Ergebnisse der Verkehrsschau für Waldkraiburg

„Diskussionen leider vermehrt unsachlich geführt“

Waldkraiburg - Im Rahmen einer Verkehrsschau wurden mit Bürgerbeteiligung Nachbesserungs-Bedarfe festgestellt. Allerdings hat die Stadtverwaltung auch mit zunehmend unsachlichen Diskussionen zu tun, wie sie berichtet.

„Leider werden die Diskussionen von Antragstellern und Anwohnern vermehrt unsachlich geführt. Die einen wollen den von ihnen geforderten Maßnahmen mit allgemeingültigen Aussagen, wie ‚muss denn erst was passieren‘ Nachdruck verleihen“, So die Stadt Waldkraiburg. „Im Gegenzug wird der Stadt Waldkraiburg und der Polizei im Zuge der dann notwendigen Überwachung gerne ‚Abzocke‘ vorgeworfen, denn schließlich gelte ‚freie Fahrt für freie Bürger‘.  


Gerne würden die Verkehrsschauen die Anregungen von Bürgern und Bürgerinitiativen aufnehmen und diese vor Ort prüfen. „Dabei sollte aber jedem Antragsteller bewusst sein, dass es sich um ein unabhängiges Expertengremium handelt, das stets die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer als oberstes Ziel hat.

Verkehrsschau in Waldkraiburg thematisierte insbesondere auch Radwegenetz


Ende Oktober waren Vertreter von Verwaltung sowie Verkehrsexperten des Landratsamts Mühldorf und des Staatliches Bauamt Rosenheim, sowie Vertreter der Polizei unterwegs im Rahmen einer Verkehrsschau unterwegs. Das Ziel dabei war, sich einen Überblick über Problembereiche, Gefahrenpunkte und unübersichtliche Verkehrssituationen zu verschaffen. Mitte November fand außerdem eine zusätzliche kleine Verkehrsschau mit Verkehrsexperten statt.

Thematisiert wurden die Gesamtverkehrs- und Radwegenetzplanung für das Stadtgebiet, so die Stadtverwaltung weiter. „Zur Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) ist die Erstellung eines Verkehrsentwicklungsplanes (VEP) vorgesehen. Dabei wird auch die Richtung für die Entwicklung des Radverkehrsnetzes vorgegeben.“ Erst darauf aufbauend sei es sinnvoll, eine neue Planung für das Radverkehrsnet zu erstellen. „Diese wird dann das Netz von Haupt- und Nebenrouten definieren und in Abhängigkeit von Verkehrsbelastung, Parknachfrage und Flächenverfügbarkeit die Führung des Radverkehrs auf baulich angelegten Radwegen, Radfahrstreifen, Schutzstreifen oder im Mischverkehr empfehlen.“

Diverse Punkte zum Thema Radwege betrachtet

In dem Radverkehrskonzept würden, unter anderem, der unbefestigte Gehweg, der für Radfahrer frei ist, im Zuge der Siemensstraße ab Eichendorffstraße bis Ludwig-Ganghofer Straße, die Radwegenetzplanung im Zuge der Erneuerung des Grünen Weges ab Goetheplatz bis Hermann-Löns-Straße, die Aufbringung einer Roten Fahrbahneinfärbung mit einer Fahrradspur, sowie die Errichtung einer Überquerungshilfe über die Kreuzung Karlsbader-/Reichenberger Straße und die Entfernung oder Beibehaltung der markierten Parkbuchten im Verlauf der Führung des markierten Radweges im Zuge der Adlergebirgsstraße sowie die Vornahme von baulichen Veränderungen in diesem Bereich thematisiert und priorisiert.

Die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung für den Bereich Berliner Platz/Siemensstraße zum Befahren des Geh- und Radweges im Knotenpunktsbereich wurde bezüglich der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs als gefährlich eingestuft und abgelehnt. „Für die Freihaltung der Sichtfelder von geparkten Fahrzeugen in der Traunreuter Straße, wurde aufgrund der vorhandenen Verkehrsdichte, des Geschwindigkeitsverhaltens und der dringenden Erhaltung von Parkmöglichkeiten im Industriegebiet kein Handlungsbedarf gesehen.“

Weitere Anträge und was dazu beschlossen wurde:

