Polizei zieht Bilanz zum "schlimmsten Stau-Wochenende"

Staus, Unfälle, ein brennendes Auto und ein Reifenplatzer

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Ein Reifenplatzer an diesem Sattelzug sorgte für erhebliche Behinderungen am Freitagabend auf der A8.
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München - Blechlawinen, Staus und Verzögerungen auf den Autobahnen: Autofahrer müssen sich an diesem Wochenende auf das "schlimmste Stauwochenende des Sommers" einstellen. Seit Samstagmittag normalisiert sich die Lage. 

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UPDATE, Sonntag, 13.30 Uhr - Pressemeldungen Polizei

Am Freitag begannen in Bayern die Sommerferien und führten wie zu erwarten zu erheblichen Verkehrsbehinderung durch stockenden Verkehr und Stau auf der A8 in Fahrtrichtung Salzburg. Ab Freitagnachmittag mussten sich die Reisenden gen Süden, im gesamten Verlauf der A8 in Fahrtrichtung Salzburg, in Geduld üben.

Selbst in der Nacht zu Samstag ließ das Verkehrsaufkommen nicht nach. Vor allem im Bereich des Inntal-Dreiecks standen die Verkehrsteilnehmer in einem bis zu 10 Kilometer langen Stau. 

Seit Beginn der Ferienreisewelle am Freitag ereigneten sich im Bereich zwischen der Anschlussstelle Irschenberg und der Anschlussstelle Bernau insgesamt sieben Verkehrsunfälle, davon jedoch nur einer mit Personenschaden. Der Gesamtschaden beläuft sich auf gut 20.000 Euro. Zusätzlich zu den Verkehrsunfällen sorgten Pannenfahrzeuge und diverse Gegenstände auf der Fahrbahn für insgesamt 16 Einsätze der Verkehrspolizei.

Brennender Wagen kurz vor Frasdorf:

Neben dem hohen Verkehrsaufkommen verursachte am Freitagnachmittag auch ein brennendes Auto kurz vor der Anschlussstelle Frasdorf erhebliche Verkehrsbehinderungen. Ein 36-jähriger Allgäuer musste seinen Fahrzeug am Pannenstreifen abstellen, da Rauch aus der Motorhaube seines VW Golfs aufstieg. Der Fahrer und seine drei Beifahrerinnen konnten gerade noch das Fahrzeuginnere verlassen, als der Bereich der Motorhaube schon in Flammen stand. Kurz darauf geriet der Wagen in Vollbrand. Zur Löschung des Fahrzeuges durch die Freiwillige Feuerwehr Raubling und Rohrdorf musste der rechte Fahrstreifen für ca. zwei Stunden gesperrt werden.

In diesem Bereich kam es dann auch zu Stauungen in Fahrtrichtung München durch neugierige Verkehrsteilnehmer, welche durch Verringerung ihrer Geschwindigkeit einen Blick auf das brennende Fahrzeug bzw. die anschließenden Bergungsarbeiten erhaschen wollten. Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass dieses Verhalten sehr gefährlich ist und zu weiteren Unfällen führen kann! 

Reifenplatzer an Lastwagen:

Auch ein Reifenplatzer einer slowakischen Sattelzugmaschine mit österreichischem Auflieger in der Nacht zu Samstag zwischen den Anschlussstellen Frasdorf und Bernau hatte eine einstündige Fahrstreifensperre zur Folge. Nachdem die Reifenteile durch Kräfte des technischen Hilfsdienstes Rosenheim entfernt wurden, musste der rechte Fahrstreifen für eine Stunde gesperrt werden, bis der Reifen an der Zugmaschine gewechselt war. 

Auf der A93 in Fahrtrichtung Innsbruck lief der Verkehr das gesamte Wochenende hindurch nahezu störungsfrei. Die Autobahnpolizei in Holzkirchen meldete hingegen keinerlei nennenswerte Behinderungen oder Unfälle.

Pressemeldung Verkehrspolizei Rosenheim/Autobahnpolizei Holzkirchen

UPDATE, 17 Uhr:

Mit mehr als 3.000 Staus von insgesamt fast 7.000 Kilometern Länge ist der Start in die Ferien am Freitag für viele Autofahrer zur stundenlangen Geduldsprobe geworden. "Das ist sehr, sehr viel", sagte ein Sprecher des ADAC, der die Staudaten erfasst hatte.

