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Scheitert das Neubau-Projekt?

Waldkraiburger Seniorenheim nach KfW-Förderstopp vor dem Aus: Es fehlen fünf Millionen Euro

Zwischen den vielen Neubauten in der Erzgebirgsstraße soll im Zentrum das neue Seniorenheim entstehen. Das Quartier soll Jung und Alt wieder stärker zusammenbringen. Doch nach dem vorzeitigen Aus der KfW-Förderungen klafft eine Finanzierungslücke von fünf Millionen Euro, die Einrichtungsleiter Hubert Forster Sorgen bereitet.
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Zwischen den vielen Neubauten in der Erzgebirgsstraße soll im Zentrum das neue Seniorenheim entstehen. Das Quartier soll Jung und Alt wieder stärker zusammenbringen. Doch nach dem vorzeitigen Aus der KfW-Förderungen klafft eine Finanzierungslücke von fünf Millionen Euro, die Einrichtungsleiter Hubert Forster Sorgen bereitet.

Der Wegfall der KfW-Effizienzhaus-Förderung energieeffizienter Gebäude schlägt hohe Wellen und ist für Bauherrn ein Schock. Für den geplanten Ersatzneubau für das Adalbert-Stifter-Wohnen könnte das womöglich das Aus bedeuten.

Waldkraiburg – Das Gebäude ist schon etwas in die Jahre gekommen, die Zimmer im Adalbert-Stifter-Wohnheim sind zu klein und entsprechen damit nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Also soll gleich um‘s Eck neu gebaut werden. Bis Ende 2025 soll alles fertig sein, denn nur noch so lange gilt die Genehmigung für das jetzige Seniorenheim.

Verein stemmt die Investition

Das soll nicht nur den Bewohnern mehr Platz bieten, sondern auch nach dem KfW-55-Standard gebaut werden. Also nur noch 55 Prozent der Energie eines konventionellen Neubaus verbrauchen. Doch nach dem überraschenden KfW-Förderstopp geht erst einmal gar nichts weiter. „Wir haben vorerst einen Planungsstopp für das Projekt verhängt. Schadensbegrenzung so weit es geht“, sagt Einrichtungsleiter Hubert Forster. Denn jeder Tag, an dem weiter an dem neuen Seniorenzentrum geplant wird, kostet Geld. Im Monat könne da ein sechsstelliger Betrag zusammenkommen. Rund 50 Millionen Euro sind für den Neubau veranschlagt. „Da kommt man ohnehin ins Schwitzen, dass man das hinbekommt.“ Geplant ist nicht nur ein Seniorenheim. Das Gebäude soll das soziale Zentrum der Neubauten an der Erzgebirgsstraße werden. Ein Quartier für mehrere Generationen, in dem das Seniorenheim das Umfeld miteinbeziehen will. Auch ein Kindergarten sei geplant. Die Investition stemmt der Verein Heimwerk e.V..

Den trifft der kurzfristige Förderstopp besonders hart. „Wir hatten mit Fördergeldern von rund fünf Millionen Euro gerechnet. Eine Summe, mit der wir fest gerechnet haben“, sagt Forster. Die Anträge dazu waren schon fristgemäß eingereicht worden, trotzdem soll es nun keine Förderung geben. Bereits die Bundesregierung unter Angela Merkel hatte den Förderstopp bis Ende Januar beschlossen, weil sich die energieeffizienten Haustypen längst als Standard durchgesetzt hätten. Dazu würde es keine Förderungen aus Steuermitteln mehr brauchen.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW geht davon aus, dass von dem Stopp rund 80 000 Wohnungen in Deutschland betroffen sind. Größtenteils davon Sozialwohnungen. Auch beim Neubau in Waldkraiburg steht der soziale Zweck im Vordergrund. „Es geht hier um alte, zum Teil behinderte Menschen, auf der anderen Seite um Kinder“, sagt Forster.

Der Verein hatte sich im Vorfeld viele Gedanken gemacht über die Finanzierung. „Wir waren auf einem guten Weg. Jetzt müssen wir schauen, wie es weitergeht.“ Doch die Sorgen sind groß, es geht immerhin auch um Arbeits- und Pflegeplätze. 176 Mitarbeiter hat das Seniorenheim, in dem auch eine Tagespflege, betreutes Wohnen und die Hospizinsel untergebracht sind. 250 Bewohner hat das Adalbert-Stifter-Wohnheim.

Es bleibt nicht mehr viel Zeit

Noch bleibt Forster zuversichtlich und hofft auf eine Alternative. Darauf, dass die Bundesregierung bei der Entscheidung „zurückrudert“. Dass es in ein paar Wochen schon wieder weiter gehen kann. „Wir waren auf einem guten Weg, jetzt müssen wir schauen, wie es weitergeht.“ Viel Zeit bleibt nicht. Der Termin Ende 2025 sitzt „ihnen im Nacken“. „2025 ist hier Schluss und das neue Seniorenheim hat nun mal eine lange Bauzeit“, sagt Forster.

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