Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wieder Diskussionen um Stadtplatz-Gestaltung

16:1 für neue Mastleuchten in Neumarkt-St. Veit – Spirkl (SPD): „Bürgermeinung wird ignoriert!“

So sieht das Lichtkonzept der Architekten aus: Die Laternen entlang der Straße verschwinden. Moderne Laternen an den Fassaden mit entsprechendem Wirkungsgrad sollen die Reduzierung kompensieren.SHL Architekten
+
So sieht das Lichtkonzept der Architekten aus: Die Laternen entlang der Straße verschwinden. Moderne Laternen an den Fassaden mit entsprechendem Wirkungsgrad sollen die Reduzierung kompensieren.SHL Architekten
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
    schließen

Sie behindern beim Ein- und Ausparken, bringen keine Verbesserung in der Abstrahlgeometrie und passen nicht zur Platzarchitektur. Kurz: Nach Urteil der Architekten und Planer macht es keinen Sinn, die Bestandsleuchten am Stadtplatz aufzurüsten. Nicht jeder Stadtrat gibt sich damit zufrieden.

Neumarkt-St. Veit – Selbst eine technische Aufrüstung würde im Vergleich zu modernen Lampen keine Verbesserung der Beleuchtungssituation bringen, betonten die Planer. „Die Reflektortechnik bietet da ganz andere Möglichkeiten“, betonte auch Ingo Schindler vom Ingenieurbüro Coplan in der Neumarkter Stadtratssitzung.

Umfrage diente nur der Meinungsbildung

Ein Ergebnis, mit dem sich SPD-Stadtrat Ludwig Spirkl nicht zufriedengeben wollte. „Wenn wir den Bürger befragen, dann aber dessen Meinung ignorieren, dann treten wir diese Leute mit Füßen“, verwies er auf die Haushaltsbefragung, in der sich die Mehrheit – 55 Prozent von insgesamt 117 Rückmeldungen – für die Beibehaltung der bestehenden Lampen ausgesprochen hatte. Vielleicht sollte man die Beleuchtung entlang der Straße einfach lassen, meinte Spirkl, sprach die angenehme Atmosphäre gerade bei Festen an. Der SPD-Stadtrat fühlte sich nicht ausreichend über den Wirkungsgrad einer technisch aufgerüsteten Bestandsleuchte informiert. Schließlich brachte er auch den Vorschlag, die alten gegen neue Lampenköpfe zu ersetzen, und regte an, sich andere Modelle anzusehen.

Lesen Sie dazu auch den OVB-Kommentar (Paid-Artikel OVB-Online):

Unselige Lampendiskussion - Die Bürger haben es doch ohnehin entschieden

Aktuell werden nicht einmaldie DIN-Normen erfüllt

Wie bereits im Bauausschuss (Paid-Artikel OVB-Online) betonte Lehner, dass mit den Bestandsleuchten keine Gleichmäßigkeit bei der Beleuchtung des Stadtplatzes erreicht würde: „Wir wären schlechte Berater, wenn wir sagen würden, wir machen es so, wenn es nicht die beste Lösung ist!“ Auch Schindler beteuerte: Selbst bei einer entsprechenden Aufrüstung wäre „das Gesamtsystem nicht optimiert!“ Man erreiche schon jetzt nicht einmal die DIN-Werte.

Als Spirkl die Honorarsätze von Architekten ins Spiel brachte und damit einen Bezug zu einer teuren Planung herstellte, reagierte Bürgermeister Erwin Baumgartner: „Sie begeben sich in gefährliches Fahrwasser. Sie unterstellen den Planern damit ja indirekt, dass sie wegen des Honorars teuer planen würden. Eine Unverschämtheit!“

Klassische Mastleuchte spiegelt die Meinung der Bürger wider

Auch die Darstellung Spirkls, dass das Votum der Bürger missachtet würde, kommentierte Baumgartner: Die Haushaltsbefragung sollte ein Teil der Meinungsbildung sein. Die Bestandsleuchte habe auch gar nicht zur Diskussion gestanden, dennoch habe der Stadtrat den Rücklauf ernst genommen und eine Berechnung vornehmen lassen. Und das Ergebnis sei gewesen, dass es nicht zielführend sei, weiterhin an dieser Lampe festzuhalten. Also sei die Entscheidung auf die Laterne gefallen, eine klassische Mastleuchte, die in eben dieser Umfrage die zweitmeisten Stimmen, 30 Prozent, erhalten habe.

