B15neu: Wind bremste Mahnfeuer ein

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Viele Gegner zeigten am Samstagabend ihren Widerstand! Mal mit, mal ohne Mahnfeuer.
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Landkreis - Viel Rauch um nichts? Der böige Wind machte so manchem B15neu-Feuer einen Strich durch die Rechnung. Einige Mahnfeuer wurden nicht gezündet, die Gegner blieben motiviert.  

Fünf Landkreise, unterteilt auf zwei Regierungsbezirke und gut 40 betroffene Gemeinden waren am Samstagabend Schauplatz für viele B15neu-Gegner.

400 Mahnfeuerstellen wurden angemeldet und genehmigt, die Zahl der lodernden Zeichen gegen die geplante B15neu oder den autobahnähnlichen Ausbau der bestehenden Bundesstraße jedoch wurde deutlich eingebremst. "Wir Gegner möchten ein Zeichen gegen die B15neu setzen, doch wir sind freilich nicht so verrückt, bei einem so starken Wind ein Mahnfeuer zu zünden" zeigten sich viele Widerständler - unter anderem aus dem Altlandkreis Wasserburg - einsichtig. Statt des brennenden Holzstoßes kamen Lichtstrahler und beleuchtete Banner und Plakate zum Einsatz. Die Anwesenden zeigten sich trotz stark wehendem Wind selbstsicher und überzeugt von dem Motto: B15neu - hier nicht und nicht anderswo!

Einigkeit über die Landkreisgrenzen hinaus

Unter anderem in Oberbergkirchen wurde auf die echten Flammen verzichtet, doch viele B15neu-Gegner und Sympathisanten der Bürgerinitiative trafen sich im Ort und betonten vehement, dass es kein Floriansprinzip brauche. "Wir benötigen nicht laufende Trassenveränderungen, sondern den endgültigen Stopp der B15neu-Planungen" waren sich die anwesenden Oberbergkirchener Bürger einig.

Neue Mahnfeuer gegen B15neu

Es sei totaler Quatsch, zu glauben, dass mit stetig veränderten Streckenverläufen das B15neu-Projekt mehr Zustimmung durch die Bürger erfahre.    

Mahnwachen statt Mahnfeuer 

Etliche ließen das Feuer bleiben, diejenigen Standorte, die nicht in unmittelbarer Nähe zu Häusern oder Wäldern waren, hatten das gewohnte Mahnfeuer trotz Windstärke. Die Meinungen allerdings blieben absolut einheitlich. "Der Wind hat uns zwar etwas eingebremst, aber nicht unsere Stimmung gegen die B15neu kleinbekommen" heißt es von energiegeladenen B15neu-Gegnern aus dem Landkreis Rosenheim. Bereits im Mai 2014 gab es eine Mahnfeuer-Aktion, zudem hatten sich viele betroffene Kommunen mit Resolutionen gegen die B15neu sowie gegen den autobahnähnlichen Ausbau der bestehenden B15-Trasse ausgesprochen.  

Auf einer Strecke von ungefähr 100 Kilometern Länge waren die Mahnwachen, mal mit Feuer, mal ohne zu sehen. Die Menschen aus der Region sprachen sich entlang der drei Trassen gegen die "Geisterautobahn" aus. Doch an manchen Standorten gesellten sich auch Befürworter der B15neu zu den Standorten der Mahnfeuer. "Wir brauchen doch endlich eine Entlastung der bestehenden B15, das Fahren nach Rosenheim soll für Pendler endlich angenehmer werden und eine zügigere Verbindung vom Wohnort zur Arbeitsstelle werden", erklärt ein aufgebrachter Bürger, der sich auf die B15neu freuen würde.

"Wir wollen und brauchen keine B15neu und auch keinen autobahnähnlichen Ausbau der bestehenden B15" betont Roland Utzinger von der Rotter Ortsgruppe des Bund Naturschutz. Er gab zu bedenken, dass die geplante Trasse für die neue Straße einerseits Orte zerschneide und Natur zerstöre. Außerdem sei er der Meinung, dass viele Autofahrer die Maut umgehen und dann weiter auf der "alten" B15-Strecke fahren würden. "Von Entlastung kann bestimmt nicht gesprochen werden", so Utzinger im Gespräch mit wasserburg24.de.

Ebenfalls betroffen zeigt sich Edlings Bürgermeister Matthias Schnetzer. Er schloss sich der Gruppe von B15neu-Gegnern an, die in Daburg eines der größten gezündeten Mahnfeuern präsentierten. "Ich stehe hier sowohl als Bürgermeister - aber auch als privat Betroffener" so Schnetzer gegenüber wasserburg24.de.

Er wohne in unmittelbarer Nähe und sei absolut überzeugt davon, dass es diese autobahnähnliche Strecke nicht brauche, so das Edlinger Gemeindeoberhaupt. "Wir sind gegen einen B15-Neubau, aber auch gegen den autobahnähnlichen Ausbau der bestehenden Trasse" so Schnetzer am Samstagabend vor Ort. Sehr wohl befürworten würde er, wie auch viele andere Anwesende, den Ausbau der B15 in Form von teilweisen Überholungsstreifen, die es aktuell bereits am Attler Berg gebe.

Die B15neu-Gegner zeigten sich trotz starkem Wind in ihrem Widerstand gestärkt. "Der Wind kann uns nicht einschüchtern, auch nicht die Befürworter", so einige Widerständler gegenüber wasserburg24.de. Der Widerstand komme an und es tue sich bereits etwas bei den Planungen, lächelten einige Verantwortliche der örtlichen Bürgerinitiativen. "Wir bleiben aktiv und werden uns gegen diese Geisterautobahn wehren, wir wollen und brauchen die B15neu nicht" wetterten viele Anwesende gleichermaßen.

Nach Auskunft der Autobahndirektion Südbayern und dem Bayerischen Landtag können Eingaben für den Bundesverkehrswegeplan 2015 zu Planungen und Trassenverläufen noch bis Frühjahr 2015 an den Bund weitergeleitet werden. "Darum ist jetzt eine gute Zeit für unseren öffentlichen Widerstand und die Mahnfeueraktion gewesen", so die Initiatoren der Mahnfeuer. Die Gegner möchten nach eigenen Auskünften sehen, dass die Planungen der B15neu und einer autobahnähnlichen Strecke endgültig "zu Grabe getragen werde".

Quelle: rosenheim24.de

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