  • Defizite der Gestaltung im verkehrsberuhigten Bereich (Einmündungsbereich,
    Beschilderung, Möblierung) im Wohngebiet St. Erasmus-Ost/Freiherr-von-Stein-Straße/Graf-zu-Toerring-Straße: Eine Verbesserung soll überprüft werden.  Der verkehrsberuhigte Bereich in der Reichenberger Straße beim Waldbad wurde zur Erprobung geplanter verkehrssichernder oder verkehrsregelnder Maßnahmen eingerichtet und wird bis zur Waldbadsanierung und Umgestaltung des Waldbades, voraussichtlich im Jahre 2024, beibehalten.
  • Verkehrsverbesserung der Überquerungsstelle von Kraiburger Straße, St2352 und Linckeweg: Hier konnte, aufgrund der geringen Querungszahlen der Fußgänger und der örtlichen Gegebenheiten, der Einrichtung eines Zebrastreifens oder einer Querungshilfe nicht zugestimmt werden. Es wird abgewartet, bis die Überplanungen der an die Tankstelle östlich angrenzenden Baufläche mit Zufahrt zur Staatsstraße abgeschlossen sind. Es soll ein Gefahrenzeichen „Fußgänger queren“ erfolgt unmittelbar vor der Querungsstelle (Tankstelle).
  • Anträge auf Errichtung von Tempo-30-Zonen und 30er-Beschränkungen in der
    Siemensstraße, Jeschkenweg und Herman-Löns-Straße: Die rechtlichen Möglichkeiten zur Anordnung von Geschwindigkeitsbeschränkungen aus Verkehrssicherheitsgründen sind sehr eng gefasst. Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h sowie die Errichtung einer Tempo-30-Zone, insbesondere aufgrund der Unfall-/Gefahrensituation und aufgrund der örtlichen Gegebenheiten sowie der festgestellten Verkehrsbelastung sind rechtlich nicht möglich. Neben dem Aspekt der Verkehrssicherheit sind bei der Beurteilung auch alle weiteren relevanten Belange und Interessen, wie beispielsweise die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs, die Funktion und Bedeutung der betroffenen Straße berücksichtigt worden.
  • Der Finken- und Meisenweg im Ortsteil Föhrenwinkel: Wird durch Umbaumaßnahmen verkehrsberuhigt gestaltet und erlaubt die Einführung einer Tempo-30-Zone für den gesamten Ortsteil.
  • Einbahnstraße ab der Einfahrt aus Richtung Schillerstraße, ohne bauliche Veränderung, im Bereich Goetheplatz: Die Eltern, der Elternbeirat, die Lehrerschaft und die Anwohner der Goetheschule hatten dies gefordert. Der Vorschlag wurde zurückgewiesen, da bei der Errichtung einer Einbahnstraße der ganze Verkehr an der Kreuzung Peter-Rosegger-Straße /Schillerstraße/Goetheplatz, die eine Problematische Kreuzung, da versetzt darstellt, oder direkt an der Ampel/Weg zur Schule staut. Somit würde ein ungewolltes Verkehrschaos entstehen. Bauliche Veränderungen werden angestrebt.
  • Verkehrsgutachten zur Franz-Liszt-Straße: Es wurden verschiedene Maßnahmenansätze wie die Veränderung der Schaltung der Feststellanlage an der Rampe, eine Verbreiterung der Ausfahrttrichter Franz-Liszt-Straße zur Rampe und Vornahme von Markierungen zur besseren Trennung von Links- und Rechtsausbiegern aus der Mozartstraße gesetzt. Diese wurden von der Stadt Waldkraiburg bereits teilweise realisiert beziehungsweise kann die Umsetzung noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.
  • Standort an der Friedländer Straße: Hier wird eine zentrale, Schnellladeeinrichtung mit einer maximalen Parkdauer von einer Stunde errichtet.  Der Einsatz von Dialog-Displays soll grundsätzlich übergangsweise und nicht permanent erfolgen sollte, da der Wirkeinsatz auf die tatsächliche Dauer beschränkt ist und der Gewöhnungseffekt schnell eintritt.
  • Gewerbehinweis Piktogramme: Es sollen Wegweiser „Gewerbegebiet Niederndorf/Stangl“ und „Gewerbegebiet Kraiburg“ um die Fehlleitungen zur „Firma Stangl Niederndorf“ zu vermeiden.
  • Verdeutlichung der optischen Trennung zwischen Privatgrund und dem öffentlichen Grund, beispielsweise in Troppauer Straße: Um das Parken auf zu gering bemessenen privaten Vorflächen und resultierenden Behinderungen des Fußgängerverkehrs auf angrenzenden Gehsteigen entgegen zu wirken, wurde eine farbliche Markierung bestimmt.
  • Anbringung von Verkehrsspiegeln im Stadtgebiet Waldkraiburg: Wurde mit dem Hinweis, dass dabei die gefahrenen Geschwindigkeiten sowie Entfernungen nicht korrekt eingeschätzt werden, abgelehnt.
  • Anträge zur Anbringung von Haltverboten oder Grenzmarkierungen in der Rosenstraße, dem Grünen Weg, der Tropschallee und der Zeppelinstraße: So sollten Autofahrer besser aus privaten Ausfahrten auf die Straße einfahren können. Dies wurde mit dem Hinweis, dass sich Fahrer bei unübersichtlichen Stellen in die Straße eintasten müssen, abgelehnt.
  • Ausfahrt Albert-Stifter-Weg/Peter-Rosegger-Straße: Wurde aufgrund der bereits vorgenommen Maßnahmen als nicht sichtbehindert eingestuft.
  • Antrag auf Grenzmarkierung am Anton-Günther-Weg: Wurde aufgrund des bestehenden Parkverbots keine Zustimmung erteilt.
  • Kurvenbereiche Banater Weg, Troppauer Straße und Riesengebirgsstraße sowie die Feuerwehrzufahrt der Grundschule Beethovenstraße: Hier wurden entsprechende Verbesserungsmaßnahmen vorgenommen.
  • KiTa-Parkplatz im Schweidnitzer Weg und Ratiborer Straße: Generell soll darauf geachtet werden sollte, dass auf privaten Parkplätzen im öffentlichen Verkehrsraum eine Kennzeichnung mit einem Privatparkplatz-Schild vorgenommen wird. So können andere Verkehrsteilnehmer direkt erkennen, dass es sich nicht um eine öffentliche Fläche handelt.

hs/Pressemitteilung Stadt Waldkraiburg

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