 „Wir wären schlechte Berater, wenn wir sagen würden, wir machen es so, wenn es nicht die beste Lösung ist!“

Christina Lehner, Architektin

Baumgartner stellt klar: Umfrage war keine Volksabstimmung!

Woran sich Baumgartner störte: „Es wird jetzt so dargestellt, als wenn das ein Bürgerentscheid, eine Volksabstimmung, gewesen ist, mit der Folge, dass man unbedingt der Mehrheit der Stimmen zu folgen habe!“ So sei das nicht gedacht gewesen. „Sonst hätten wir ein Quorum, eine Mindestbeteiligung vorgeben müssen und jeder Bürger hätte nur eine Stimme gehabt!“ Baumgartner verwies auf eine private Umfrage, die über Facebook gelaufen sei, initiiert von der Gruppe „Du kommst aus Neumarkt“. In dieser habe die Bestandsleuchte zum Beispiel keine Rolle gespielt.

Neue Lampen kosten 100.000 Euro mehr

Baumgartner schloss mit der Feststellung, dass „wir alles richtig gemacht haben, auch absolut transparent“. Von Spirkls Vorschlag, auf die alten Stelen neue Köpfe zu setzen hielt er nichts. „Ein Schildbürgerstreich wäre das, ein Krampf!“ Er verwies auf knapp 5,1 Millionen Euro Kosten für die Stadtplatzsanierung. Die Ausgaben für die Beleuchtung gab er mit 40.000 Euro an, wenn die alten technisch ertüchtigt würden. Neue Lampen würden 145.000 Euro kosten, nach Ansicht Baumgartners eine Mehrung, die bei eine Gesamtsumme von über 5 Millionen Euro nicht ins Gewicht fallen würden.

Spirkl entgegnete, dass es jeglicher Logik entbehren würde, eine Facebook-Umfrage mit einer Erhebung im Mitteilungsblatt zu vergleichen. Er schloss mit der Frage: „Wer weiß, ob wir uns das Ganze überhaupt leisten können?“

Kulhanek: Nicht in Zweifel ziehen, was Fakt ist!

Michael Kulhanek (CSU) sprach von einer Diskussion auf zwei Ebenen: Eine ästhetische und eine technische. Man habe das Umfrageergebnis über das Mitteilungsblatt ernst genommen, die Bestandsleuchten technisch überprüfen lassen und sei zu dem Schluss gekommen, dass die Variante nicht zielführend sei. Er vertraue dem Beraterbüro, man dürfe auch hinterfragen, „aber man sollte nicht ständig in Zweifel ziehen, was an Fakten da ist!“ Mit der Laterne habe man einen Kompromiss gefunden.

Von Roennebeck: Drei Musterleuchten absolut inakzeptabel

Rosmarie von Roennebeck (CSU) bedauerte es das Verfahren. Drei Musterleuchten seien inakzeptabel gewesen, dies sei auch von den Bürgern so widergespiegelt worden. Letztlich sei nur diese übrig geblieben, „die einigermaßen rein passt“. Bürgermeister Baumgartner erwiderte darauf, dass die Lampenauswahl nicht „utopisch“ gewesen sei. Sie würden auch in vielen anderen Kommunen verbaut. Und Monika Eisenreich (UWG) verwies auf den Bürgerentscheid, der die Richtung vorgebe, „wir befinden uns in gutem Fahrwasser!“

Eindeutige Mehrheit für die klassische Mastleuchte

Bei der Abstimmung war sich der Stadtrat dann weitgehend einig. Bei einer Gegenstimme (von Ludwig Spirkl) sprachen sich 16 für das neue Modell, eine klassische Mastleuchte, aus.

Kommentare