"Bayern hat gestern den staureichsten Tag dieses Jahres erlebt", sagte der ADAC-Sprecher. Allein im Freistaat gab es demnach rund 800 Staus. Auch am Samstag ging es vor allem auf dem Autobahnring um München und auf der Autobahn A8 von München Richtung Salzburg nur langsam voran. Auf der A7 in Richtung Norden und anderen Verbindungen zu Nord- und Ostsee gab es ebenfalls erhebliche Behinderungen.

Auch für Sonntag wurde ab dem späten Vormittag bis zum Abend mit großem Verkehrsaufkommen gerechnet. "Die Empfehlung des ADAC für Reisewillige an diesem Wochenende: Bleiben Sie daheim, wenn Sie nicht unbedingt jetzt in den Urlaub starten müssen", hieß es auf der ADAC-Homepage. "Ganz Deutschland ist auf Achse." Gute alternative Reisetage seien der kommende Dienstag und der Mittwoch

UPDATE, 14.50 Uhr:

Nach dem starken Reiseverkehr in den vergangenen Stunden, normalisiert sich der Verkehr auf der A8, München Richtung Salzburg wieder. Derzeit herrscht lediglich stockender Verkehr zwischen Irschenberg und dem Inntaldreieck. 

UPDATE, 12.40 Uhr - Lange Staus und Blockabfertigung

Laut Verkehrsmeldungen ist die A8 zwischen München und Salzburg derzeit völlig überlastet. Zwischen dem Hofoldinger Forst und Übersee geht es auf einer Länge von rund 80 Kilometern nur im Schritttempo voran. Danach geht es zwischen Traunstein/Siegsdorf und der Grenze bei Bad Reichenhall ebenfalls nur langsam voran.

Zudem meldet der ÖAMTC auch lange Staus in Österreich. Auf der Tauernautobahn Richtung Villach (A10) hat sich bei Puch ein Unfall ereignet. Deswegen staut es sich bereits rund um Salzburg. Am Tauerntunnel wurde gegen 10 Uhr mit Blockabfertigung begonnen. Kurz vor 12 Uhr hat der Karawankentunnel an der Grenze zu Slowenien nachgezogen. Autofahrer, die nach Italien oder Kroatien in den Urlaub wollen, werden also am gesamten Samstag wohl viel Geduld mitbringen müssen.

Auf der Inntalautobahn Richtung Brenner scheint der Verkehr derzeit noch relativ normal zu laufen. Lediglich bei der Einreise von Tirol nach Bayern (zwischen Kufstein und Wörgl) wurde am Mittag Stau gemeldet.

UPDATE, Samstag, 9.50 Uhr

Bereits am Samstagvormittag wurden schon wieder die ersten Staus auf den heimischen Autobahnen gemeldet. Zwischen der Raststätte Samerberg und der Anschlussstelle Frasdorf ist auf der A8 ein kleiner Unfall passiert. Der Verkehr staut sich dennoch in Fahrtrichtung Salzburg bereits bis Rohrdorf zurück.

Außerdem wird von der A8 im weiteren Verlauf "stockender Verkehr" zwischen Traunstein und der Grenze Bad Reichenhall/Piding gemeldet. Auch durch das benachbarte Salzburg rollen bereits "Blechlawinen". Wie der ÖAMTC meldet, gab es auf der Tauernautobahn (A10) in Fahrtrichtung Italien/Slowenien bereits am Morgen Verzögerungen und Stauungen, ebenso vor der Mautstelle St. Michael (Lungau).

UPDATE, 16.25 Uhr:

Nach dem Brand eines Autos auf der A8 bei Achenmühle, ist die Unfallstelle mittlerweile geräumt. Die Stauungen halten aber weiterhin an. Laut den Verkehrsmeldungen gibt es derzeit in Fahrtrichtung Salzburg, zwischen Weyarn und Frasdorf, rund 28 Kilometer Stau.  

UPDATE, 15.40 Uhr:

Ein Einsatz der Rettungskräfte sorgt derzeit auf der A8, Höhe Achenmühle für Verkehrsbehinderungen. In Fahrtrichtung Salzburg steht ein brennendes Auto auf dem Pannenstreifen. Auf der Gegenfahrbahn sorgen Gaffer für stockenden Verkehr. 

Ein Auto fing auf der A8 bei Achenmühle Feuer. 

UPDATE, 15.10 Uhr:

Endlich ist es soweit, heute starten auch Bayern und Baden-Württemberg in die Sommerferien. Nun sind alle 16 Bundesländer gleichzeitig in den Ferien und das bedeutet Verkehrschaos auf den Straßen. 

