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Clubbesitzer in der Region vertrauen auf Söder-Aussage

Back to party: Erste Disconacht ab 1. Oktober?

Ausgelassen feiern, dicht an dicht, keine Masken: Das Foto aus dem Uschihaus in Tüßling wirkt nach eineinhalb Jahr Corona wie eine Reise in eine ferne Welt.
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Ausgelassen feiern, dicht an dicht, keine Masken: Das Foto aus dem Uschihaus in Tüßling wirkt nach eineinhalb Jahr Corona wie eine Reise in eine ferne Welt.

Tanz-Fans und Feierwütige sehnen den 1. Oktober herbei. Dann sollen Clubs und Diskos in Bayern wieder öffnen. Aber niemand weiß bislang, wie die Rechtsgrundlagen dafür aussehen.

Mühldorf – In den Clubs und Diskotheken in der Region zählt man schon die Stunden, bis es endlich so weit ist: Nach fast eineinhalbjähriger Pause hoffen sie, dass sie ab dem 1. Oktober wieder ihre Lokale öffnen dürfen. Die Betreiber von Uschihaus, Silo1 und Sinners stehen in den Startlöchern. Dabei ist noch gar nicht sicher, ob sie am 1. Oktober überhaupt aufsperren dürfen. Denn noch gibt es keine verbindlichen Rechtsgrundlagen.

Nur so viel ist bislang bekannt, nachdem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach einer Kabinettssitzung am 31. August die Öffnung von Clubs und Diskos in Aussicht gestellt hatte: Nach den 3G-Regeln sollte der uneingeschränkte Besuch möglich sein, allerdings mit der Maßgabe, dass es PCR-Tests sein müssen, die den Zutritt von Ungeimpften ermöglichen sollen.

Bis zu 1000 Gäste auf Silo-Gelände möglich

Immerhin eine Perspektive. Und so laufen derzeit die Vorbereitungen in Sinners, Uschihaus und Silo1. „Wir machen alles soweit fertig, dass wir zum 1. Oktober aufsperren könnten“, berichtet Tom Wörl, Chef des Silo1 in Töging. 500 Gäste im Silo, weitere 300 im Magazin, alle Areas im Gebäudekomplex in Töging zusammen würden knapp 1000 Gäste fassen, zählt Wörl auf. Er rechnet damit, dass dafür auf ihn und seine Mitstreiter noch Auflagen zukommen werden. Wobei er sich dann fragt: „Auf der Tanzfläche ohne Maske, zur Toilette dann aber mit. Das wäre schon ein Schmarrn.“

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Personell sei die Öffnung zu stemmen. An der Tür, wo sowieso die Ausweiskontrolle stattfindet, würde zusätzliches Personal abgestellt, um auch die 3G-Nachweise zu kontrollieren, wenn gleich am ersten Oktober-Wochenende zur „All-Areas-Party“ eingeladen wird. Umsatz tut Not, denn in den zurückliegenden eineinhalb Jahren haben die Betreiber einiges investiert, renoviert, umgebaut.

Lichtschranke beim Händewaschen

In den Blaumann sind auch die Brüder Martin und Florian Obereisenbuchner in der Zeit der corona-bedingten Zwangspause geschlüpft, um das Uschihaus umzugestalten. Gemäß der Hygienerichtlinien wurden beispielsweise die Toiletten des Clubs am Tüßlinger Bahnhof umgestaltet. Keine Armaturen mehr, sondern Lichtschranke beim Händewaschen, zählt Florian Obereisenbuchner nur eine der Umbauten auf. In der vergangenen Woche ist ein Kuppelpavillon dazukommen. Diesen müssen die Uschihaus-Gäste passieren, inklusive Ausweis und 3G-Kontrolle, bevor sie ins Gebäude dürfen, wenn es ab dem 1. Oktober heißt: „Ohne Uschi ist auch nichts – Back To Party!“

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Ob es bei 3G bleibt oder die 2G-Regel bereits greifen könnte – das weiß Florian Obereisenbuchner nicht. Auch das Gesundheitsamt in Altötting konnte ihm dazu keine befriedigende Auskunft geben. „Weil die selbst nicht wissen, was ab dem 1. Oktober gilt.“ Man berufe sich auf die derzeit geltende 14. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die mit Ablauf des 1. Oktobers außer Kraft tritt. Aktuell ist der Club-Betrieb nicht vorgesehen. „Es gibt bislang auch keine Info aus der Staatskanzlei“, zuckt Florian Obereisenbuchner mit den Schultern. Doch gehen die Vorbereitungen weiter. „Wir wollen schließlich bereit sein, wenn wir das Go haben!“

Lounge-Bereich schon ausgebucht

Eine Aussicht auf Öffnung – klar hat auch Max Kendlinger gleich die Initiative ergriffen und bewirbt nach Söders Ankündigung im August das erste Oktoberwochenende. Freitag und Samstag bis spät in die Nacht soll gefeiert werden. „Es hat nicht lange gedauert und unser Lounge-Bereich war ausreserviert“, freut sich der Betreiber des Sinners auf die Rückkehr in die Normalität. Der Aufwand ist groß. Für die 3G-Kontrolle will er vor dem Haupoteingang einen Container aufstellen, ein Pförtnerhäusl mit Personenleitsystem, wofür er auch extra Personal abstellen muss. Zur Kontaktnachverfolgung nutzt er eine App.

Die 3G-Regel – die sei schön und gut. Und doch fragt sich Kendlinger: Wie alt darf der PCR-Test sein, um in den Club zu kommen? „Reicht ein Test am Freitag aus, um am Samstagabend noch in die Disco zu dürfen?“ Und: Der Großteil der jungen Leute ist nicht geimpft. Wenn die PCR-Tests ab dem 11. Oktober kostenpflichtig werden. Wer will sich das dann noch leisten?“ Die Regelung wird die jungen Leute über kurz oder lang zur Impfung treiben, meint Kendlinger. Ob dies vielleicht sogar von der Regierung so gewollt ist, letztlich auch Strategie sein könnte – darüber könne er aber freilich nur spekulieren, so Kendlinger.

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