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Polizei befürchtet hohe Dunkelziffer

Abzock-Anrufe bei Mühldorfer Senioren – Wie Sie sich vor den Betrügern schützen können

Bei Anruf Betrug: Auch in Mühldorf wurden wieder Senioren von falschen Polizisten angerufen. Die Betrüger erbeuten mit dieser Masche Millionen.
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Bei Anruf Betrug: Auch in Mühldorf wurden wieder Senioren von falschen Polizisten angerufen. Die Betrüger erbeuten mit dieser Masche Millionen.

Unbekannte Personen melden sich telefonisch bei zumeist älteren Mitbürgern. Mit immer neuen Methoden und Schreckensnachrichten versuchen sie, ihre Opfer einzuwickeln und um ihre Ersparnisse und Wertgegenstände zu bringen.

Mühldorf – Vergangenen Donnerstag, 22. September, kam es im Stadtgebiet von Mühldorf zu betrügerischen Anrufen bei Senioren. Vier der Angerufenen meldeten sich bei der Polizei und erstatteten Anzeige gegen Unbekannt.

„Es ist unsere Sorge, dass die die Dunkelziffer noch weit höher ist“, sagt Polizeihauptkommissar Uwe Schindler von der Polizei Mühldorf. „Nicht jeder Angerufene oder Geschädigte meldet sich bei der Polizei. Oft schweigen die älteren Herrschaften aus Scham, weil sie darauf hereingefallen sind.“

Polizei befürchtet hohe Dunkelziffer

Einige Opfer kämen sogar erst Tage oder Wochen nach dem Betrug zur Polizei. Wenn sie nicht mehr schlafen können, weil viel Geld oder Schmuck weg ist und sie als vermeintlich leichtgläubiges Opfer das Gewissen plagt.

Den in der vergangenen Woche angerufenen Mühldorfer Senioren, hatten dsie Unbekannten am Telefon vorgetäuscht, Polizeibeamte zu sein. „Bei einigen erschien auf dem Display die Notrufnummer 110“, berichtet Schindler.

„Die verschiedenen Maschen der Betrüger variierten bei solchen Anrufen immer wieder“, sagt der stellvertretende Dienststellenleiter. So erklärt beispielsweise der „falsche Polizeibeamte“, dass bei dem Angerufenen ein Einbruch geplant sei oder in der Nähe Einbrecher Räuber festgenommen worden seien. Oder, dass ein Angehöriger einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe. Aus diesen Gründen solle der Angerufene sein Barvermögen und seinen Schmuck in Sicherheit bringen oder für den Verwandten Bargeld zur Verfügung stellen. Ein „Kollege“ des anrufenden Polizisten oder ein „Anwalt“ würde alles zuhause oder an einem Treffpunkt abholen.

„Bei der Masche mit dem Unfall lassen die Anrufer sogar oft mit sich handeln“, weiß Schindler. „Da werden anfangs 50 000 Euro als Kaution für den Verwandten verlangt. Wenn sich im Gespräch herausstellt, dass nicht so viel zu holen ist, reichen plötzlich auch 10 000 Euro als Kaution.“

Bei den polizeibekannt gewordenen Anrufen in Mühldorf kam es zu keinem Schaden, da die Angerufenen souverän reagierten und auf keinerlei Forderungen eingegangen seien. „Sie haben am Telefon kurz zugehört, aufgelegt und gleich die Polizei gerufen“, freut sich der Mühldorfer Polizist über die besonnene Reaktion. Trotzdem bleibt der Wermutstropfen: „Es muss davon ausgegangen werden, dass weitere Betrugsversuche von den Tätern unternommen wurden und noch werden.“ Und vielleicht auch ein Mühldorfer Senior um sein Erspartes gebracht wurde. Schindler: „Es ist ein Wahnsinn. Diese Betrüger machen Millionen.“

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Mühldorf

Vor Kurzem wurde er von einer Bankangestellten angerufen. Sie war alarmiert, weil eine ältere Dame einen hohen Geldbetrag abheben wollte. „Das ist super, wenn die Bankmitarbeiter so aufmerksam reagieren“, lobt Schindler und fügt hinzu: „Es ist oft gar nicht so einfach, Geschädigte von dem Betrugsversuch zu überzeugen. Sie sind von den Anrufern so stark beeinflusst, dass sie unseren Argumenten kaum mehr glauben.“

Auch Bankmitarbeiter sollen wachsam sein

Wollen Kunden der Sparkasse ganz eilig einen hohen Geldbetrag abheben, dann werden die Mitarbeiter hellhörig. „In einem auffälligen Fall in Waldkraiburg hat unser Mitarbeiter nachgefragt und konnte so den Betrug verhindern“, berichtet die Leiterin der Unternehmenskommunikation der Sparkasse Altötting-Mühldorf Katrin Zinsberger. Das klappe aber sicher nicht immer, denn sie weiß: „Die Betrüger raten ihren Opfern, mit niemandem darüber zu sprechen und auch den Bankberatern nicht zu vertrauen.“ Grundsätzlich hält sich die Bank über solche Betrugsmaschen auf dem Laufenden.

Beachten Sie die Tipps der Polizei: So können Sie sich vor den skrupellosen Betrügern schützen.

Auffällig war bei den Anrufen in Mühldorf, dass meist vierstellige und damit als „alt“ erkennbare Telefonnummern angerufen wurden. Denn die deuten auf ältere Personen hin. Wer sich schützen will, kann seine alte Nummer ändern lassen. Den Eintrag aus dem Telefonbuch nehmen zu lassen, ist nicht so wirksam. Denn über Google und Co. kann der Anschluss oft trotzdem noch gefunden werden.

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