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Heimatfilmfestival

Brücken bauen - Heimatfilmfestival rückt in der Region Mühldorf die Heimat in den Fokus

„Schwarze Milch“ ist einer der Filme, die während des Heimatfilmfestivals gezeigt werden. Er erzählt die Geschichte der Schwestern Ossi (Gunsmaa Tsogzol) und Wessi (Uisenma Borchu). Sie wachsen gemeinsam in der Mongolei auf, danach geht eine von beiden nach Deutschland. Beim Wiedersehen prallen Welten aufeinander.
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„Schwarze Milch“ ist einer der Filme, die während des Heimatfilmfestivals gezeigt werden. Er erzählt die Geschichte der Schwestern Ossi (Gunsmaa Tsogzol) und Wessi (Uisenma Borchu). Sie wachsen gemeinsam in der Mongolei auf, danach geht eine von beiden nach Deutschland. Beim Wiedersehen prallen Welten aufeinander.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Nur noch wenige Tage, dann beginnt in Mühldorf und fünf weiteren Städten der Region Inn-Salzach das Heimatfilmfestival Biennale Bavaria International. Es zeigt Heimatfilme, die mit Bergidylle und Vergangenheitsverklärung nichts zu tun haben.

Mühldorf – Im Festivalbüro in der Mühldorfer Altstadt herrscht Hochbetrieb. Drei Mitarbeiterinnen telefonieren, tippen E-Mail-Nachrichten, rufen sich von Schreibtisch zu Schreibtisch Fragen und Bitten zu. Etwas abgetrennt von den Dreien sitzt Günther Knoblauch. Mühldorfs ehemaliger Bürgermeister hält die Fäden in der Hand.

Im Programm nur ausgezeichnete Werke

Er hat das Heimatfilm-Festival „Biennale Bavaria International“ iniziiert, dass nach zweimaliger Corona-Verschiebung jetzt fünf Tage lang 41 Filme zeigt, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Heimat auseinandersetzen. Dazu eine Preisverleihung, Diskussionsforen Dutzende Konzerte, Vorträge, Schülervorstellungen, sechs Kinos in sechs Städten und Gemeinden.

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Ein Mammutprogramm, das nur in Zusammenarbeit mit Behörden, Vereinen, Kinobetreibern möglich wurde. Eine Zusammenarbeit, auf die Initiator Knoblauch hörbar stolz ist. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, das Festival außerhalb der Monopolen anzusiedeln“, sagt er. Mit dem Nebeneffekt, dass Kommunen enger auf kulturellem Gebiet zusammenarbeiten.

Provinzialität als Pluspunkt

Dem Anspruch des Festivals allerdings tut seine Provinzialität keinen Abbruch. Im Gegenteil. Die Festivalmacher haben sich entschieden, nur Filme zu zeigen, deren hohe Qualität bereits bestätigt ist.

Kurator Joachim Kurz betont zwar, dass unter ihnen keine Premieren sind – dazu sei das Festival beim ersten Mal natürlich zu unbekannt. Stattdessen aber liefen ausschließlich Filme, die auf anderen Festivals ausgezeichnet worden seien. „Best of Fest“, nennt er das.

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„Wir wollen Filme sichtbar machen, die in der Region bisher nicht gelaufen sind“, sagt er. Darunter sind deutsche Filme aber auch viele aus dem Ausland, die zum Teil in Originalsprache mit deutschen Untertiteln gezeigt werden. Sie beschreiben oft den Verlust von Heimat oder die Suche nach einer neuen. „Ich habe versucht, Brücken zu bauen“, sagt Kurz, ein Anliegen, dass das Festival auszeichnet: Brücken zwischen Menschen in der Region, zwischen Städten, zwischen allen, die sich engagieren wollen. Von einer Motivation, etwas für die Heimat zu tun, spricht Initiator Knoblauch.

Menschen erreichen, die selten ins Kino gehen

Er hofft, dass das Thema Heimt Menschen in die Kinos bringt, die sonst eher selten kommen. Denn nur wenn viele dabei sind, erreicht die Biennale ihr wichtigstes Ziel: „Wir wollen Menschen dazu bringen, sich mit Heimat auseinanderzusetzen, und dadurch aktiv werden.“ Wenn das gelinge, könne das Festival zu mehr Engagement führen und zu einer besseren Vernetzung von Engagierten beitragen.

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Den Auftakt macht eine Eröffnungsgala im Kino Mühldorf mit dem Film Beckenrand Sheriff. Den drehte Marcus Rosenmüller, der an diesem Abend natürlich dabei ist, in Mühldorf und Waldkraiburg. Während die Freibadgeschichte zum eher fröhlichen Teil des Festivals gehört, wird es viele nachdenklich stimmende Filme geben. „Unter Corona sind viele Dinge ernster geworden“, schafft Kurator Kurz einen Zusammenhang zur aktuellen Situation, unter der nicht nur das Festival steht. Auch viele der 31 Begleitveranstaltungen und sieben Diskussionsrunden stellen sich in den Dienst der Festivalmacher. Sie sollen nach dem Willen Knoblauchs eine Vertiefung und Weiterführung der Themen bringen, die sich durch die Filme auftun.

Das Publikum darf mitentscheiden

Höhepunkt ist die Preisverleihung in Altötting. Wenn die Preise in vier Kategorien vergeben werden, ist auch Jean Asselborn, luxemburgischer Außenminister, dabei, neben Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Schirmherr.

Das Festival vergibt vier Preise. Für die Kategorien „Spielfilm“ und „Dokumentation“ hat sich eine Jury gebildet. Die Preise in den Kategorien „Kinder- und Jugendfilm“ und „Independent und Newcomer“ bestimmt das Publikum.

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