Dauerregen soll bis Montag anhalten

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Die Isen bei Winhöring.
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Landkreis - Die Hochwassergefahr in der Region steigt weiter. Bis Montag soll es noch regnen und die Flüsse stehen schon kurz vor dem Überlaufen. *Neue Bilder*

Wie die OVB Heimatzeitungen in ihrer Samstagsausgabe berichten, seien beim letzten großen Hochwasser im Ende Mai/Anfang Juni 2010 der Inn und die Mangfall dem Überlaufen bedrohlich nahe gekommen. Das Wasser des Inns lief damals beispielsweise schon links und rechts des Flussbettes in den Flutmulden entlang. Da die Böden jetzt aber ohnehin schon gesättigt sind und von Samstag- bis Sonntagmittag weiterer starker Regen angekündigt ist, halten die Experten die Gefahr jetzt sogar für noch größer als vor drei Jahren.

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Hochwasser-Lage am Freitag noch entspannt

„Die Böden und Becken sind nach den vielen Niederschlägen in den vergangenen zwei Wochen voll. Da ist kaum mehr Kapazität frei, um noch Wasser aufzunehmen“, sagte Klaus Moritz, Leiter des Hochwassernachrichtendienstes (HND) beim Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, dem Mühldorfer Anzeiger. Moritz hält entlang der Mangfall am Samstagabend nicht nur Meldestufe 2, sondern eventuell sogar Meldestufe 3 für möglich. Nicht zu unterschätzen ist laut Mühldorfer Anzeiger auch die Lage an Rott und Isen. Am Inn erwarten die Experten die Lage hingegen nicht ganz so dramatisch. Stufe 2 sei am Sonntagmorgen aber auch hier möglich. „Alles hängt im Grunde von den Niederschlagsmengen am Samstag und Sonntag ab“, so Moritz.

Update 20 Uhr:

Der Deutsche Wetterdienst hat seine Warnung vor extrem ergiebigem Dauerregen verlängert. Laut der bisherigen Unwetterwarnung sollten die Regenfälle bis Sonntagmittag anhalten. Jetzt ist die Warnung für Stadt und Landkreis Rosenheim, den Landkreis Traunstein, die Landkreise Mühldorf und Altötting sowie das Berchtesgadener Land bis Montag, 12 Uhr verlängert worden.

Situation an der Mangfall

Die Feuerwehr reduziert in Rosenheim den Zufluss vom Kanal in die Mangfall.

Die Feuerwehr hat gegen Abend in Rosenheim an der Kunstmühle den Zufluss vom Kanal in die Mangfall reduziert. Damit wirkt man dem immer stärkenen Anstieg des Flusspegels entgegen.

Die Mangfall bei Kolbermoor gegen 18 Uhr

Hohe Pegelstände an der Mangfall

Hochwasser in Grabenstätt

Das Hochwasser kam den Häusern am Samstag schon gefährlich nahe. Dabei war der Mühlbach noch nicht einmal über die Ufer getreten.

Hochwasser in Grabenstätt

Isen wird zum reißenden Strom

Bei Winhöring war deutlich zu sehen, wie viel Wasser die Isen am Samstag bereits führte.

Hochwasser an der Isen

Gefahr zwischen Feldkirchen und Rosenheim

UPDATE 17 Uhr: Am Nachmittag hat der Hochwasserdienst seine Vorhersagen noch einmal verschärft: Aufgrund der vorhergesagten Niederschläge von über 100 mm von Samstag Mittag bis Sonntag Abend ist an der Mangfall das Erreichen der Meldestufe 3 oder teilweise 4 zu erwarten. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es an den Deichen zwischen Feldkirchen-Westerham und Rosenheim zu Schäden kommt. In diesem Fall kann es zu Überflutungen der dahinter liegenden Bebauung kommen. Eine genaue Ortsangabe dazu ist derzeit nicht möglich.

An den Wildbächen im Landkreis Rosenheim wie Jenbach, Aubach, Prien ist ebenfalls mit sehr hohen Wasserständen und Abflüssen zu rechnen, die sich im Bereich der Hochwässer von 1999 und 2010 bewegen werden. Auch hier besteht die Gefahr, dass bebaute Gebiete betroffen sind. Mit den Scheitelabflüssen ist Sonntag morgens zu rechnen.

Auch im Landkreis Mühldorf sind die Meldestufen angehoben worden: Aufgrund der vorhergesagten Niederschläge von 50 bis 100 mm bis Sonntag Abend werden die Pegel aller Gewässer im Landkreis Mühldorf ab Samstag Abend deutlich ansteigen.

