Lebensmittelläden schließen vorübergehende Engpässe nicht aus

Sorgt Corona noch immer für leere Regale und höhere Preise in der Region?

Leere Regale in Supermärkten und Discountern während der Corona-Krise. 
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Leere Regale in Supermärkten und Discountern während der Corona-Krise. 

Landkreis - Klopapier war das Objekt der Begierde in der Corona-Krise - geplünderte Regale und Mitarbeiter, die mit dem Einräumen kaum noch nachkommen, waren beinahe schon ein gewohntes Bild. Wir haben uns erkundigt, wie sich die Situation in den Versorgerläden mittlerweile darstellt. 

Bei real entspanne sich die Versorgungslage mit Produkten allmählich. In den vergangenen Wochen stark nachgefragte Produkte, wie Mehl, Backmischungen, Nudeln, Toilettenpapier oder Konserven seien wieder in ausreichender Stückzahl verfügbar, sagt Pressesprecher Frank Grüneisen. Einschränkungen gebe es lediglich bei der Vielfalt. Desinfektionsmittel und Seife seien punktuell noch nicht verfügbar.


Preiserhöhungen bei bestimmten Lebensmitteln lassen sich mit gestiegenen Produktionskosten erklären: "Da Erntehelfer derzeit aufgrund der Reisebeschränkungen nicht einreisen können, kann nicht die gewohnte Menge an Obst und Gemüse geerntet werden oder es müssen teurere Arbeitskräfte beschäftigt werden." In Südspanien herrsche zudem derzeit schlechte Wetterbedingungen, die zu Ernteausfällen führen, was sich ebenso auf die Preise auswirke.


Bei real stehe des Weiteren die Gesundheit von Kunden und Mitarbeiter an erster Stelle. Real sei mit einem Händehygienekonzept, einem frühzeitig eingerichtete Krisenstab, aufgestellten Desinfektionsspender an Kassen und Eingängen sowie Schulungen der Mitarbeiter zu Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen gut vorbereitet. Markt-Bereiche wie die Brotschneidemaschine oder die Saftpresse seien vorübergehend eingestellt. Auch Verkostungen gebe es aufgrund der Ansteckungsgefahr nicht. 

Real empfiehlt außerdem, Einkäufe möglichst alleine zu erledigen: "Uns ist auch klar, dass es sich nicht immer vermeiden lässt und beispielsweise die eigenen Kinder zum Einkaufen mitgenommen werden. Keiner wird deswegen gemaßregelt oder vom Einkaufen abgehalten. Es handelt sich um eine wohlmeinende Maßnahme zum eigenen Schutz der Kunden und ihrer Kinder."

Stoßzeiten vormittags bei Aldi

Nützliche Links zu Corona:

Eine Entspannung der Lage in den Aldi-Filialen sowie einen rationaleren und sensibleren Umgang der Kunden mit der aktuellen Situation beobachtet Carina Loose. Die Pressesprecherin erklärt, dies spiegle sich im Einkaufsverhaltenwider: Montags und an den Wochenenden sei wie vor Corona am meisten los, dienstags und mittwochs gehen weniger Leute zum Einkaufen. Statt nachmittags würden die Kunden eher den Vormittag als Einkaufszeit nutzen. Zum Abend hin werde es in den Filialen ruhiger. Zudem würden die Menschen weniger oft einkaufen gehen, dafür deutlich mehr Produkte im Einkaufswagen landen.

Auffällig sei, dass in einzelnen Filialen eine höhere Nachfrage nach länger haltbaren Produkten wie Konserven vorhanden sei. Die Versorgungslage aber sei nach wie vor gesichert, vorübergehende Engpässe dennoch nicht auszuschließen. Aldi bittet die Kunden beim Einkauf auf gegenseitige Rücksichtnahme und um Solidarität untereinander: "Es soll nur das gelagert werden, was auch normalerweise im Alltag genutzt und verbraucht wird. Für Hamsterkäufe gibt es keinen Anlass und es wird darauf hingewiesen in haushaltsüblichen Mengen einzukaufen." 

Gerade in Krisen-Zeiten sollen sich die Kunden auf Preisversprechen verlassen können: "Wir beobachten den Markt genau, arbeiten eng mit unseren Obst- und Gemüse-Lieferanten zusammen und reagieren auf Nachfrage- und Angebotsschwankungen sowohl im In- als auch im Ausland. In dieser nie da gewesenen Ausnahmesituation setzt Aldi mehr denn je auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und faire Preispolitik".

Sicherheits- und Hygienemaßnahmen wegen Corona werden bei Aldi konsequent umgesetzt. 

Saisonale Preissteigerungen bei Kaufland 

"Das Kaufverhalten der Verbraucher hat sich mittlerweile weitgehend normalisiert", gibt auch Anna Münzing für Kaufland Entwarnung. "Offensichtlich nehmen die Menschen den Aufruf der Bundesregierung ernst, bleiben zuhause und meiden soweit möglich soziale Kontakte. Unsere Filialen werden täglich beliefert, die Warenversorgung ist sichergestellt. Aufgrund der großen Sortimentsauswahl stehen bei eventuellen Engpässen immer Alternativen zur Verfügung." Preiserhöhungen müssten derzeit keine vorgenommen werden. Diese variieren saisonal, vor allem bei frischem Gemüse und Obst.

Mehl, Toilettenpapier und Frischhefe Mangelware bei Lidl 

Dass sich das Kaufverhalten der Kunden langsam wieder in Richtung Normalität einpendle, das kann Lidls Pressesprecherin Melanie Pöter bestätigen: "Aktuell normalisieren sich die Abverkäufe, sodass wir wieder in nahezu allen Filialen das gewohnte Sortiment anbieten können. Preisanpassungen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gibt es nicht." 

Aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage in den letzten Wochen, die deutlich über dem Vorjahresdurchschnitt liege, könne es jedoch bei vereinzelten Produkten wie Mehl, Toilettenpapier oder Frischhefe durchaus noch zu Lieferverzögerungen kommen. "Wir arbeiten eng mit unseren Lieferanten zusammen, um schnellstmöglich in allen Filialen für Nachschub zu sorgen", verspricht Pöter. 

mb

Quelle: rosenheim24.de

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