die das auch gerne bei Hochzeiten tragen.

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