An der Rott kann die Meldestufe 3, an der Isen Meldestufe 4 erreicht werden. Die Scheitel werden Sonntag Morgen erwartet. Am Inn in Kraiburg ist Meldestufe 3, in Mühldorf Meldestufe 1 prognostiziert. Die Scheitel werden Sonntag Abend erwartet.

Was bedeuten die Meldestufen?

Stufe 2 würde übrigens die Überflutung land- und forstwirtschaftlicher Flächen sowie leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen bedeuten. Stufe 3 hingegen bedeutet, dass auch bebaute Grundstücke überflutet und überregionale Verkehrverbindungen gesperrt werden könnten. Außerdem sei ein vereinzelter Einsatz der Wasser- oder Dammwehr möglich. Sollte gar Stufe 4 eintreten, würde dies bedeuten, dass bebaute Gebieten in größerem Umfang überflutet würden. Außerdem wäre dann der Einsatz von Wasser- und Dammwehr in größerem Umfang erforderlich.

Bei weiterer Verschärfung: Bürgertelefon

Sollte sich die Hochwasserlage weiter verschlimmern, richten die Behörden ein Bürgertelefon ein, das unter der Nummer 08031 / 30 51 00 zu erreichen ist. Außerdem können die aktuellen Pegelstände im Internet unter www.hnd.bayern.de abgerufen werden.

Wetterdienst: Hochwasser an Rhein und Donau

Seit den Morgenstunden haben sich die Niederschläge auch in Teilen von Sachsen und Bayern wieder verstärkt. Nahezu die ganze Nacht hat es schon im südlichen Baden-Württemberg durchgeregnet. Das hat das Wetterportal wetter.net in einer Pressemeldung mitgeteilt.

Besonders heftig hat es auch im Einzugsgebiet der Aare in der Schweiz geregnet. Der Regen dauert dort weiter an. Die Aare mündet zwischen Bodensee und Basel in den Rhein bzw. eigentlich mündet der Rhein dort in die Aare, denn genaugenommen ist die Aare größer als der Rhein. Und aus dieser Region werden nun in den nächsten Stunden nochmal erheblich Mengen rheinabwärts fließen. Dabei ist der Oberrhein ohnehin schon stark aufgrund des Hochwassers im Schwarzwald am steigen.

“Der Pegel des Rhein in Maxau bei Karlsruhe lag heute Morgen bei rund 7,10 Metern. Die Prognosen gehen davon aus, dass der Pegel am Sonntagabend dort die 9-Meter-Marke erreichen könnte. Das wäre dort der höchste jemals gemessene Wert. Am 14.5.1999 wurde dort mit 8,84 Meter der bisherige Spitzenwert gemessen”, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net (www.wetter.net).

Auch weiter rheinabwärts werden die Rheinpegel nun rasch steigen. In Mainz soll der rein von derzeit 5,11 Metern Richtung 7-Meter-Marke anschwellen. Auch an der Donau müssen sich die Menschen auf ein großes Hochwasser gefasst machen. Die stärksten Niederschläge stehen dort erst noch bevor.

Bis zu 130 Liter Regen am Alpenrand

Besonders am Alpenrand soll es bis Sonntagnachmittag nochmal 80 bis 130 Liter Regen pro Quadratmeter geben. Derzeit liegt der Pegel der Donau in Passau bei rund 7,60 Metern. Die Prognose von wetter.net sieht den Pegel ab Samstagabend schnell steigend. Bis Sonntagabend ist ein Pegel zwischen 9,50 und 10 Metern im Bereich des Möglichen.

Was der Wetterexperte rät:

“Man kann allen Flussanliegern der betroffenen Gebiete nur raten nun rechtzeitig Schutzmaßnahmen zu treffen. Dazu gehören zum Beispiel: Keller räumen, gegebenenfalls Öltanks und Heizung sichern, gefährliche Stoffe und Chemikalien rechtzeitig auslagern, Absperrmöglichkeiten von Leitungen vorbereiten, Tiefgaragen und Parkplätze im Überschwemmungsgebiet räumen und natürlich aufmerksam den regionalen Hochwassermeldedienst verfolgen”, so Jung.

Mühldorfer Anzeiger/OVB Heimatzeitungen/redro24/mw/rm/Pressemeldung wetter.net

Quelle: rosenheim24.de

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