In der Region ist besonders die A8, München Richtung Salzburg, vom Reiseverkehr betroffen. Zwischen Weyarn und Frasdorf gibt es derzeit 32 Kilometer Stau (Stand 15.10 Uhr). Laut OEAMTC dauert es auch am Autobahnknoten Salzburg längert als geplant. Durch das starke Verkehrsaufkommen muss derzeit auf der A1 mit Stillstand gerechnet werden. 

In der Gegenrichtung, Salzburg Richtung Rosenheim, gibt es eine Verzögerung von bis zu 12 Minuten. Grund dafür ist die Polizeikontrolle am Walserberg. 

Das rät der ADAC:

Und der ADAC rät daher sogar, nach Möglichkeit aufs Auto zu verzichten und unter der Woche, etwa am Dienstag oder Mittwoch zu fahren. Denn nun starten mit Baden-Württemberg und Bayern die letzten Bundesländer in die Sommerferien.

So sind Reisende aus allen Bundesländern auf den Fernstraßen unterwegs. Die Hauptreisezeiten sind am Freitag von 13 Uhr bis 20 Uhr, am Samstag von 8 Uhr bis 18 Uhr und am Sonntag von 13 Uhr bis 20 Uhr. 

Staugefahr herrscht vor allem auf folgenden Strecken:

A1

Köln - Dortmund - Bremen - Hamburg - Lübeck - Puttgarden

A1/A7/A23/A24

Großraum Hamburg

A2

Dortmund - Hannover - Braunschweig; Berliner Ring - Magdeburg - Hannover; Bielefeld - Oberhausen

A3

Passau - Nürnberg - Würzburg - Frankfurt/Main - Köln - Arnheim; beide Richtungen

A4

Kirchheimer-Dreieck - Erfurt - Dresden; Aachen - Köln

A5

Hattenbacher Dreieck - Frankfurt/Main - Karlsruhe - Basel

A6

Saarbrücken - Kaiserslautern - Mannheim; Heilbronn - Nürnberg

A7

Hamburg - Flensburg; beide Richtungen; Hannover - Kassel - Würzburg - Ulm - Füssen/Reutte

A8

Luxemburg - Neunkirchen; Karlsruhe - Stuttgart - München - Salzburg

A9

Berlin - Nürnberg - München

A10

Berliner Ring

A11

Berlin - Dreieck Uckermark

A13

Dresden - Schönefelder Kreuz

A14

Magdeburg - Halle - Leipzig

A19

Dreieck Wittstock/Dosse - Rostock

A20

Lübeck - Rostock; beide Richtungen

A24

Pritzwalk - Schwerin; Berlin - Dreieck Wittstock/Dosse

A29

Ahlhorner Heide - Oldenburg - Wilhelmshaven

A31

Leer - Emden - Lingen

A45

Gießen - Hagen - Dortmund

A61

Mönchengladbach - Koblenz - Ludwigshafen; beide Richtungen

A72

Zwickau - Plauen; Hof - Leipzig

A81

Stuttgart - Singen

A93

Inntaldreieck - Kufstein

A96

Lindau - München; beide Richtungen

A99

Umfahrung München

Lange Staus auch in Österreich erwartet

Für Österreich zeichnen die Autoclubs ein ganz ähnliches Bild wie in Deutschland: Alle Transitrouten sind höchst staugefährdet - egal ob in nördlicher, südlicher oder östlicher Richtung. Besonders betroffen sind A10 (Tauernautobahn), A11 (Karawanken-Autobahn), A12 (Inntalautobahn) und weiter im Verlauf die Brennerautobahn A13 - vor allem ab Freitagnachmittag und Samstag von 9 Uhr bis 18 Uhr.

Am Sonntag sollten sich die Autofahrer ab dem Vormittag in südlicher Richtung und ab dem frühen Nachmittag Richtung Norden auf zum Teil starke Behinderungen einstellen.

In der Schweiz sind vor allem die Transitrouten in nördlicher und südlicher Richtung Stauschwerpunkte, insbesondere das nördliche Portal des Gotthardtunnels. Dort sei laut ACE fast immer mit Staus und Wartezeiten von bis zu zwei Stunden zu rechnen. Alternativen: der Gotthard-Pass und ab etwa einer Stunde Wartezeit die A 13 (St. Margrethen - Bellinzona), letztere ist zu den Hauptzeiten allerdings auch nicht staufrei.

dpa/mw/jg

Quelle: rosenheim24.de

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